Filmplakat zu "I killed my mother"

I Killed My Mother

Kanada 2009

Xavier Dolan erzahlt mit großer Selbstverständlichkeit in I Killed My Mother von einem komplizierten Mutter-Sohn-Verhältnis und liefert damit ein stimmiges Porträt eines Heranwachsenden.

Originaltitel

J'ai tué ma mère

Genre

Drama , Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Französisch, Deutsch, Ethik, Kunst

Themen

Erwachsenwerden, Generationen, Freundschaft, Identität, Homosexualität, Liebe, Rebellion

Kinostart

03.02.2011

Der 17-jährige Hubert liefert sich einen Kleinkrieg mit seiner Mutter Chantale. Schon die Art, wie sie isst und sich kleidet, stößt ihn ab. Ihre Launen und Manipulationsversuche lassen ihn die Wände hochgehen. Wie kann es sein, fragt sich Hubert, dass er seine Mutter, die er trotz allem auch liebt, so sehr verachtet? Die allein erziehende Mittvierzigerin mit ihrem Hang zum Kitsch und der jugendliche Freigeist scheinen nichts mehr gemeinsam zu haben. Zuflucht und Verständnis findet Hubert nur bei seiner ersten, großen Liebe Antonin und einer jungen Lehrerin, die sein Interesse für Kunst und Literatur teilen. Als Chantale merkt, dass ihr Hubert immer mehr entgleitet und sie der Situation nicht mehr gewachsen ist, schaltet sie seinen Vater ein. Gemeinsam schicken sie den rebellierenden Sohn ins Internat.
Der 1989 geboren Xavier Dolan - Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller zugleich - ist mit seinem semi-biografischen Debütfilm ein authentisches, ungestümes und in sich stimmiges Porträt eines Heranwachsenden gelungen. Hubert will sich entfalten, der Enge seines Zuhauses entkommen, wobei ihn die Hassliebe, die er für seine Mutter empfindet, zunehmend verwirrt. Trotz der Zentrierung auf die jugendliche Hauptfigur räumt der Film aber auch Chantale und ihren Gefühlen viel Raum ein. Um Huberts Befindlichkeiten und seine Beziehungen zu charakterisieren, hat Dolan eine ganz eigene Bildsprache entwickelt. So rückt er in einigen Dialogszenen die Protagonisten an den Bildrand, um sie dann wieder zusammenzuführen. In schwarz-weißen Videotagebuch-Sequenzen läßt er Hubert eine intime Selbstschau vornehmen und Rückblenden, die wie alte Super-8-Filme wirken, zeigen Erlebnisse aus glücklichen Kindertagen. Interessant sind zudem Bezüge, die in I Killed My Mother wiederholt zur Malerei (z.B. Pollack, Klimt), zur Poesie (Arthur Rimbaud) oder zum Film (James Dean, François Truffaut) hergestellt werden.
Hubert befindet sich im Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen, wobei er offenbar genau weiß, wer er ist und was er will. Nur seine komplizierte Beziehung zur Mutter scheint ihn auf seinem Weg zu behindern. Der Film kann insofern zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit dieser Lebensphase anregen, wobei das (egozentrische) Verhalten Huberts hinterfragt oder in Rollenspielen die Beziehung von Mutter und Sohn analysiert werden können. Wegen seiner bemerkenswerten Machart lassen sich anhand von I Killed My Mother zudem hervorragend filmanalytische Kompetenzen schulen. So können im Unterricht etwa filmsprachliche Aspekte wie Farbgebung, Kameraeinstellungen/-perspektiven und Musik sowie dramaturgisch die verschiedenen Erzählebenen in Hinblick auf Einsatz und Wirkung untersucht werden. Dabei lohnt sich auch ein Vergleich mit Filmen der Nouvelle Vague.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Kirsten Taylor , 29.12.2010 , letzte Aktualisierung: 29.09.2016

Regie

Xavier Dolan

Buch

Xavier Dolan

Darsteller*innen

Anne Dorval, Xavier Dolan, Suzanne Clement, François Arnaud, Patricia Tulasne u.a.

Länge

100 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

35mm, Farbe

FSK

ab 16 Jahre

Verleih

Kool Filmdistribution

Festivals

Internationales Filmfestival Cannes 2009: Prix Regards Jeunes Quinzaine, Lumiere 2010: Bester francophoner Film u.a.

Impressum
Sitemap
Datenschutz