Inhalt
Eigentlich kann Chris McCandless mit seinem Leben zufrieden sein: Er schließt sein Studium mit Bestnoten ab und hat genügend Geld für den Start ins Arbeitsleben, doch ihn treiben ganz andere Ideale um. Seine Moralvorstellungen genügen nur den allerhöchsten Standards - und gemäß diesen will er fortan auch aktiv leben. Ursache für diese ungewöhnliche, radikale Lebenseinstellung sind seine Eltern, die in seiner Kindheit pausenlos Auseinandersetzungen hatten und dies, obwohl das Paar wohlsituiert ist. Einzig seine Schwester Carine findet noch halbwegs Zugang zu Chris' Seelenleben. Nach dem Studium 1990 verschenkt er seine gesamten Ersparnisse an die Wohlfahrt und bricht zu seinem 'ultimativen Trip' auf: Sein Weg führt ihn über Kalifornien, den Grand Canyon, Mexiko und Washington State nach Alaska, wo er in der unwirtlichen Ödnis nur von der Natur ernährt überleben und zu sich selbst finden will. Unterwegs macht er Bekanntschaft mit einem alternden Hippie-Paar, einem FBI-gesuchten Farmvorarbeiter, einer frühreifen Aussteiger-Nymphe und einem vereinsamten Witwer. All diese Menschen prägen Chris während der Reise. Doch von seinem Ziel lässt er sich nicht abbringen.
Umsetzung
"Into The Wild" ist ein mitreißendes Abenteuer-Roadmovie, das von Regisseur Sean Penn dramaturgisch und visuell geschickt inszeniert wurde und durch bewegende Folksongs von Eddie Vedder wohlklingend abgerundet wird. Der Film weist eine beachtliche Länge von über 140 Minuten auf, die nie langweilen, jedoch viel Konzentration erfordern. McCandless' Geschichte wurde sowohl vom Buchautor Krakauer wie auch vom Regisseur Penn anhand von Tagebucheinträgen, unterwegs verschickten Postkarten, kryptischen Notizen und langen Gesprächen mit Familienangehörigen und Gefährten rekonstruiert - die Lücken wurden nach eigener Interpretation aufgefüllt. Für den Zuschauer bleibt jedoch genügend Deutungsspielraum. Diese Stärke ist jedoch auch die einzige Schwäche des Films, da Penn die teilweise pathologisch anmutende Ambivalenz des Protagonisten dadurch zu heroisch scheinen lässt. Das Schauspielerensemble, allen voran Hauptdarsteller Emile Hirsch, wird von Penn ausgezeichnet geführt und zeigt durchgehend hervorragende schauspielerische Leistungen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der ungestüme Enthusiasmus und das bittere Ende des jungen, desillusionierten Außenseiters Christopher McCandless bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für Jugendliche in der Selbstfindungsphase. Eine Diskussion über die Frage, inwieweit man sich der bestehenden Gesellschaft anpassen kann oder muss, bietet sich dabei ebenso an wie eine Untersuchung der Frage, inwieweit McCandless ein mutiger Idealist oder ein gestörter Seelenkrüppel war, dessen unnötiger Tod jedoch sicher alle Zuschauer berührt. Junge Menschen werden dabei angeregt über eigene Lebensperspektiven und wünsche, über Eigen- und Fremdwahrnehmung wie auch über ihre Rolle als gesellschaftliches Individuum nachdenken, das sich im Laufe eines lebenslangen Reifungsprozesses mit dem Eingehen (oder Nichteingehen) von Kompromissen auseinandersetzen muss einem Prozess, dem sich der Protagonist von "Into The Wild" mit allen Konsequenzen verweigert hat.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Dr. Martin Ganguly
,
26.12.2007
,
letzte Aktualisierung:
28.04.2020
Regie
Sean Penn
Buch
Sean Penn nach dem Buch von Jon Krakauer
Darsteller*innen
Emile Hirsch, Marcia Gay Harden, William Hurt, Jena Malone, Brian Dierker, Catherine Keeler, Vince Vaughn, Kristen Stewart, Hal Holbrook u. a.
Länge
148 Min
Sprachfassung
deutsche Synchronfassung
Format
35mm
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Tobis Film