Inhalt
Berlin in den 1930er-Jahren: Die Sommerferien beginnen für den zehnjährigen Karl unbeschwert mit Fußballspielen und Wasserschlachten. Bei seiner Rückkehr erreicht ihn die Warnung von Nachbarn, dass die Gestapo zu Hause auf ihn wartet. Die Mutter, die im kommunistischen Widerstand aktiv ist, konnte in letzter Sekunde entkommen – nun lauern sie auf den Sohn, um ihn als Lockvogel einzusetzen. Karlchen entkommt mit Hilfe seiner Freunde. Bei einer Köchin, die ebenfalls im Widerstand arbeitet, findet er Unterschlupf – ausgerechnet im Hause einer wohlhabenden Nazifamilie, wo er fortan unter falscher Identität verharren muss, während die Mutter verzweifelt nach ihm sucht. Karlchen muss stark sein, er darf sich auf keinen Fall verplappern. Es geht für alle um Leben und Tod. Ein eindringlicher DEFA-Filmklassiker, dem der Spagat gelingt, mit der Spannung eines Abenteuerfilms für Kinder von nationalsozialistischer Unterdrückung und Widerstand zu erzählen.
Umsetzung
Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Béla Balázs erzählt aus der Perspektive eines Kindes von Mut und Haltung im Nationalsozialismus – und gibt allgemein Einblicke in die Mechanismen totalitärer Staaten. Statt zu belehren, vermittelt der Film seine Message mit der Spannung und der Leichtigkeit eines Abenteuerfilms. Es geht um eine wichtige Aufgabe, die der zehnjährige Protagonist erfüllen muss, es geht um Verstecke und geheime Nachrichten, die übermittelt werden müssen. Der Einsatz von Musik, aber auch die Bilder von Freundschaft und dem Spiel in der Stadt, tragen zur jugendnahen Erzählweise bei. Die klassischen „Guten“ und „die Bösen“ sind auf der Ebene des Kindes seine Freunde, bzw. die Hitlerjugend. Auf der zweiten Erzählebene der Erwachsenen sind es die Menschen im Widerstand bzw. die Gestapo, die dem Film die politische Aufladung geben. Hier geht es nicht nur um ein blaues Auge oder die Lösung einer schwierigen Aufgabe, sondern um die Verhaftung und Ermordung von Menschen, die sich gegen die Nationalsozialisten engagieren.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Die leicht zugängliche Perspektive eines zehnjährigen Kindes, aus der heraus erzählt wird, erlaubt bereits jüngeren Schüler*innen einen Einstieg in das historische Thema „Nationalsozialismus“ oder das allgemeinere Thema „Mechanismen totalitärer Kontrolle“ und „politische Verfolgung und Widerstand“. Der Film zeigt ebenso eindrücklich wie kindgerecht, um welche Gewissensfragen und Gefahren es geht, wenn Menschen in totalitären Staaten leben und Widerstand leisten. Die ethischen Fragen können fächerübergreifend im Kontext Demokratiebildung besprochen werden. Für den Geschichtsunterricht eignet sich der Film in seiner Darstellung der Jugend im nationalsozialistischen Deutschland. Ältere Schüler*innen können sich mit den ästhetischen Strategien des DEFA-Kinderfilms auseinandersetzen: die Erzähltechnik, die Bildsprache und die Musik, die eingesetzt werden, um bestimmte Werte wie Solidarität und Haltung zu transportieren. Die über diese universellen Werte hinaus auch die politischen Werte der DDR vermitteln sollten: Solidarität, Arbeiterklasse und kommunistischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Melanie Rohde
,
02.02.2026
,
letzte Aktualisierung:
03.02.2026
Regie
Siegfried Hartmann
Buch
Siegfried Hartmann nach dem gleichnamigen Buch von Béla Balász
Darsteller*innen
Katja Paryla, Olaf Schmechel, Rosemarie Bärhold, Gerhard Bienert, Günter Wolf, Ezard Haussmann, u. a.
Länge
96 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung
Format
digitalisiert, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Der Filmverleih
Festivals
Goldener Spatz 1981: Ehrendiplom der Kinderjury