Inhalt
Als ein Brand im Regenwald wütet, verliert das Orang-Utan-Mädchen Jazzy ihr „Daheim“ und landet ohne ihre Eltern in einer Schutzstation für Tiere. In der Obhut der Pflegerin Kirani lernt sie Gebärdensprache, die ein Gerät in menschliche Laute übersetzt. Mit dieser Fähigkeit will Jazzy über das Schicksal ihrer Heimat aufklären und dreht Videos, die sogar in den Nachrichten laufen. Nachdem sie herausfindet, dass ihre Eltern in einem Reservat leben, bricht Jazzy gemeinsam mit dem wilden Affenjungen Chance und der bald dazustoßenden Nashorndame Honka dorthin auf. Unterwegs dokumentieren die Tiere mit Hilfe eines Tablets mit Internetzugang die Machenschaften eines Palmöl-Konzerns, der den Regenwald rodet und die Tiere in ein angeblich paradiesisches, in Wahrheit aber künstliches und von einem zwielichtigen Krokodil kontrolliertes Refugium umsiedelt.
Umsetzung
VOICE OF THE FOREST – der Originaltitel passt gut zum Anliegen des Animationsabenteuers, das die Schönheit der Natur vor Augen führt und deren Bedrohung emotional begreifbar macht. Mit Schmetterlingen, malerischen Wasserfällen oder Totalen über Baumkronen beschwört Regisseur Tim Harper die Faszination für den Regenwald; dem gegenüber stehen bedrohliche Planierraupen, Brandrodung und ein profitgieriger Konzern. Trotz teils großer Spannung und der kritischen Ausrichtung des Films bleibt die Stimmung insgesamt zuversichtlich, was auch an der beschwingten Musikuntermalung liegt. Die Animationen der Figuren und Hintergründe sind wenig detailreich, aber der jungen Zielgruppe angemessen. Kindgerecht sind auch die Voice-Over-Kommentare, die in neue Sinnabschnitte überleiten, sowie Jazzys Sprachfähigkeit.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Inhaltlich regt die Geschichte ein Gespräch über die Zerstörung natürlicher Lebensräume an. „Hört ihr das? Gar nichts, kein Leben,“ kommentiert Jazzy eine gerodete Waldfläche. Ihr Schicksal bewegt sie dazu, sich für den Regenwald einzusetzen. Interessant sind auch die unterschiedlichen Einstellungen der Tiere gegenüber Menschen: Während Jazzy durch ihre Ersatzfamilie in der Schutzstation auch gute Erfahrungen mit der Spezies gemacht hat, sieht Chance alle Menschen als „Killer“. Wie stufen die Schüler*innen die Rolle der Menschen ein? Darüber hinaus bietet der Film Material für kleine Filmanalysen. Besprechenswert ist die Sequenz, in der der immer gleiche Tagesablauf im Reservat in immer schnellerer Abfolge der einzelnen Szenen dargestellt wird. Die Kinder können überlegen, ob immer alles gleich ist oder ob es kleine Veränderungen gab und darüber sprechen, wie diese Sequenz auf sie gewirkt hat. Eine weitere Frage ist, warum sich die Filmemacher*innen entschieden haben, dass Jazzy mit den Menschen ganz anders spricht als mit den Tieren. Zu wem gehört welche Sprache? In welchen Sprachraum gehört Mr. Palme und warum?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Christian Horn
,
26.03.2026
,
letzte Aktualisierung:
13.04.2026
Regie
Tim Harper
Buch
Alan Duncan Ross, Ricky Roxburgh
Darsteller*innen
Sprecher*innen Lina Larissa Strahl, Maximilian Belle, Corinna Dorenkamp, Pat Zwingmann, Dirk Hardegen u. a.
Länge
87 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Camino Filmverleih