Inhalt
Gerade erst hat Alfred Hitchcock mit Der unsichtbare Dritte einen Kinohit gelandet und schwimmt auf der Welle des Erfolgs. Nun könnte sich der 60-jährige mit seiner Frau Alma zur Ruhe setzen und das Leben auf seinem idyllischen Anwesen genießen. Doch das ist nichts für den Querdenker Hitch. Fieberhaft sucht er nach einer neuen Herausforderung und stößt so auf Psycho, ein Buch über einen Serienmörder mit fataler Beziehung zur eigenen Mutter. Er ist sofort begeistert - ganz im Gegensatz zu allen anderen. Die Studiobosse sehen kein Potential in dem Stoff. Um das Projekt dennoch finanzieren zu können, geht Hitchcock einen ungewöhnlichen Weg. Er nimmt eine Hypothek auf sein Haus auf und finanziert den Film unabhängig. Mit meisterlichen Geschick, eigenwilligen Ideen und nicht zuletzt durch den Einsatz von Alma gelingt dem Regisseur die Realisierung und selbstständige Vermarktung des am Ende erfolgreichsten Films seiner Karriere.
Umsetzung
Als Film über einen Film widmet sich Hitchcock einer begrenzten, jedoch zentralen Episode im Leben des berühmt-berüchtigten Regisseurs: Der Entstehungsphase seines bekannten Films Psycho. Dabei wird ein vielschichtiges Portrait Alfred Hitchcocks gezeichnet. Eine detailgenaue, aufwendige Ausstattung und Inszenierung machen das Hollywood der späten 50iger Jahre als seine Lebenswelt sehr anschaulich. Diese Anlehnung an die äußere Realität wird jedoch immer wieder durch seine Phantasievorstellungen durchbrochen, so dass auf mehreren Ebenen erzählt wird: Gervasi zeigt Hitchcocks Ideen zu Filmszenen, die teilweise tatsächlich in Psycho wiederzufinden sind. Zudem spiegeln die Phantasiebilder Hitchcocks eigene Psyche sowie seine Beziehung zu Alma. Vor allem für ihre Willensstärke, Vitalität und letztlich Emanzipation findet der Film eindrückliche Bilder.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Hitchcock durchlebte zum Zeitpunkt der Entstehung von Psycho offenbar eine künstlerische und persönliche Krise, wodurch hier nicht nur ein Eindruck von ihm als Regie-Genie, sondern auch von dem Menschen dahinter entsteht. Somit kann der Film einer Einführung in das Oeuvre des Meisters des Suspence dienen, einer Untersuchung der Spannungserzeugung und Hitchcocks Handschrift, zu dessen Verständnis Kenntnisse über seine Person nützlich sind. Besonders Kunst- oder Deutschunterricht eignet sich außerdem dazu, auf filmästhetische Aspekte dieses Films einzugehen. Ein wichtiger Subtext sind zudem psychoanalytische Deutungsmuster als eine Annäherungsform an Hitchcocks Filme. Gervasis Film weist darauf hin, indem er zeigt, wie die Träume des Regisseurs, seine Phantasie, seine Selbstbeobachtung sowie sein Voyeurismus in seine Arbeit einfließen. Als ein weiteres Thema für die pädagogische Arbeit bietet sich das Thema der Entstehung eines Films an, insbesondere im Rahmen des Studiosystems im klassischen Hollywood. Dessen Arbeitsabläufe und (Abhängigkeits-) Verhältnisse können ebenso zum Unterrichtsgegenstand werden wie die Betrachtung der Berufsbilder eines Regisseurs, Drehbuchautors, Schauspielers oder Produzenten im damaligen System und gegenwärtig.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Lisa Gadatsch
,
letzte Aktualisierung:
03.07.2024
Regie
Dacha Gervasi
Buch
John J. McLaughlin (basierend auf "Alfred Hitchcock and the Making of Psycho" von Stephen Rebello)
Darsteller*innen
Anthony Hopkins, Helen Mirren, Scarlett Johansson, Toni Collette, Danny Huston u.a.
Länge
98 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
35mm, digital
FSK
Ab 12 Jahre
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
20th Century Fox of Germany
Festivals
Eröffnungsfilm des AFI Filmfestivals 2012