Inhalt
Nina ist 12 Jahre alt und lebt mit ihrem Vater und ihrem kleinen Bruder in Ungarn. Ihre Mutter ist vor acht Jahren verstorben. Nina träumt davon, Geschichten zu schreiben. Dabei erhält sie von ihrer Nachbarin, die Schriftstellerin ist, liebevolle Unterstützung. Sie wird Ninas Mentorin und die beiden freunden sich an. Durch das Schreiben kommt Nina ihrer inneren Welt und ihren Gefühlen näher und lernt, sich in Geschichten auszudrücken. So findet sie ihre eigene innere Stimme. Beim Schreiben verarbeitet Nina die täglichen Herausforderungen und ständigen Veränderungen beim Erwachsenwerden: die erste Liebe, Freundschaften, Spannungen in der Familie. Als ihr Vater eine neue Freundin hat und die Beziehung ernster wird, kommt es zu einem Konflikt. Nina wird klar, wie sehr sie ihre Mutter vermisst und wie wenig sie von ihr weiß – und möchte herausfinden, wer und wie ihre Mutter war. Realität begegnet Fantasie, Erinnerungen und Wünsche verbinden sich zu Geschichten. Das Schreiben wird Ninas Weg, ihren Verlust und ihre Trauer kreativ zu bewältigen.
Umsetzung
Aus der Perspektive der 12jährigen Nina erzählt, lernen wir sie durch ihre Erlebnisse und Beziehungen im Alltag kennen. Es gelingt Regisseurin Nóra Lakos sehr gut, die reiche und bunte Innenwelt Ninas sichtbar zu machen und Themen mit psychologischer Präzision und Sensibilität darzustellen. In einigen Einstellungen spricht Nina direkt in die Kamera, was große Nähe vermittelt. Hervorzuheben sind die lebendigen und vielfältigen Animationen, die oft völlig überraschend durch das Bild gleiten oder aufpoppen. Sie geben dem Film eine leichte und zugängliche Note. Diese vielschichtige und anregende Bildsprache fügt dem Film eine weitere Ebene hinzu. Erinnerungen, Träume, Realität verbinden sich auf spielerische und rhythmische Weise. Es ist faszinierend zu sehen, wie Nina ihre Konflikte bewältigt, sich selbst konfrontiert und über die Dauer des Films daran wächst. Villő Demeter, die Nina spielt, ist in ihrer Rolle sehr überzeugend.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film gibt viele praktische und leicht umsetzbare Hinweise, wie Schüler*innen selbst ins kreative Schreiben kommen können, z. B. beim Journaling/Tagebuchschreiben, um autobiografische Erlebnisse festzuhalten, Gefühle auszudrücken und Geschichten zu erfinden. Ninas Mentorin gibt zudem wertvolle Tipps zum Schreibhandwerk, u. a. wie man das eigene Thema findet und lebendig erzählt („show, don’t tell“). Der Film zeigt kreative Wege, um mit Krisen beim Erwachsenwerden, Verlust und Trauer umzugehen. Auch der Vergleich von Buch und Film ist möglich. Wie wurde die literarische Vorlage in (Film-)Bilder umgesetzt? Eine weitere Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit der filmischen Gestaltung geben die ansprechenden Animationen, die Ninas Innenwelt visualisieren – die Schüler*innen könnten z. B. herausarbeiten, welche Funktion die Animationen erfüllen oder welche Wirkung sie auf die Zuschauer*innen haben.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Jasmine Ghandtchi
,
24.03.2026
,
letzte Aktualisierung:
14.04.2026
Regie
Nóra Lakos
Buch
Nóra Lakos -basierend auf dem Buch „Wie ganz zufällig aus meinem Leben ein Buch wurde“ von Annet Huizing
Darsteller*innen
Villő Demeter, László Mátray, Kati Zsurzs u. a.
Länge
92 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, ungarische Originalfassung mit Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Landfilm
Festivals
(Auswahl 2025) Internationales Filmfestival SCHLiNGEL: Sonderpreis des MDR 2025; LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans: ECFA Award 2025; TIFF Junior Tromsø: Aurora Junior für den besten Langfilm 2025