Inhalt
Greg leidet chronisch unter falscher Selbstwahrnehmung. Was durchaus normal sein kann, wenn man 17 Jahre alt ist. Sein Ziel ist es, das letzte Jahr der Highschool zu überleben. Und sein Rezept dazu heißt: Nicht auffallen, mit jedem gut klar kommen und niemanden an sich ran lassen. Selbst sein Kumpel Earl, mit dem er seit Kindheitstagen Remakes von Filmklassikern à la „A Sockwork Orange“ oder „Pooping Tom“ dreht, ist für ihn nicht mehr als „ein Arbeitskollege“. Wenn man keine Freunde hat, kann man auch nicht von ihnen enttäuscht werden. So einfach ist das. Aber dann sorgt seine Mutter dafür, dass er sich um die krebskranke Rachel kümmert und alles ändert sich: Greg und das Mädchen freunden sich an. Sie lachen, schweigen, reden und streiten miteinander. Aber natürlich ist das „keine rührend romantische Geschichte“, wie Greg versichert. Oder vielleicht doch?
Umsetzung
„Ich und Earl und das Mädchen“ (der englische Filmtitel verweist richtigerweise auf „das sterbende Mädchen“) taucht ein in die Welt eines Teenagers. Wir sehen nicht nur mit Gregs Augen, sondern er erzählt aus dem Off auch seine Geschichte und er tut dies mit Understatement und Ironie, denn schließlich muss er zu allem auf Abstand gehen. Greg und Earl sind Kinofans und diese Leidenschaft greift der Film immer wieder auf, etwa durch den Mix aus Realfilm- und Animationssequenzen oder einmontierten Filmszenen aus dem Repertoire der Jungen. Der visuelle Einfallsreichtum von Regisseur Alfonso Gomez-Rejon und der stimmige Soundtrack von Brian Eno vermitteln authentisch Gregs Erleben und Gedanken. Der Film wagt sich an existenzielle Fragen und Gefühle heran, ohne auf die Tränendrüse zu drücken, und allein das hebt ihn von üblichen Highschool-Filmen und Krebsdramen ab.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Schule ist mitunter ein soziales Minenfeld. All die Cliquen mit ihren Regeln und man selbst muss herausfinden, wer man ist und wem man sich zugehörig fühlt. Greg zumindest ist überzeugt, dass er „unheimlich peinlich“ ist. In dieser Hinsicht regt der Film dazu an, um über Selbstdarstellung, Außenwirkung und Identität zu reden. Wie wichtig ist es, zu sich selbst zu stehen? Welche Rolle spielen beim Selbstbild die Anderen? Hier bietet sich weiterführend ein Gespräch zum Thema Freundschaft an. Konkret am Filmbeispiel kann analysiert werden, warum es Greg schwer fällt, sich auf Leute einzulassen, zumal er sich als guter Freund erweist und in Earl und Rachel Vertraute findet. Schließlich geht es auch um die Auseinandersetzung mit Krankheit und Tod, wobei Rachels Entscheidung, die Therapie abzubrechen, hinterfragt werden sollte. Filmisch bietet sich eine Beschäftigung mit Machart und Intention der Animationssequenzen an sowie mit den zitierten Filmklassikern.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Kirsten Taylor
,
05.05.2020
,
letzte Aktualisierung:
05.05.2020
Regie
Alfonso Gomez-Rejon
Buch
Jesse Andrews nach seinem gleichnamigen Roman
Darsteller*innen
Thomas Mann, RJ Cooler, Olivia Cooke, Connie Britton, Nick Offerman, Molly Shannon, Jon Bernthal u.a.
Länge
104 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
Twentieth Fox of Germany
Festivals
Sundance Film Festival 2015: Großer Preis der Jury, Publikumspreis