Inhalt
Trans ist keine Krankheit, sondern ein Weg zur eigenen Identität. Der Film porträtiert sieben Menschen, die sehr ehrliche Einblicke in ihr Seelenleben und die komplexen psychischen, hormonellen und chirurgischen Aspekte ihrer Transition geben. Die Regisseurinnen Imogen Kimmel und Doris Metz lassen den Protagonist*innen viel Raum für das Erzählen ihrer Lebensgeschichten. Diese zeigen, wie sich das Lebensgefühl nach der Entscheidung für ihren jeweiligen Weg der Geschlechtsangleichung positiv verändert hat. Dabei begleiten sie auch die Arbeit von zwei renommierten Trans-Chirurg*innen, wodurch der Film auch Einblick in intime Situationen und chirurgische Eingriffe gibt.
Umsetzung
Dieser authentische und informative Dokumentarfilm ist kein Film über, sondern mit sieben Trans-Menschen, denn hier kommen sie, ohne jeglichen Kommentar, selbst zu Wort. Durch die große Sensibilität der Regisseurinnen gelingt eine sehr gute Balance zwischen dem Aufzeigen der Schwierig-keiten und Selbstzweifel von Menschen, die auf dem Weg zu ihrer individuellen Geschlechtsidentität sind und der befreienden und stärkenden Erfahrung der individuellen Geschlechtsangleichung. Die Vielschichtigkeit der Gefühle wird sehr eindrücklich auch auf die Bildsprache und die Musik übertragen. Diese wurde eigens für den Film komponiert und macht die unterschiedlichen Nuancen der Gefühls-welten von Trans-Menschen spürbar. Zu den wichtigen Informationen über Geschlechtsangleichungen gehören auch Einblicke in chirurgische Eingriffe, weshalb im Film kurz (blutige) medizinische Details vorkommen. Die gängigen Geschlechtszuschreibungen werden in Frage gestellt und das Verbindende aller Menschen hervorgehoben. So tanzen in der Abschlussszene alle Beteiligten gemeinsam zu dem Song „I‘m feeling good.“
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Dokumentarfilm über Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit ihrem angeborenen Geschlecht übereinstimmt, entwickelt die individuellen Lebensgeschichten von der getroffenen Entscheidung aus, offen im gefühlten Geschlecht zu leben. Trotz aller Schwierigkeiten, die auch nach einer Transition nicht völlig verschwunden sind, vermittelt der Film, wie positiv und befreiend sich die Entscheidung ausgewirkt hat. Wie gelingt es den Regisseurinnen, Verständnis und Akzeptanz für die Situation von Trans-Menschen zu schaffen, ohne in einem Off-Kommentar darauf hinzuweisen? Menschen, die ebenfalls nicht in Geschlechternormen passen, können durch den Film ermutigt werden, zu ihrer eigenen Geschlechtsidentität zu stehen. Im Unterricht sollten zunächst sachliche Informationen über Trans-Sein vermittelt werden. Die Aussage von Julius im Film, dass man keine weibliche Identität haben müsse, bloß weil man mit einer Vagina zur Welt kam, kann dazu anregen über Geschlechternormen, Identität und über das Verschwinden der Grenzen zwischen Mann- und Frausein zu diskutieren. Durch die Analyse von Bild- und Tongestaltung kann nachvollzogen werden, wie ein Zugang zu den Gefühlen der Protagonist*innen geschaffen wird, wenn sie sich innerlich anders fühlen als sie nach außen erscheinen.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Sabine Kögel-Popp
,
29.08.2021
,
letzte Aktualisierung:
27.07.2023
Regie
Doris Metz, Imogen Kimmel
Buch
Doris Metz, Imogen Kimmel
Länge
96 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
mindjazz pictures
Festivals
Publikumspreis Filmfest München 2021