Filmplakat Total Trust

Total Trust

Deutschland, Niederlande 2023

Menschenrechtsaktivist*innen in einem Überwachungsstaat: TOTAL TRUST dokumentiert die Situation von zwei regimekritischen Familien und einer Journalistin in der Volksrepublik China, wo angeblich 98 Prozent der Bevölkerung seiner Regierung vertraut. Der Film legt dar, wie anhand digitaler Technologien nicht nur jeder und jede überwacht, sondern ein Klima der Angst geschaffen wird, das jegliches unerwünschtes Verhalten im Keim ersticken soll.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Erdkunde, Sozialkunde, Politik, Ethik

Themen

Menschenrechte/-würde, Überwachung, China, Technologie, Protest, Widerstand, Zivilcourage, Verfolgung, Big Data

Kinostart

05.10.2023

Inhalt


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Obwohl die Überwachung der eigenen Bevölkerung gerade in nicht demokratischen Staaten schon lange existiert, hat das Phänomen durch den Einsatz digitaler Technologien in der Volksrepublik China von heute ein neues Ausmaß erreicht. Diese Entwicklung beleuchtet der Dokumentarfilm TOTAL TRUST, indem Filmemacherin Zhang Jialing zwei Familien von chinesischen Menschenrechtsanwälten in ihrem Alltag begleitet. Wang Quanzhang wurde 2015 zeitgleich mit über 300 anderen Anwälten verhaftet und verbrachte viereinhalb Jahre im Gefängnis. Chang Weiping wurde wegen Verdacht auf „Anstiftung zum Umsturz“ 2020 verhaftet. Seitdem kämpft seine Ehefrau Chen Zijuan darum, ihren Ehemann und den Vater ihres kleinen Sohns wiederzusehen. Auch die unabhängige Journalistin Huang Xueqin, die aufgrund eines Artikels über die Hongkonger Protestbewegung von 2019 festgehalten wurde und nach den Dreharbeiten erneut in Haft kam, berichtet von der Verfolgung. Sie alle bekommen tagtäglich die Repression durch den staatlichen Überwachungsapparat zu spüren und setzen sich dennoch mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für Menschenrechte in China ein.

Umsetzung


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TOTAL TRUST zeigt verschiedene technologische und menschliche Kontrollmechanismen auf, die der Massenüberwachung dienen. Angefangen bei allgegenwärtigen Kameras mit KI-gestützter Gesichtserkennungssoftware, bis hin zu sogenannten Sektorbeauftragten, die täglich zuvor auffällig gewordene Personen beobachten. Auch Freiwillige patrouillieren durch ihre Nachbarschaft und melden Ordnungswidrigkeiten wie Falschparken, um ihren „Social Credit Score“ zu verbessern. Das Punktesystem bestraft dagegen Menschen, die beispielsweise bei Regierungsstellen Beschwerde einreichen, bis hin zur Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit. Drohnenaufnahmen moderner chinesischer Großstädte sollen ein Bild des Überwachungsapparats vermitteln. Mehr noch sind es jedoch Alltagsaufnahmen aus dem Leben beider Familien, die die staatliche Repression nachvollziehbar machen. Während Zhang selbst für den Dreh nicht vor Ort war, muss von einem hohen Risiko für alle Beteiligten ausgegangen werden, was auch an den vielen Pseudonymen (gerade bei den Kamera-Credits) im Abspann erkennbar wird.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Zunächst bedarf es einer Einordnung des politischen Systems in China und der dortigen Unterdrückung von Menschenrechten. Anschließend kann ein Vergleich zu Formen der Überwachung wie in der DDR oder zu fiktionalen Szenarien wie George Orwells dystopischem Roman 1984 gezogen werden: Welche Ziele verfolgt ein Staat mit der Überwachung seiner Bevölkerung? An Chen Zijuans Streit mit ihrem Schwiegervater oder dem unangekündigten Besuch einer Nachbarin lässt sich das allgegenwärtige Misstrauen ablesen. Durch die ständige Überwachung entsteht ein Klima der Angst, das zu Selbstzensur und Gehorsam führt, gegen die sich die Protagonist*innen des Films wehren. Wieso führen sie ihren Widerstand trotz des Risikos fort, erneut ins zu Gefängnis kommen? An der Stelle lassen sich andere Beispiele von Zivilcourage anführen. Eine Analyse des Propaganda-Spots zum 100-jährigen Jubiläum der Kommunistischen Partei Chinas offenbart schließlich deren Idealvorstellung: Wie wird China darin inszeniert? Welche Rolle spielt die Bevölkerung? Zudem kann die Rolle von Technologie befragt werden: Welche Vor- und Nachtteile birgt sie? Überwachungskameras kommen auch in Deutschland zum Einsatz. Welche Mechanismen existieren hier zum Schutz der Bürger*innen?

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Dominique Ott-Despoix, 28.09.2023, letzte Aktualisierung: 04.10.2023

Regie

Zhang Jialing

Buch

Zhang Jialing

Darsteller*innen

Mitwirkende: Wang Quanzhang, Chen Zijuan, Li Wenzu, Sophia Xueqin Huang u. a.

Länge

86 Min

Sprachfassung

chinesisch-englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

Piffl Medien

Festivals

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