Inhalt
Der Dokumentarfilm begleitet ein Jahr lang den Jungen Santino und seine Familie, die den „Circus Arena“ betreibt. Er bietet einen persönlichen und wertschätzenden Einblick in das Alltagsleben der Zirkusfamilie Frank. Im Mittelpunkt stehen die Organisation des Zirkus, das Fördern von Talenten sowie die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander und zu den Tieren. Besonders hervorgehoben wird die Familiengeschichte. Der Film erzählt von früheren Zeiten im Zirkus bis hin zur Verfolgung der Sinti*zze und Rom*nja sowie der Menschen vom Zirkus während der NS-Zeit. Neben Santino werden auch weitere Familienmitglieder wie sein Uropa Ehe, seine Eltern Angie und Gitano sowie sein kleiner Bruder Giordano porträtiert. Dabei wird der Zirkus als Lernort und Lebenswelt der Familie dargestellt, in der Zusammenhalt und Wissensvermittlung eine wichtige Rolle spielen.
Umsetzung
Der Dokumentarfilm stellt die Familienmitglieder mit ihren Aufgaben und Talenten vor. Dabei betonen Nah- und Halbaufnahmen vor allem die Beziehungen zwischen den verschiedenen Generationen. Die Erzählungen des Uropas Ehe, die teilweise im Off erfolgen, werden durch Animationen und Musik lebendig ergänzt. Der Film richtet sich bewusst an ein junges Publikum und verwendet eine kinderfreundliche Sprache – sowohl durch Santino als teils agierenden Erzähler als auch durch den sensiblen Umgang mit wichtigen Themen wie Diskriminierung und NS-Verfolgung. Besonders auffällig ist die Darstellung des unternehmerischen Alltags im Zirkus ohne Kommentar der Regie. Die Zuschauer*innen gewinnen somit nicht nur Einblicke in die tiefgründige Familiengeschichte, sondern erfahren auch, wie der Zirkus als Organisation funktioniert. In diesen Momenten schaffen gezielt eingesetzte Totalen eine distanzierte Übersicht.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Anknüpfungspunkte lassen sich durch die kindgerechte Erzählweise und unterhaltsamen Animationssequenzen vor allem für ein jüngeres Publikum finden. Schüler*innen können sich mit der Geschichte des Zirkus beschäftigen und darüber hinaus mit der Geschichte des Nationalsozialismus und der Verfolgung bestimmter Menschengruppen zu jener Zeit. Bezüge zur Gegenwart können hergestellt werden: Wie zeigt sich die Diskriminierung von Menschen, die mit dem Zirkus assoziiert werden? Erhalten Kinder wie Santino und Giordano einen fairen Zugang zu Bildung? Die Filmsprache bietet weitere Analyseaspekte: Wie werden die Animationen im Film eingesetzt? Wie wirken alte Fotografien? Schüler*innen können außerdem erste Kamerabegriffe erlernen, etwa im Vergleich der Perspektiven von Totalen und Nahaufnahmen. Vor allem die sogenannten „Über-die-Schulter“ Blicke“ werden oft im Film eingesetzt und erfüllen wichtige Funktionen: Sie schaffen ein Gefühl der Empathie, indem sie die Zuschauer*innen in die Position der Protagonist*innen versetzen.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Ílyas Inevi
,
27.08.2025
,
letzte Aktualisierung:
09.10.2025
Regie
Julia Lemke, Anna Koch
Buch
Julia Lemke, Anna Koch
Darsteller*innen
Mitwirkende Familie Frank: Georg „Ehe“, Santino, Giordano, Tiana, Angie, Gitano u. a., Team von Circus Arena u. a.
Länge
90 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Across Nations Filmverleih
Festivals
Berlinale 2025: Special Mention der der Kinderjury; Lichter Filmfest Frankfurt 2025 u. a.