Inhalt
Im Jahr 1865 ist Abraham Lincoln seit fünf Jahren Präsident der Vereinigten Staaten, ebenso lange währt bereits der Bürgerkrieg zwischen den Nord- und den Südstaaten der Union. Die Parteien sind kriegsmüde, eine Einigung ist jedoch nicht in Sicht. Eines der wichtigsten Streitthemen ist die endgültige Abschaffung der Sklaverei. Bereits einmal scheiterte die Abstimmung über einen 13. Verfassungszusatz im Abgeordnetenhaus, jetzt steht Lincoln kurz davor, den Zusatz ein zweites Mal zur Abstimmung zu bringen. Für die Durchsetzung benötigt er eine Zweidrittelmehrheit und damit eine signifikante Anzahl von Stimmen der Demokratischen Partei, erklärten Anhängern der Beibehaltung der Sklaverei. Lincoln taktiert auf mehreren Ebenen, während seine Gegner sich ebenfalls formieren, um dem Präsidenten ein für alle Mal die Macht zu beschneiden. Aber Lincolns militärische Unbeirrbarkeit und sein politisches Kalkül lassen inzwischen keine Kompromisse mehr zu. Entweder er scheitert, oder er gewinnt. Und mit ihm seine Weggefährten, die nicht immer wissen, welche Fakten ihr Präsident gerade schafft.
Umsetzung
Lincoln ist ein Kammerspiel, das geschickt vor Augen führt, wie Politik funktioniert und Machtapparate agieren. Zum Einstieg zeigt Spielberg mit wenigen Bildern das Grauen des Bürgerkrieges, dem sich der Präsident stellen muss. Die Schwierigkeiten, angesichts des brutalen Kriegsgeschehens an taktischen Entscheidungen festzuhalten, durchziehen in der Folge die gesamte Handlung. Steven Spielberg konzentriert sich dabei fast ausnahmslos auf seine Hauptfigur und dessen Familie und Vertrauten. Parallel gelingt es dem Regisseur, die rhetorischen Scharmützel seiner Anhänger und Gegner im Kongress so spannend darzustellen, dass das Publikum den politischen Wendungen gebannt folgt. Dabei weist er deutlich auf die Macht von Sprache und Symbolik hin und ermöglicht eine Übertragung politischer Umgangsformen auf die Gegenwart.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Zwar gehört der amerikanische Bürgerkrieg bereits zum Lehrplan der 8. Jahrgangsstufe in Geschichte, die politischen Aspekte des Films werden Schülerinnen und Schüler in diesem Alter allerdings verborgen bleiben. Trotzdem bietet der Film ab der 9. Jahrgangstufe anschauliche Einblicke in einen der wichtigsten Zeitabschnitte der amerikanischen Geschichte. In dieser Altersgruppe kann der Film neben geschichtlichen Diskussionen auch politische und gesellschaftsbezogene Auseinandersetzungen anregen. Gerade weil der Film so dicht an Abraham Lincoln und seinen unmittelbaren Vertrauten bleibt, werden seine Schritte nachvollziehbar, ohne dass der Film eine fertige Meinung aufdrängt. Außerdem können allgemeine Fragen zu Macht, Demokratie, Krieg und politischem Kalkül am Beispiel des Filmes ausgezeichnet behandelt und auf aktuelle politische Diskussionen übertragen werden. Im Englischunterricht sowie in den Fächern Geschichte oder Politik bietet sich zudem ein Vergleich mit anderen Filmen über US-Präsidenten an, beispielsweise mit Roger Donaldsons Thirteen Days, einem spannenden Spielfilm über Kennedys Entscheidungen zur Kubakrise.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Rotraut Greune
,
17.12.2012
,
letzte Aktualisierung:
29.04.2020
Regie
Steven Spielberg
Buch
Tony Kushner, Doris Kearns Goodwin (Vorlage)
Darsteller*innen
Daniel Day-Lewis, Sally Field, David Strathairn, Joseph Gordon-Levitt, James Spader, Hal Holbrook, Jared Harris, Tommy Lee Jones, David Oyelowo, Bruce McGill, Lee Pace, Earle Haley, Walton Goggins
Länge
152 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
35mm, digital
FSK
ab 12 Jahre
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
20th Century Fox