Inhalt
Der vor 150 Jahren geborene Heinrich Vogeler war ein künstlerisches Multitalent mit vielen Begabungen und zu seiner Zeit in bürgerlichen Kreisen sehr erfolgreich. War er zunächst auf der Suche nach „dem Schönen“ und gestaltete für sich und seine Familie ein besonderes Zuhause in Worpswede, so wurde seine im Film nachgezeichnete und kommentierte Lebensgeschichte zunehmend zu einer Suche nach einem „neuen Menschen“. Beeinflusst vom Scheitern seiner Ehe, von seinen Erlebnissen im Ersten Weltkrieg und dem Kontrast von Nationalsozialismus und Kommunismus, gehen Kunst, Sozialkritik und gesellschaftliches Engagement zunehmend ineinander über. Interviews mit Expert*innen verschiedener Fachrichtungen ordnen Vogelers in Spielszenen gezeigtes Leben sowie sein umfangreiches Schaffen in kunst- und zeitgeschichtliche Zusammenhänge ein.
Umsetzung
Das Hybrid-Format aus Dokumentar- und Spielfilm beinhaltet eine Mischung verschiedener Darstellungsformen: Von Schauspieler*innen gespielte Sequenzen stellen ausschnitt- und beispielhaft das Leben Vogelers und Personen aus seinem Lebensumfeld nach. Sie verlebendigen die Ereignisse und bilden die erzählerische Struktur des Films. Dokumentarische Elemente sind in der Hauptsache Interviews, die für den Film zu Leben und Werk Vogelers geführt wurden. So werden (kunstwissenschaftliche) Daten und Fakten sowie ganz unterschiedliche Einschätzungen von Leben und Werk eingebracht. Hinzu kommen abgefilmte Kunstwerke und Fotos, historische Filmaufnahmen und vieles mehr. In der Summe entsteht ein zugleich informatives und unterhaltsames filmisches Abbild von Vogelers Leben und Kunst als Weg der politischen und künstlerischen Selbstfindung.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film ermöglicht sowohl ganz spezifische Zugänge zum Künstler („Wer war Heinrich Vogeler?“) als auch ganz allgemein zur Thematik „Was ist ein*e Künstler*in?“ Vogeler ist eng in das Zeitgeschehen eingebunden: Das Leben in der Künstlerkolonie Worpswede, später seine Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg und seine Übersiedlung in die Sowjetunion eröffnen Fragen nach Lebenszielen und Träumen einerseits sowie von (politischem, gesellschaftlichem) Engagement bzw. Idealen andererseits. Die Frage nach der Kunst und Kreativität umfasst erstens allgemein Kunststile (Jugendstil, Expressionismus, sozialistischer Realismus) und zweitens für Vogeler spezifische Formen („Komplexbilder“). Die Doku-Fiktion als Format ermöglicht zudem die Beschäftigung mit vielen filmischen Elementen und der Frage, ob und wie sich eine (Künstler*innen-)Biografie filmisch umsetzen lässt.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Dr. Olaf Selg
,
27.04.2022
,
letzte Aktualisierung:
27.07.2023
Regie
Marie Noëlle
Buch
Marie Noëlle
Darsteller*innen
Florian Lukas, Anna-Maria Mühe, Johann von Bülow, Alice Dwyer, Naomi Achternbusch, Samuel Finzi, Uwe Preuss u. a.
Länge
94 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
farbfilm verleih