Inhalt
Franky ist an der Highschool populär. Sein bester Freund ist Ballas, der Kapitän des Schwimmteams, der bereits über einige sexuelle Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht verfügt. Nachdem beide sich in alkoholisiertem Zustand sexuell näher kommen, geht Ballas auf Distanz. Er behauptet, dass sich Franky an ihm vergangen hat, um mögliche Zweifel an seiner eigenen Heterosexualität zu zerstreuen. Nur zwei Außenseiterinnen stehen Franky jetzt noch zur Seite: Mitschülerin Mouse, die womöglich trans ist, und Ballas Schwester Natasha, die nach einem Übergriff als ‚Schlampe‘ abgestempelt wird. Franky knüpft an die Kindheitsfreundschaft mit ihr an. Ausgelöst durch den Vorfall mit Ballas setzt er sich zudem mit seinem Vater auseinander, der die Mutter für einen Mann verlassen hat. Doch während für diesen das Label ‚schwul‘ Sinn zu ergeben scheint, verweigert sich Franky solch einer Kategorisierung.
Umsetzung
Die Haupthandlung um Frankys neuen Außenseiterstatus, sein Begehren und seine Identität wird in Nebensträngen um Figuren gespiegelt, die sich dagegen sträuben, vorschnell eingeteilt zu werden. Immer wiederkehrende Settings, wie die Schwimmhalle, der Schulkorridor, die Garageneinfahrt oder das Jugendzimmer, erinnern an bekannte Coming-of-Age-, Highschool- und Vorstadtdramen. „Giant Little Ones“ erfindet solche Genres nicht neu, liefert aber in der Kombination mit sanftem Indiepop stimmungsvolle Bilder, etwa wenn Franky und Ballas nachts durch die Siedlung radeln und eine Leuchtpistole in den Himmel schießen. Die sexuelle Annäherung der beiden Jungen ist nur auf der Tonebene zu erahnen. Das Bild bleibt hier schwarz, so dass die Zuschauer*innen anfangs ähnlich wenig wissen wie die tratschenden Jugendlichen an der Highschool.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film entwickelt sich nicht zu einer geradlinigen Coming-out-Geschichte, wie es der Wendepunkt (der nächtliche Sex unter Alkoholeinfluss) vermuten ließe und ist gerade deshalb eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit flexibler gewordenen Geschlechterrollen, mit denen heute viele Jugendliche groß werden. So kann „Giant Little Ones“ dazu dienen, Fragen der geschlechtlichen und sexuellen Identität und allgemeiner Kategorisierungen und deren Potential, einzugrenzen, zu diskutieren. Auch Homo- und Transphobie bzw. generell Diskriminierungen sowie unterschiedliche Konzepte von Männlichkeit können anhand des Beispiels besprochen werden. Es lässt sich mit anderen Coming-of-Age- und Coming-out-Dramen vergleichen, wie z .B. dem deutlich komödiantischeren „Love, Simon“ oder ‚Klassikern‘ wie „Beautiful Thing“, in denen sich noch klarer die Vorstellung von einer festen schwulen Identität zeigt.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Dr. Florian Krauß
,
01.11.2019
,
letzte Aktualisierung:
09.11.2022
Regie
Keith Behrman
Buch
Keith Behrman
Darsteller*innen
Josh Wiggins, Darren Mann, Taylor Hickson, Niamh Wilson, Kyle MacLachlan, Maria Bello, Olivia Scriven u. a.
Länge
93 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Edition Salzgeber
Festivals
(Auswahl) LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans: Gewinner Golden Slipper als bester Langfilm für Jugendliche; Zlín Int. Filmfestival for Children and Youth 2019: Dragon Award und Publikumspreis, Göteborg Festival 2019