Inhalt
Schottland im Hochmittelalter: Merida ist wütend auf ihre Mutter Königin Elinor. Denn während sie nichts mehr liebt als die Freiheit und das Abenteuer, sähe Elinor sie viel lieber an der Seite eines Mannes. Als sie gegen den Willen ihrer Tochter schließlich einen sportlichen Wettkampf um deren Hand ausrichtet, reicht es Merida. Wenn Worte keinen Erfolg mehr zeigen, muss ein Zauberspruch dafür sorgen, dass ihre Mutter sich ändert. Mit Hilfe einer Zauberin soll dies in die Tat umgesetzt werden. Jedoch hat der Zauberspruch seine Tücken und so bleibt Merida nur bis zum zweiten Sonnenaufgang Zeit, um alles wieder rückgängig zu machen.
Umsetzung
Überraschend mystisch und ernsthaft ist der Computeranimationsfilm aus den Pixar-Studios geraten, die mit diesem zum ersten Mal eine Geschichte in einem historischen Setting ansiedeln und dieses mit Legenden anreichern. Doch von Anfang an nimmt die sympathisch-rebellische Protagonistin, aus deren Perspektive der Film erzählt wird, für sich ein und bietet auch einem jüngeren Publikum gute Identifikationsmöglichkeiten. Schon ihre leuchtend roten Haare verweisen auf ihre Tatkraft und Energie und heben sich deutlich von den Erdtönen und eher kalten Farben ab. Aber auch ihre Charakterisierung erweist sich als sehr vielschichtig, da sie durchaus als Heldin auch Fehler macht und anfangs mit ihren widersprüchlichen Gefühlen der Sehnsucht nach Freiheit einerseits und der Bindung an ihre Familie andererseits noch nicht umgehen kann.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Wie unterschiedlich die Lebensentwürfe von Merida und ihrer Mutter sind, machen bereits die ersten Szenen des Films deutlich. Vertritt Elinor zunächst noch ein sehr traditionelles Frauenbild mit konkreten Regeln und Verhaltensvorschriften, so kämpft Merida vehement für ihre Selbstbestimmung und durchbricht Rollenklischees, indem sie sich nicht in schöne Kleider zwängen lassen will und stattdessen das Abenteuer sucht. Ebenso spannend wie eine Auseinandersetzung mit klassischen und modernen Rollenvorstellungen von Mädchen (und Jungen) ist jedoch, wie die Familie in Merida dargestellt wird. Nicht zuletzt die mythische Ebene öffnet den Rahmen, um sich auch anhand der Geschichte des Films mit der Funktion von Legenden und Märchen zu beschäftigen.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Stefan Stiletto
,
29.06.2012
,
letzte Aktualisierung:
15.05.2020
Regie
Mark Andrews, Brenda Chapman
Buch
Mark Andrews, Steve Purcell, Brenda Chapman, Irene Mecchi
Darsteller*innen
Stimmen: Nora Tschirner (Merida)
Länge
94 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
35mm, Farbe, digital in 3D
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Walt Disney Motion Pictures Germany