Inhalt
Ein kleines somalisches Dorf am Indischen Ozean, heiß und windig. Mamargade, ein alleinerziehender Vater, hat unregelmäßige Gelegenheitsjobs und möchte seinem Sohn Cigaal eine Schulausbildung und die Chance auf ein besseres Leben ermöglichen. Mamargades Schwester Araweelo lebt seit ihrer Scheidung bei den beiden. Ihr Traum ist es, sich als Schneiderin selbstständig zu machen. Trotz der wechselnden Winde eines Landes, das von Bürgerkriegen und Naturkatastrophen heimgesucht wird, sind es Liebe, Vertrauen und Widerstandsfähigkeit, die es den dreien ermöglichen, ihr Schicksal selbst in die Hand zunehmen.
Umsetzung
THE VILLAGE NEXT TO PARADISE ist das eindrucksvolle Langfilm-Debüt des somalisch-österreichischen Regisseurs Mo Harawe und der erste somalische Film, der bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes in der Reihe „Un Certain Regard“ gezeigt wurde. Der Film erzählt in langen, ruhigen Einstellungen vom Leben seiner drei Hauptprotagonist*innen und ihrem Miteinander. Sie schaffen auch Raum, gewohnte eurozentrische, westliche Lebensrealitäten aus dem Blick zu verlieren und laden dazu ein, sich auf die kulturell, aber auch religiös bedingten Lebenswege und den damit verbundenen alltäglichen Herausforderungen einzulassen. Die bedächtige Erzählweise, die Hoffnung und eine Sehnsucht nach Veränderung ausdrückt, steht im Kontrast zu gewaltsamen Auseinandersetzungen im Land, die immer wieder durchscheinen und vor allem auf der Tonebene wahrnehmbar sind.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film liefert keinen informativen Überblick über das Leben im heutigen, ländlichen Somalia. Die Schüler*innen können analysieren, wie ihre Wahrnehmung des konkreten Ortes und der Menschen durch die Erzählweise beeinflusst wird: Wie werden die drei Hauptfiguren auf visueller Ebene eingeführt, was lösen die langen Einstellungen bei Ihnen als Betrachter*innen aus, wie trägt insbesondere die Tonebene, die stellenweise in den Vordergrund tritt, zur Stimmung des Films bei? Ihre visuellen und auditiven Eindrücke können die Schüler*innen auch in Doodles, in schnellen Skizzen oder Mindmaps, zu Filmstandbildern ergänzen. Auch andere Arten darstellender oder bildender Kunst, wie Poetry Slam, Collagen oder ähnliches, sind gute Möglichkeiten zur kreativen Auseinandersetzung mit dem Film. Auch wenn im Film selbst nur mehr oder weniger beiläufig von der politischen Situation Somalias erzählt wird, kann er doch Ausgangspunkt sein, die Konfliktsituation in Somalia zu recherchieren und sich davon ausgehend mit der Problematik eines Eingreifens der Vereinten Nationen im Land auseinanderzusetzen und eine Meinung zu bilden.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Hannah Marc
,
06.01.2025
,
letzte Aktualisierung:
09.01.2025
Regie
Mo Harawe
Buch
Mo Harawe
Darsteller*innen
Ahmed Ali Farah, Anab Ahmed Ibrahim, Ahmed Mohamud, Saleban u. a.
Länge
133 Min
Sprachfassung
Originalfassung in Somali mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
eksystent filmverleih
Festivals
(Auswahl 2024) IFF Cannes, Reihe Un Certain Regard; New Zealand IFF: Special Mention; Sarajewo Film Festival: Best Actress; Toronto IFF