Inhalt
An der Juri Gagarin Grundschule hat eine Gruppe von Eltern die Klassenlehrerin ihrer Kinder um ein Gespräch gebeten. Anlass sind neben dem schlechten Klassenklima vor allem die unzureichenden Noten der Kinder. Denn die Eltern sehen die Gymnasialempfehlungen ihrer Liebsten gefährdet und sind sich einig: Die Gefahr eines schlechten Übergangszeugnisses muss mit allen Mitteln aus dem Weg geräumt werden. Frau Müller muss weg! Doch die liebenswerte Lehrerin lässt sich nicht so einfach aus ihrem Amt befördern. Und schon gar nicht von Eltern, die sich mehr für die Noten ihrer Kinder als für die Kinder selbst zu interessieren scheinen. Als die Argumentation der fünf Erwachsenen immer mehr zu einer Drohung wird und auch die letzte Note Sachlichkeit verliert, erzählt Frau Müller, wie es wirklich um die Grundschüler steht. Und plötzlich muss nicht mehr Frau Müller ihr pädagogisches Konzept verteidigen, sondern die Elternschaft Antworten für ihr eigenes Erziehungsverhalten liefern.
Umsetzung
„Frau Müller muss weg“ war unter der Regie von Sönke Wortmann bereits auf der Bühne des GRIPS Theaters in Berlin zu sehen. Jetzt hat der Regisseur das erfolgreiche Theaterstück auf die Kinoleinwand gebracht und präsentiert mit charmant-koketten Figuren und schnellen Wortgefechten einen pointensicheren Film, der mit überzeugenden Schauspielerinnen und Schauspielern und einem gelungenen Zusammenspiel zwischen Figuren und Raum überzeugt. Liebevoll eingerichtete Klassenzimmer, saubere Tafelbilder aus bunter Kreide und kreativ gestaltete Wandgemälde prallen auf innere Konflikte aus gesellschaftlichen Zwängen, erzieherischen Versäumnissen und schiefen Beziehungen. Je länger die Eltern im Raum Schule ausharren, desto stärker wird jeder Einzelne von ihnen auf sich selbst zurückgeworfen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Sönke Wortmanns Film zeigt besorgte Eltern, die für das Wohl ihrer Kinder nicht vor diversen Grenzüberschreitungen zurückschrecken und hinterfragt dabei die Rolle der Erziehungsbeauftragten ebenso wie allgemeine Auswüchse unserer Leistungsgesellschaft. Für Schülerinnen und Schüler können mit der Komödie auf humorvolle Art und Weise grundlegende Fragen der Erziehung aufgeworfen werden. Erziehungsverhältnisse sind dabei ebenso von Interesse wie die Rolle der Bildungseinrichtungen oder die sich stetig verändernden Lehr- und Lerngegebenheiten. Am Beispiel der vorgestellten Beziehungen zwischen Eltern, Lehrenden und Lernenden können darüber hinaus Aspekte zwischenmenschlicher Beziehungen thematisiert sowie Formen und Grenzen von Objektivität und Subjektivität behandelt werden. Auch eine Bezugnahme zum Theaterstück von Lutz Hübner und den zahlreichen Inszenierungen an deutschen Bühnen lässt sich bestens in die Filmarbeit integrieren.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Lisa Haußmann
,
28.11.2014
,
letzte Aktualisierung:
05.10.2016
Regie
Sönke Wortmann
Buch
Sönke Wortmann, Lutz Hübner, Sarah Nemitz und Oliver Ziegenbalg nach dem gleichnamigen Theaterstück von Lutz Hübner
Darsteller*innen
Gabriela Maria Schmeide, Anke Engelke, Justus von Dohnányi, Mina Tander, Ken Duken, Alwara Höfels
Länge
87 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
Constantin Film