Filmplakat Yalda

Yalda

Frankreich, Deutschland, Schweiz, Luxemburg, Iran 2019

Eine junge Frau, die wegen Mordes zum Tode verurteilt ist, bekommt in einer TV-Reality-Show die Möglichkeit, um ihr Leben zu kämpfen. Der Filmemacher Massoud Bakhshi klagt in seinem hoch emotionalen Kammerspiel die iranische Gesellschaft an, die in patriarchalischen Strukturen verankert ist und sich auf eine Rechtsprechung stützt, die diese Strukturen verfestigt. Trotz einer etwas schematischen Anlage der Figuren stellt der Film eine Reihe von Fragen, die universell von Bedeutung sind.

Originaltitel

Yalda - A Night for Forgiveness

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik, Religion, Philosophie, Recht, Deutsch

Themen

Gesellschaft, Frauen, Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Sühne, Todesstrafe, Medien

Kinostart

27.08.2020

Inhalt


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Millionen von Menschen schalten ein, wenn im iranischen Fernsehen die Sendung „Freude der Vergebung“ läuft. Sie verspricht Drama, Emotionen und jede Menge Spannung. Zudem können die Zuschauer*innen per SMS über den Ausgang der Reality-Show mitentscheiden. Für Maryam, die am Abend des Yalda-Festes Gast im Studio ist, geht es dabei um Leben und Tod. Sie wird beschuldigt ihren Ehemann Nasser, wohlhabend und 40 Jahre älter als sie, ermordet zu haben. Sie hat ihn im Streit von sich gestoßen. Ein unglücklicher Sturz. Er hätte gerettet werden können, doch sie rannte fort, anstatt einen Arzt zu rufen. Die junge Frau ist zum Tode verurteilt. Sie hat nur eine Chance: Mona, die erwachsene Tochter des Verstorbenen und einst Maryams Vertraute, muss ihr vor laufender Kamera verzeihen.

Umsetzung


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YALDA ist formal als Kammerspiel, dramaturgisch wie ein Gerichtsdrama angelegt, das sowohl vor und hinter den Kulissen spielt. Maryam betritt als Gefangene das TV-Studio und gerät dort in eine andere Zwangssituation. Auch hier ist sie nicht frei, interessiert sich niemand für ihre Belange. Ihre Rolle ist die der reuigen Sünderin. Die Kamera rückt Maryam, aber auch ihrer Kontrahentin immer wieder nah, erforscht ihre Gesichter, engt damit aber auch den bildlichen Radius ein. Das TV-Studio ist eine abgeschottete, in künstliches Licht getauchte Welt, in der sich ein menschliches Drama zuspitzt. Die Sendung, für die es im Iran reale Vorbilder gibt, wird so zu einem Brennglas, das ein Rechtssystem aufzeigt, das das „Recht auf Vergeltung“ verbürgt. Maryams Schicksal verweist darüber hinaus auch auf die Diskriminierung von Frauen in der iranischen Gesellschaft sowie auf sozio-ökonomisch bedingte Ungleichheiten.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Für das Verständnis empfiehlt es sich, die im Film angesprochenen Konzepte der „Ehe auf Zeit“ und des „Blutgeldes“ zu klären. Neben einer Analyse der im Film enthaltenden Kritik an der iranischen Gesellschaft und Rechtsprechung lohnt sich vor allem auch eine Auseinandersetzung mit den ethisch-moralischen Fragen, die der Film aufwirft. So können die Schülerinnen und Schülern etwa überlegen, was Schuld, Sühne und Vergebung bedeuten und wie sie selbst den in YALDA geschilderten Fall bewerten. Wie würden sie an Monas Stelle handeln? Und was bewegt sie schließlich zu ihrer finalen Entscheidung? Zudem kann der Film Anlass sein, sich medienkritisch mit der Idee der Reality-Show und seinem - offenbar nach Sensationen heischendem – Publikum auseinandersetzen. Sowohl Maryam als auch Mona müssen im Laufe der Sendung mit belastenden Situationen umgehen, weil es die Sendung und die Quote verlangen. In diesem Zusammenhang kann untersucht werden, wie die Welt des Fernsehens im Film dargestellt wird und warum sich dafür die Form des Kammerspiels besonders anbietet.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Downloads

FilmTipp_Yalda.pdf

Autorin: Kirsten Taylor, 24.07.2020, letzte Aktualisierung: 04.08.2020

Regie

Massoud Bakhshi

Buch

Massoud Bakhshi

Darsteller/innen

Sadaf Asgari, Behnaz Jafari, Fereshte Sadre Orafaiy, Forough Ghajabagli, Arman Darvish u. a.

Länge

89 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, Originalfassung in Farsi mit deutschen oder englischen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Little Dream Pictures

Festivals

Sundance Film Festival 2020, World Cinema Grand Jury Prize; Sofia International Film Festival: Besondere Erwähnung bester Spielfilm; Berlinale 2020, Sektion Generation 14+

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