Filmplakat Sara Mardini - Gegen den Strom

Sara Mardini - Gegen den Strom

Deutschland 2023

Die aus Syrien geflüchtete Sara Mardini erlebt eine verkehrte Welt. Sie hilft Menschen in der Not, wird zuerst als Heldin gefeiert und dann als Verbrecherin stigmatisiert. Aus humanitärer Hilfe im Flüchtlingslager werden Straftaten konstruiert. Wie lässt es sich weiterleben, wenn zwanzig Jahre Freiheitsentzug drohen, für Vergehen, die man nicht begangen hat? Ist humanitäre Hilfe in Europa strafbar geworden?

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Politik, Sozialkunde, Ethik, Sport, Erdkunde, Religion

Themen

Flucht/Geflüchtete, kulturelle Identität, Heimat, Migration, Menschenrechte, Erwachsenwerden, Aktivismus

Kinostart

23.03.2023

Inhalt


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Eigentlich müsste sie als Heldin gefeiert werden. Selbst auf der Flucht aus Syrien rettet Sara Mardini 2015 gemeinsam mit ihrer Schwester Yusra das Schlauchboot, das mit Geflüchteten von der Türkei nach Griechenland unterwegs ist. Zunächst werden die beiden jungen Leistungsschwimmerinnen, die sich anschickten, bei den Olympischen Spielen teilzunehmen, auch weltberühmt. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Wegen einer Verletzung muss Sara Mardini ihre Karriere als Leistungssportlerin aufgeben. Sie kehrt nach Lesbos zurück, um Geflüchteten zu helfen. 2018 wird sie dort verhaftet und mehrerer schwerwiegender Straftaten bezichtigt, darunter Beihilfe zur illegalen Einreise (Schleusung) und Geldwäsche. Nach über drei Monaten Haft in einem griechischen Hochsicherheitsgefängnis kommt sie auf Kaution frei. Fortan wartet sie auf die Gerichtsverhandlung, die darüber entscheiden wird, ob sie für 20 Jahre ins Gefängnis muss. Aus Wochen werden Monate und aus Monaten werden Jahre. Sara versucht, diesem Druck standzuhalten und das Beste aus ihrem Leben zu machen.

Umsetzung


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Über vier Jahre hat die Filmemacherin Charly Wai Feldman Sara Mardini und ihre Schwester Yusra begleitet. Erzählperspektivisch ist der Film indes bei Sara. Zugleich spielt das Verhältnis der beiden Schwestern eine wichtige Rolle, das mit der Freilassung Saras aus der Haft in Griechenland zwischen Nähe und Distanz changiert. Bilder aus ihrem Alltag werden mit Aufnahmen von Veranstaltungen kombiniert, in denen insbesondere Sara ihre Geschichte publik macht und als Aktivstin sowie Botschafterin für die Entkriminalisierung humanitärer Hilfe auftritt. Dramaturgisch und visuell von zentraler Bedeutung sind Szenen, in denen die Schwestern beim Schwimmen gezeigt werden. Im Wasser sind sie aufgewachsen, wie Sara einmal sagt. Das Wasser als Element des Meeres steht auch für ihre Flucht und den Wandel in ihrem Leben. So wird das Element Wasser zu einer zentralen Metapher des Films.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Als besondere Fluchtgeschichte kann der Dokumentarfilm über Sara Mardini in mehreren Fächern mit zentralen ethischen Fragestellungen verknüpft werden. Dabei kann es um das Verhältnis von Opfer und Täter*innen (in dem Sinne, dass Sara von der griechischen Justiz zu einer Täterin erklärt wurde) gehen und um verantwortungsbewusstes Handeln. Zu Beginn des Films ist die Bambi-Verleihung aus dem Jahre 2016 zu sehen, bei der die beiden Schwestern in der Kategorie „Stille Helden“ ausgezeichnet werden. Dies und die Geschichte der beiden Frauen kann für die Diskussion von medialen und filmischen Helden*innenbildern herangezogen werden. Hierfür bietet sich die Kontextualisierung mit dem Diskurs zum „Postheroismus“ (Ulrich Bröckling 2020) an. Davon ausgehend ließe sich auch vergleichender Blick auf den SpielfIlm DIE SCHWIMMERINNEN (2022) werfen, der die Geschichte der beiden Schwestern bis zum Jahre 2016 dramatisiert.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Dr. Thomas Klein, 02.03.2023, letzte Aktualisierung: 09.03.2023

Regie

Charly Wai Feldman

Buch

Charly Wai Feldman

Darsteller*innen

Mitwirkende: Sara Mardini, Yusra Mardini, Seán Binder u. a.

Länge

89 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

digital, Farbe

FSK

liegt noch nicht vor

Verleih

mindjazz pictures

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