
Zoros Solo
Der 13-jährige Zoro hat auf der Flucht gelernt, sich durchzusetzen. Nach außen cool, verfolgt der aus Afghanistan geflüchtete Junge zielstrebig sein wichtigstes Ziel: Geld beschaffen, um seinen in Ungarn zurückgebliebenen Vater nach Deutschland nachzuholen. Als er erfährt, dass der kirchliche Knabenchor bei einem Wettbewerb in Ungarn teilnimmt, überwindet Zoro seinen Widerwillen und lernt zu singen. Als seine Mitreise gefährdet ist, zwingt er den schüchternen Julian abzusagen.
Komödie, Jugendfilm
7. bis 9. Klasse
12 bis 14 Jahre
Ethik/Lebenskunde, Religion, Deutsch, Sozialkunde, Musik
Flucht, Traumatisierung, Vertrauen, Fremdenfeindlichkeit, Vorurteile, Freundschaft, Gleichberechtigung, Individuum & Gesellschaft
24.10.2019
Inhalt

Der 13-jährige Zoro hat auf der Flucht von Afghanistan bis in das beschauliche Schwabenland gelernt, dass es besser ist, niemandem zu vertrauen. Nach außen provozierend und selbstbewusst, verfolgt er zielstrebig und ohne schlechtes Gewissen sein wichtigstes Ziel: Geld beschaffen, um seinen Vater, von dem er, seine Schwestern und Mutter bei der Flucht getrennt wurden, nach Deutschland zu holen. In Sorge um den Vater, der verletzt in Ungarn zurückblieb, setzt Zoro alle Hebel in Bewegung. Als er erfährt, dass sich der kirchliche Knabenchor unter Leitung der gestrengen Frau Lehmann auf einen anstehenden Chorwettbewerb in Ungarn vorbereitet, überwindet Zoro seinen Widerwillen und lernt zu singen – sogar christliche Lieder. Zoro singt gut, darf aber nicht mitreisen. Die Chorleiterin traut dem oft wütend überreagierenden Jungen die Herausforderungen der Chorreise nicht zu und Zoros Plan, den Vater mithilfe des Chors nach Deutschland zu schmuggeln, gerät ins Wanken.
Umsetzung

Regisseur Martin Buskers Debütfilm porträtiert einen Jungen im Ausnahmezustand. Während der jugendliche Protagonist durch respektlose, häufig frauenfeindliche Macho-Sprüche provoziert und seine kindlich-emotionale Seite, seine kulturelle Verwirrung und Überforderung mit der Situation der getrennten Familie nach außen hinter übertriebener Männlichkeit versteckt, findet er in der einzelkämpferischen und ehrgeizigen Chorleiterin, die Geflüchteten mit Vorurteilen und Desinteresse begegnet, eine ebenbürtige Gegnerin. Der verbale Schlagabtausch zwischen den beiden ist amüsant und auf beiden Seiten nicht politisch korrekt. Der Film kontrastiert die oberflächlichen Machostrategien des Jungen immer wieder mit Sequenzen, die Zoro in angstvollen Telefonaten mit dem Vater, in seinen verzweifelten Versuchen Geld für die Flucht des Vaters nach Deutschland aufzutreiben und in seiner Überforderung mit der Situation zeigen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit

Auf unverkrampfte Weise verhandelt der Film so ernste Themen wie Verlust der Heimat, Flucht, Traumatisierung, Fremdenfeindlichkeit, aber auch Freundschaft, gegenseitigen Respekt und den Wert von Familie. Zoros Machoseite ist nicht gerade sympathisch, sondern verletzend, frauenfeindlich und respektlos anderen gegenüber – er bedient sich weit verbreiteter jugendlicher Sprachhülsen wie „Opfer“, „Bitch“ oder „Wallah“. Seine Rücksichtslosigkeit gegen sich selbst und andere, sein Mangel an Vertrauen, aber auch sein verzweifelter Mut dem Vater bei der Flucht zu helfen, bieten vielfältige Möglichkeiten, die Probleme geflüchteter Jugendlicher und ihrer Konflikte mit hier geborenen Jugendlichen zu thematisieren. Gleichzeitig spiegelt der Film humorvoll weit verbreitete Vorbehalte gegenüber Geflüchteten und Muslimen.
Veranstaltungen

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Weiterführende Links
Webseite des FilmsDer Film bei filmportal.de
Begründung der fbw-Jugend-Filmjury
Martin Busker
Martin Busker, Fabian Hebestreit
Mert Dincer , Andrea Sawatzki, Laurids Schürmann, Hadi Khanjanpour, Robert Kuchenbuch, Michael Benthin, Christine Prayon u. a.
90 Min
deutsche Originalfassung
digital, Farbe
ab 12 Jahre
NFP marketing & distribution
Weiterführende Links
Webseite des FilmsDer Film bei filmportal.de
Begründung der fbw-Jugend-Filmjury