Inhalt
Ein persönlicher Blick hinter die Kulissen des Wahlkampfes 2025 von Robert Habeck – und eine Reflexion über die Kraft der Narrative, mit denen Wahlen entschieden werden. Der Filmemacher Lars Jessen, der den Kanzlerkandidaten der GRÜNEN seinerzeit als Freund und Berater mit seiner Kamera begleitete, geht in Gesprächen mit Weggefährt*innen und Künstler*innen, Aktivist*innen und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Frage nach, warum der einstige Hoffnungsträger Habeck mit seinen politischen Themen scheiterte. Gewonnen wurde die Wahl am Ende nicht mit komplexen Themen wie dem Gelingen der Energiewende, sondern mit Emotionen und Narrativen der Angst, die Populist*innen im Zuge der Amok-Taten von Aschaffenburg bis Solingen auf von Social-Media-Kanälen schürten. Der Dokumentarfilm ist damit auch eine kritische Analyse der Möglichkeiten und Grenzen von Politik im Zeitalter digitaler Medien. Welche Themen lassen sich vermitteln, welche Inhalte sind zum Scheitern verurteilt? Und wie kann progressive Politik in Zeiten von Populismus die Wähler*innen erreichen?
Umsetzung
Als Regisseur fiktiver Stoffe weiß Jessen seinen Content dramatisch aufzubereiten, lässt keine Längen oder Spannungslöcher entstehen. Die emotionalen Momente des Wahlkampfes sind mit wackeliger Kamera aufgenommen und leicht von unten gefilmt, um die Unmittelbarkeit des Augenblicks zu betonen. Die Interviewpartner*innen, ob Musiker oder Wissenschaftlerin, sind populär, haben Streetcredebility. Statt in engen Büros stehen sie am Meer oder sitzen in szenigen Cafés, tragen lässige Turnschuhe oder Sportjacke. Auch sonst ist die Machart jugendnah: die Schnitte sind schnell, die Statements kurz und prägnant, die Musik ist treibend. Als Ich-Erzähler und Interviewpartner ist der Regisseur in seinem Film nicht nur sichtbar, er prägt die Fragerichtung, ist und war direkt in das Geschehen, das er rekapituliert, involviert. Sein persönliches Interesse an der Aufarbeitung des gescheiterten Wahlkampfes und die Frage, wie allgemein Geschichten unsere Vorstellungen von Zukunft und Realität erschaffen, geben dem Dokumentarfilm seine Prägung: bewusst persönlich, parteiisch, aktivistisch.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Über den persönlich-engagierten Ansatz, die nahbare Machart und Akteure, mit denen sich junge Menschen leicht identifizieren können, eignet sich der Film gut für den Einstieg in ein zentrales Thema der Medienkompetenz: die Bedeutung von Narrativen in der Politik. Über Habecks Medien-Kampagne kann an einem konkreten Fall die Wirkungsweise von strategischem Content in unterschiedlichen digitalen Medien nachvollzogen werden. Damit wird das Bewusstsein dafür geschärft, wie Emotionen von Interessengruppen genutzt werden, um Stimmung zu machen. Wie emotionale Themen maßgeblich mit Ängsten und Feindbildern arbeiten und wie Social Media als Brandbeschleuniger wirkt. Der Film bietet überdies an, die Erzählperspektiven von Dokumentarfilmen näher in den Blick zu nehmen: Wie färbt der Ich-Erzähler mit seinem persönlichen Anliegen das filmische Thema? Wie markiert er seine Position? Und wie setzt er Bilder, Schnitt und Musik ein, um seine Mission zu untermauern?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Melanie Rohde
,
01.12.2025
,
letzte Aktualisierung:
02.12.2025
Regie
Lars Jessen
Buch
Rasmus Jessen
Darsteller*innen
Mitwirkende Robert Habeck, Lars Jessen, Luisa Neubauer, Tobias Krell, Markus Lanz, Jan „Monchi“ Gorkow, Charly Hübner, Maja Göpel, Daniel Günther, Samira El Ouassil, Friedemann Karig, Christian Stöcker, Arun Chaudhary u. a.
Länge
92 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Pandora Film Verleih