Inhalt
Die junge Frau Luisa lebt in einem Wohnheim für behinderte Menschen. Sie führt ein geregeltes Leben zusammen mit den anderen Bewohner*innen und Pfleger*innen der Einrichtung. Ihr Freund Anton, mit dem sie romantisch zusammen ist, ist häufig zu Besuch. Luisa liebt Musik und tanzt gerne. Sie arbeitet in einer Wäscherei und hat Freundschaften zu den anderen Bewohner*innen. Im Wohnheim kommt es jedoch seitens des Fahrers Holger, den Luisa sehr mag, zu Grenzüberschreitungen und sexualisierter Gewalt gegenüber Luisa. Die meisten Pfleger*innen und auch der Heimleiter verharmlosen die Situation. Plötzlich ist Luisa schwanger. Anton kann nicht der Vater sein, denn er ist zeugungsunfähig. Luisa geht es immer schlechter, und die Einrichtung versucht eher, ihren Ruf zu retten, als ihr zu helfen – auch als die Polizei eingeschaltet wird. Verdächtigungen gehen im Pflegeteam umher, und nach und nach wird die versteckte Gewalt entlarvt.
Umsetzung
Besonders auffallend ist der dokumentarisch anmutende Stil des Films. Die Authentizität wird auch durch die behinderten Schauspieler*innen und die intensive Recherchearbeit im Hintergrund hergestellt. Entsprechend dokumentarisch ist auch die Kameraarbeit: Den Figuren und ihren Gefühlen sowie der Körpersprache wird viel Raum gegeben. In abwechselnden Einstellungen werden so Konstellationen wie Familie, Freundschaft und Beziehung – aber auch Bedrohung und Gewalt – klar übermittelt. Markant hierbei ist auch der Einsatz von Musik: Sie beschreibt Luisas Innenwelt, insbesondere in Kombination mit nahen Kameraaufnahmen. Details zeigen sich nicht nur in der Körpersprache der Figuren, sondern auch im filmischen Setting: Die Atmosphäre und die Gestaltung der Einrichtung wirken sehr realistisch. Gerade dieser dokumentarische Stil verdeutlicht die im verborgenen stattfindende sexualisierte Gewalt.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Behinderte Frauen sind häufig von sexualisierter Gewalt betroffen – vor allem in Betreuungen, Werkstätten und Einrichtungen für behinderte Menschen. Ein Anknüpfungspunkt für Schüler*innen ist die Recherche der Gewalterfahrungen behinderter Menschen sowie ihrer Ausgrenzung aus der Mehrheitsgesellschaft. Dabei können auch die Recherchen der Drehbuchautorinnen in echten Wohneinrichtungen thematisiert werden, die zu einem möglichst realistischen Bild beigetragen haben. Ein relevanter ästhetischer Aspekt ist die dokumentarische Kameraarbeit: Wie werden Beziehungen anhand der Figurenplatzierung im Raum dargestellt? Welche Gesten und Gegenstände spielen dabei eine Rolle? Wann ist die Kamera nah, wann eher entfernt? Hieran anknüpfend ist auch eine Diskussion über Stereotype interessant: Inwieweit durchbricht der Film gängige Vorstellungen über Behinderung (beispielsweise Infantilisierung), und wie wird der Alltag behinderter Menschen dargestellt?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Ílyas Ínevi
,
09.04.2026
,
letzte Aktualisierung:
09.04.2026
Regie
Julia Roesler
Buch
Julia Roesler, Silke Merzhäuser
Darsteller*innen
Celina Scharff, Dennis Seidel, Katharina Bromka, Melanie Lux, Michael Schumacher, Joesefine Großkinsky, Noa Michalski, Lena Strothmann, Matthias Zalachowski, Trixi Strobel, Martin Schnippa, Hadi Khanjanpour, Gina Cǎlinoiu, Peter Lohmeyer, Tim Porath u. a.
Länge
94 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Real Fiction Filmverleih
Festivals
(Auswahl 2025) Braunschweig International Film Festival: Heimspiel Preis, Die TILDA; Filmnächte Ahrenshoop: Lieblingsfilm des Publikums; Hofer Filmtage: Förderpreis Neues Deutsches Kino, Bestes Szenenbild; Bremer Dokumentarfilm Förderpreis