Filmplakat Endlich Tacheles

Endlich Tacheles

Deutschland 2021

Yaar (21) hat es satt, sich mit der leidvollen jüdischen Vergangenheit auseinandersetzen zu müssen. Was hat er mit Ereignissen zu tun, die vor 80 Jahren passiert sind? Aus Protest entwickelt Yaar zusammen mit seinem besten Freund ein Videospiel, in dem Juden nicht nur Opfer sind, sondern sich wehren können. Was ein Befreiungsschlag werden sollte, wird zu einer schmerzvollen Reise in die eigene Familiengeschichte.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Politik, Philosophie, Ethik, Religion

Themen

Holocaust, Zweiter Weltkrieg, Vergangenheitsbewältigung, Erwachsenwerden, Aufarbeitung, Gedenken, Versöhnung, Identität, Trauma, Psychologie

Kinostart

14.10.2021

Inhalt


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Yaar ist jung und hat es satt, sich mit seiner leidvollen jüdischen Vergangenheit auseinandersetzen zu müssen. Was hat er mit Ereignissen zu tun, die vor 80 Jahren passiert sind?! Er ist wütend auf seinen Vater, der die tragischen Familiengeschichten der Zeit des Holocausts mit sich herumschleppt wie einen Mühlstein. Vielleicht aus Protest entwickelt er zusammen mit Marcel, dessen Großvater bei der SS war, ein Videospiel, in dem Juden nicht nur Opfer sind, sondern sich wehren können. Und in dem die Nazis sich entscheiden können, gut zu sein und den Jüdinnen und Juden zu helfen. Die Hauptprotagonistin des Videospiels ist an das Leben von Yaars Oma angelehnt, deren Familie im Holocaust fast vollständig ausgelöscht wurde. Je länger Yaar sich mit der Geschichte seiner Oma beschäftigt, desto mehr begreift er, wie das Trauma der Überlebenden in späteren Generationen weiterlebt – auch in seiner. Es ist nicht vorbei.

Umsetzung


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Die Recherche für das Spiel „Shoah: Als Gott schlief“ führt Yaar, Marcel und die Zeichnerin Sarah auf den Spuren von Yaars Oma an die verschiedenen Orte des Erinnerns an den Holocaust. Das Drehbuch ist hier chronologisch: Sie wohnen im leeren Haus in Krakau, in dem Oma Rina als Kind gelebt hatte; sie treffen vor Ort Zeitzeugen, deren Vorfahren Rina vor den Nazis versteckt hatten; sie besuchen die Gedenkstätte des Konzentrationslagers, wo Rinas Familie ermordet wurde. Vordergründig geht es um die Entwicklung des Videogames, dessen Umsetzung und zeichnerischen Fortschritte im Film dokumentiert werden. In diesem Fahrwasser wird das eigentliche Thema des Films erzählt: die Rebellion des Sohnes gegen die „Opferhaltung“ des Vaters. Yaars emotionale Erfahrungen mit der Geschichte seiner Familie vor Ort führen beide Stränge schließlich versöhnlich zusammen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der Film startet mit einer Frage aus der Sicht der Jugend: Was hat die Geschichte des Holocaust heute mit uns zu tun? Die Frage ist hochpolitisch: aus dem Gedenken an die Gräueltaten der Nazis leitet sich deutsche Innen- und Außenpolitik ab. Das Besondere an ENDLICH TACHELES ist, dass die Frage des Holocaust und seiner Bedeutung für die Gegenwart nicht von der Seite der Nachfahren der Täter gestellt wird, wie wir es von der Generation der 68er kennen. Sie wird als Teil der Abarbeitung eines jüdischen Sohnes an der Lebenswelt seines Vaters behandelt. Der Film zeigt gelebte Geschichte, indem er nachvollziehbar macht, wie Geschichte, auch wenn die Ereignisse vor unserer Zeit lagen, bis in unsere Lebenswirklichkeit hineinwirkt; wie persönliche oder kollektive Traumata sich von Generation zu Generation übertragen. Ein Film, der die Scharniere zwischen Psychologie, Politik und Geschichte erkennbar macht und tief in die aktuellen Diskurse der von Gerechtigkeit, Versöhnung und Identität hinein führt. Die klassische Erzählweise wird von einer Kameraarbeit begleitet, die im Film als solche markiert wird. Damit wird das Prozesshafte auf der Ebene des Films deutlich. Auch die Filmemacherinnen begeben sich auf eine Reise, von der sie nicht wissen, wie sie ausgeht.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Melanie Rohde, 04.10.2021, letzte Aktualisierung: 06.10.2021

Regie

Jana Matthes, Andrea Schramm

Buch

Jana Matthes, Andrea Schramm

Darsteller/innen

Mitwirkende Yaar Harell, Elieser Zavadsky, Marcel Nist, Sarah Heitz u. a.

Länge

116 Min

Sprachfassung

Originalfassung in Deutsch und Hebräisch mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

liegt noch nicht vor

Verleih

Real Fiction

Festivals

DOK.fest München 2020; Kasseler Dokfest 2020; Nominierung Clio 2020; Nominierung Dokumentarfilmpreis 2021; Human Rights Watch – Filmfestival New York 2020; Achtung Berlin 2021

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