Filmplakat Endlich Unendlich

Endlich Unendlich

Deutschland, Österreich 2021

Leben heißt sterben. Was, wenn das in naher Zukunft nicht mehr so sein wird? Ein Leben frei von Alter, Krankheit und Tod? Der Film porträtiert die Vordenker*innen der sogenannten Transhumanistenbewegung und stößt damit Fragen an, denen sich die Gesellschaft heute schon stellen muss: Was bedeutet es für uns als Mensch, was für die Gesellschaft, wenn wir zunehmend manipulativ in den biologischen Körper eingreifen?

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Philosophie, Ethik, Religion, Biologie, Physik, Politik, Geschichte, Sozialkunde

Themen

Sterben, (Un-)Sterblichkeit, Transhumanismus, Zukunftsvisionen, Technik/neue Technologien, Selbstbild des Menschen, Endlichkeit, Cyborg, künstliche Intelligenz, Gesundheit, soziale Ungleichheit

Kinostart

16.06.2022

Inhalt


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Leben heißt sterben. Was, wenn das in naher Zukunft nicht mehr so sein wird? Wenn wir die Naturgesetze aushebeln könnten? Ein Leben frei von Alter, Krankheit und Tod? Der Film porträtiert die Pionier*innen des Transhumanismus, die an der Verschiebung der biologischen Grenzen durch Einsatz von Wissenschaft und Technik arbeiten. Sie manipulieren ihre DNA im Selbstversuch, um den Alterungsprozess der Zellen aufzuhalten oder versuchen das menschliche Bewusstsein aus dem biologischen Körper herauszulösen, um es in eine technische Infrastruktur zu übertragen. Künstliche Intelligenz (KI), Life Extension, Age-Reversal-Gentherapie und Kryokonservierung brechen mit unseren gängigen Vorstellungen einer “gottgegebenen Natur”. Was bedeutet es für uns, als Mensch, als Gesellschaft, wenn alle für immer jung blieben? Sind die Erfahrungen, die wir in einem sterblichen Körper machen, nicht das, was uns als Mensch ausmacht?

Umsetzung


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Die Visionen der Transhumanisten haben sicher für viele etwas von Science Fiction. Der Regisseur stellt Pionier*innen dieser Denkrichtung vor und öffnet den Blick auf ihre persönlichen Beweggründe. Dabei überlässt er den Akteur*innen das Wort, ohne zu bewerten. Die ethischen Fragen, die der massive Eingriff in biologische Körper aufwirft, behandelt der Schriftsteller Frédéric Beigbeder in seiner Reflexion über das menschliche Streben nach Unsterblichkeit. Für die Pole Technik/Natur findet der Film eine poetische, intensive Bildsprache, die von einem sphärischen Elektro-Soundtrack unterstützt wird. Den aseptischen, hyperreal wirkenden Räumen der Forschung setzt der Regisseur die Anarchie der Körper entgegen, die altern, die nicht perfekt sind. In Close-Ups erzählt er von der Verletzlichkeit des Menschen. Er zeigt den Schmerz der Körper, die im Selbstversuch geöffnet werden, um durch den Einsatz von Technik und Substanzen perfektioniert zu werden.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Die Frage um die Manipulation und Perfektionierung des menschlichen Körpers ist hochgradig politisch. Der Film eröffnet die notwendige Debatte, der sich die Gesellschaft stellen muss, um von den Entwicklungen in der Forschung nicht überrannt zu werden. Sie führt ins Zentrum unseres - kulturell geprägten - Bildes vom Menschen: zu der Vorstellung, dass der Körper die Grundlage unserer Erfahrungen ist, zu dem Glauben, dass wir eine Seele haben oder aus politischer Sicht eine Würde. An dem Konzept der unkommentierten Darstellung der Visionen der Protagonisten, das zunächst Neutralität suggeriert, kann die Bedeutung der Bilder diskutiert werden, die der Regisseur im Hinblick auf die einzelnen Protagonisten einsetzt. Auf der visuellen und akustischen Ebene finden wir eine Sprache, die die vordergründig “neutrale” Präsentation unterwandert und sich mitunter wie ein Regie-Kommentar lesen lassen.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Melanie Rohde, 25.05.2022, letzte Aktualisierung: 30.05.2022

Regie

Stephan Bergmann

Buch

Stephan Bergmann

Darsteller*innen

Frédéric Beigbeder, Lincoln Cannon, Liz Parrish, Aubrey de Grey, Rich Lee, Tim Cannon, Max More, Natasha Vita-More, Bruce Duncan, BINA48

Länge

95 Min

Sprachfassung

Originalfassung in Englisch und Französisch mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

Real Fiction Filmverleih

Festivals

Diagonale 2021; Film Festival Cologne 2021

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