Inhalt
Als die 18-jährige Jane Eyre in einer verregneten Nacht erschöpft an die Tür eines Pfarrhauses klopft, hat sie einen langen Leidensweg hinter sich. Als Waisenkind wurde sie in ein Internat abgeschoben, wo ihr Hunger und Demütigungen das Leben zur Hölle machten. Leichter schien es erst zu werden, als sie eine Stelle als Gouvernante antrat. Doch die Begegnung mit dem Hausherren Mr. Rochester bedeuteten ganz neue Gefahren. Trotz des Standesunterschieds umwarb er sie und machte ihr sogar einen Heiratsantrag. Jane verliebte sich in ihn, doch sie blieb misstrauisch. Eine Aura des Unheimlichen umgab ihn und zunehmend hatte Jane das Gefühl, dass es in seinem Haus spukt. Als sie seinem Antrag dennoch zustimmte, trat ein dunkles Geheimnis zutage, das für Jane alles änderte.
Umsetzung
In eindringlichen Bildern und einer dichten Inszenierung erzählt der Film von Janes Lebenswelt in der englischen Provinz im Viktorianischen Zeitalter, von ihrer Einsamkeit und von den Schrecken, die sie in einem feindseligen und undurchsichtigen Umfeld erlebt. Eine ständige, untergründige Spannung und eine düstere, mysteriöse Atmosphäre durchziehen das period picture und rücken es in die Nähe des Horrorgenres, was die Verfilmung von vorangegangen Verfilmungen des Literaturklassikers unterscheidet. Die Rückblendenstruktur, die Janes Tiefpunkt an den Anfang der Erzählung stellt, erhöht die Spannung zusätzlich. Gleichzeitig bleibt es die große, zutiefst romantische Liebesgeschichte und die Emanzipationsgeschichte, für die der Roman bekannt ist.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Obwohl die Geschichte von Jane in einer längst vergangenen Zeit spielt, hat sie in der Gegenwart nicht an Gültigkeit eingebüsst; die Konflikte, die Jane bewältigen muss, können für die jugendlichen Zuschauer von aktueller Relevanz sein und sie ihre eigene Lebenssituation reflektieren lassen. Im Kern geht es um den Mut, gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen und ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu führen, auch wenn es gegen die Konventionen ist. Jane akzeptiert weder die Standesgrenzen, noch die Beschränkungen, die ihr aufgrund ihres weiblichen Geschlechts auferlegt werden und sie verlässt sich ganz auf ihre eigene Sicht der Dinge. Im Englischunterricht kann der Film außerdem die Lektüre des Romans von Charlotte Brontë ergänzen und dazu dienen, ein lebendiges Bild dieser Welt und dieser Epoche zu vermitteln.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Lisa Gadatsch
,
15.07.2011
,
letzte Aktualisierung:
05.10.2016
Regie
Cary Joji Fukunaga
Buch
Moira Buffini nach dem Roman von Charlotte Brontë
Darsteller*innen
Mia Wasikowska, Michael Fassbender, Judi Dench, Sally Hawkins, Jamie Bell u.a.
Länge
120 Min
Sprachfassung
Original mit dt. Untertiteln
Format
35mm, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Tobis Film
Festivals
Sydney Film Festival 2010, Neuchâtel International Fantastic Film Festival, Karlovy Vary International Film Festival 2011