Inhalt
Für Lukas ist der Start ins Erwachsenenleben alles andere als einfach. Denn der 20jährige wurde als Mädchen geboren und steht kurz vor seiner Geschlechts-OP, der operativen Entfernung von Brüsten und Eierstöcken. Transgender zu sein, das muss er immer wieder erfahren, stößt auf wenig Verständnis und viele Vorurteile: bei den Behörden, die ihn während seines Sozialen Jahrs im Schwesternheim, anstelle im Zivi-Wohntrakt unterbringen, im Freundeskreis, sogar in der schwul-lesbischen Kölner Partyszene. Also verheimlicht Lukas meist seine wahre Identität. Doch dann verliebt er sich in den Macho Fabio und irgendwann kommt dieser hinter sein Geheimnis.
Umsetzung
Amüsant und vorurteilsfrei beschäftigt sich Regisseurin Sabine Bernardi mit dem häufig tabuisierten Thema Transgender/Transsexualität. Die Kamera hält einen direkten Kontakt zu dem Protagonisten, rückt die Anstrengungen, die Lukas für diesen Transformationsprozess auf sich nimmt, in Großaufnahme ins Bild das Muskeltraining, die tägliche Kontrolle des sich langsam verändernden Körpers. Ein pulsierender Soundtrack und atmosphärische Lichtsetzung verleihen dem Geschehen vor allem in den Partyszenen szenischen Touch. Zugleich formuliert Regisseurin Sabine Bernardi offen Konflikte und Missverständnisse, die mit Lukas' Transsexualität einhergehen, nimmt der Problematik jedoch mit einem leichten, manchmal auch komödiantischen Erzählton, die Schwere.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Jenseits konventioneller Rollenklischees bietet der Film mit seinem sympathischen Protagonisten eine attraktive Identifikationsfigur, um Jugendliche für das Thema Transgender/Transsexualität zu interessieren. Gesellschaftliche und persönliche Vorurteile, Missverständnisse und Fehlinformationen können in diesem Zusammenhang zur Sprache gebracht und diskutiert werden. Über die spezielle Trans-Problematik hinaus erzählt Romeos jedoch auch eine universelle Coming-of-Age-Geschichte. Die Schwierigkeiten, die Lukas durchlebt, seine Lust auf Sexualität und Liebe, seine Angst vor Ablehnung und sein selbstbewusstes Drängen, den eigenen Platz im Leben zu finden, offerieren vielschichtige Anknüpfungspunkte für Jugendliche, die Herausforderungen der eigenen Identitätsfindung zu reflektieren.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Ula Brunner
,
29.11.2011
,
letzte Aktualisierung:
09.06.2022
Regie
Sabine Bernardi
Buch
Sabine Bernardi
Darsteller*innen
Rick Okon, Maximilian Befort, Liv Lisa Fries, Felix Brocke, Silke Geertz, Gilles Tschudi, Sigrid Burkholder, Johannes Schwab, Tessa Lukat, Ben Gageik, Ralf Rotterdam u. a.
Länge
93 Min
Sprachfassung
deutsch
Format
35mm, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
FBW
Prädikat „wertvoll“
Verleih
Pro-Fun
Festivals
OSLO Queer Filmfestival: "Jugendfilmpreis" (Bester Spielfilm); Outflix Filmfestival, Memphis, USA: "Bester ausländischer Film"; Asheville Qfest: "Bestes Erstlingswerk" (Sabine Bernardi), "Bester Hauptdarsteller" (Rick Okon); Internationale Filmfestspiele Berlin 2011: Sektion "Panorama" u.a.