Space Dogs Plakat

Space Dogs

Österreich, Deutschland 2019

Die Moskauer Straßenhündin Laika war das erste Lebewesen im All – und wurde für die Forschungszwecke geopfert. Ihre Geschichte nimmt der essayistische Dokumentarfilm zum Ausgangspunkt, um aus dem Blickwinkel gegenwärtiger Straßenhunde einen Blick auf die Menschen zu werfen und dabei auch die Geschichte der Tierversuche in der Raumfahrt zu erzählen.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Ethik, Religion, Kunst

Themen

Tierversuche, Tiere, Raumfahrt, Menschheit, Filmsprache

Kinostart

24.09.2020

Inhalt


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Laika ist eine Berühmtheit, eine Heldin. Die einstige Straßenhündin aus Moskau war das erste Lebewesen in der Erdumlaufbahn und damit eine Pionierin der Raumfahrt. Doch zugleich war sie auch nur ein Versuchsobjekt. Man ließ sie qualvoll in der Kapsel verenden. Mit dem Verglühen ihres Körpers beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre sei aus der toten Hündin ein Geist geworden, heißt es in dem experimentellen Dokumentarfilm, der nun durch Straßen Moskaus streife. Während der Film zwei Straßenhunden in der Gegenwart folgt und lange deren Verhalten und Überlebenskampf beobachtet, erzählt der Film auch die Geschichte der anderen Tiere, die von den Menschen zur Forschungszwecken ins All geschickt wurden.

Umsetzung


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In ihrem Dokumentarfilm wagen sich Elsa Kremser und Levin Peter in ein schwieriges Gebiet vor. Sie nutzen die Filmgattung, die gemeinhin für die Abbildung der Realität steht und laden diese durch die Rahmenerzählung geradezu metaphysisch auf, indem sie nach dem „Geist‟ von Laika suchen. Ihr Dokumentarfilm wird somit vielmehr zu einem Essay, der zwischen Legende und Fakten, zwischen Gegenwart und der Vergangenheit, Beobachtungen, Archivmaterial und suggestiven Sequenzen wechselt. Einen besonderen Stellenwert nehmen Szenen ein, in denen die Kamera das Moskauer Straßenhunderudel auf Augenhöhe und teils aus nächster Nähe begleitet und so neue, auch philosophische Perspektiven eröffnet. Erschütternd sind bislang unveröffentlichte Aufnahmen, die nach der Laika-Mission die Experimente mit weiteren Hunden für Flüge ins All zeigen (und dementsprechend explizit Tierquälerei und Tierversuche). Der sparsam eingesetzte Voice-Over-Kommentar unterdessen lässt dem Publikum viel Raum für eigene Assoziationen und erklärt nur das Nötigste.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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„Space Dogs‟ erzählt am Beispiel der Raumfahrtgeschichte zum einen über das Verhältnis des Menschen zu Tieren und lädt dadurch zum anderen zum Nachdenken über den Menschen an sich ein, der hier aus einer ungewohnten Perspektive beobachtet wird. In diesem Zusammenhang ist auch eine historische Betrachtung spannend, dokumentiert der Film doch das Machtstreben im damaligen Wettrennen der Weltmächte um die Vorherrschaft im Weltraum. Besonders interessant ist, dass die Regisseur*innen Elsa Kremser und Levin Peter auf eine ausdrückliche Bewertung verzichten und ganz auf die Wirkung ihrer Bilder und der Montage ihrer Aufnahmen und des Archivmaterials vertrauen. Analysiert werden kann so etwa im Unterricht, welche Bedeutung der Verschiebung des Blicks sowie der Verschmelzung der Zeitebenen im Film zukommt. Ebenfalls bietet es sich an, die Herangehensweise des Films mit anderen den Schüler*innen bekannten Dokumentarfilmen zu vergleichen. So kann etwa herausgearbeitet werden, wie hier Wissen vermittelt wird und wie zugleich Assoziationsräume eröffnet werden.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Stefan Stiletto, 02.09.2020, letzte Aktualisierung: 23.09.2020

Regie

Elsa Kremser, Levin Peter

Buch

Elsa Kremser, Levin Peter

Länge

91 Min

Sprachfassung

Russische OV mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat "besonders wertvoll"

Verleih

Real Fiction

Festivals

Locarno Film Festival 2019: Lobende Erwähnung in der Sektion "Cineasti di Presente"; Viennale 2019: Bester Österreichischer Film

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