Inhalt
Im Jahr 1961 kommt ein junger Mann aus Minnesota mit leichtem Gepäck in New York an. Er will hier als Musiker in die vielfältige Szene im West Village eintauchen und sein Idol besuchen, den schwerkranken Folksänger Woody Guthrie. Dabei trifft er Pete Seeger, der das Talent unter seine Fittiche nimmt und dem 19-Jährigen den Weg zu ersten Erfolgen bis zu Plattenaufnahmen und Auftritten beim ersten Monterey Folk Festival 1963 ebnet. Zwei Jahre später ist der schüchterne junge Mann berühmt und überfordert mit allem, was das mit sich bringt. Seine Kreativität beeinflusst das wenig. Mittlerweile aber engt ihn das Korsett der traditionellen Folkmusik ein, so dass er beim Newport Folk Festival mit allen Regeln bricht und dort unter Protest des Publikums mit einer E-Gitarre auftritt – ein revolutionärer Akt, der maßgeblich die Musik beeinflussen sollte und gleichzeitig ein Befreiungsschlag des Musikers Bob Dylan.
Umsetzung
Geht es um den Zeitgeist der späten 1960er Jahre in den USA, kommt kaum ein Film ohne Bob-Dylan-Songs aus. Wie diese entstanden, versucht James Mangold ansatzweise in seinem nur fünf Jahre umfassenden Biopic zu illustrieren. Aber mehr noch geht es ihm um die frühe Formung eines der einflussreichsten Künstlers der Nachkriegszeit vom schüchternen Jungen aus der Provinz zum Rockstar. Anders als Todd Haynes in seiner Annäherung I’M NOT THERE (2007), der Dylan von verschiedenen Akteuren interpretieren ließ, verlässt sich Mangold ganz auf seinen Hauptdarsteller, der sich für den Film Dylans nuschelige Sprechweise und Gesangsstil täuschend echt angeeignet hat und ihn als produktiv Besessenen spielt. Die stilechte Kostümierung tut ihr Übriges, die wie die gesamte Ausstattung sehr natürlich und in gewisser Weise auch zeitlos wirkt. Die politischen Verwerfungen der Zeit kommen allenfalls am Rande vor. So wirkt das 140minütige Epos doch etwas konventionell.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Als Inspiration für den Film diente das Sachbuch von Elijah Wald „Dylan Goes Electric“, das sich ausgiebig mit den Überschneidungen zwischen Folkmusik und der Menschenrechtsbewegung der frühen 1960er beschäftigt. Diese kommen zwar vor, etwa wenn Pete Seeger sich vor einem Gericht wegen seiner kommunistischen Gesinnung verantworten muss oder über das Attentat auf Kennedy im Fernsehen berichtet wird. Sie werden aber eher als illustrativer Zeitbezug eingesetzt. Eine künstlerische Entscheidung, die ein erster Diskussionsansatz sein kann. Immerhin passt sie zu Dylans Persona, der sich eindeutigen, nicht nur politischen Positionierungen immer verweigerte und nur durch sein Werk sprechen will. Die immanente Widersprüchlichkeit der echten Person könnte weiterhin erörtert werden. Darüber hinaus bietet sich der wenig empathische Umgang mit seinen Mitmenschen, insbesondere den Frauen wie Joan Baez oder der fiktiven Figur der Sylvie Russo zur kritischen Betrachtung an, der das Klischee vom isolierten, unkonventionellen Genie verfestigt. Außerdem kann der bis heute andauernde ästhetische Einfluss der Popkultur der 1960er – insbesondere in Mode und Musik – thematisiert werden.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Ingrid Beerbaum
,
29.01.2025
,
letzte Aktualisierung:
05.02.2025
Regie
James Mangold
Buch
James Mangold und Jay Cocks, Elijah Wald
Darsteller*innen
Timothée Chalamet, Edward Norton, Elle Fanning, Monica Barbaro u. a.
Länge
140 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
liegt noch nicht vor
Verleih
Walt Disney Germany
Festivals
Berlinale 2025: Special Gala