© missingFILMs 2026

Niñxs – Das Leben glitzert

Mexiko, Deutschland 2025

Acht Jahre lang begleitet der trans* Filmemacher Kani Lapuerta die junge Karla in Tepoztlán, Mexiko, auf ihrem Weg zu sich selbst. Zwischen Alltag, Familie und queerer Community entsteht ein intimes Porträt ihres Erwachsenwerdens und ihrer Transition. Die Langzeitbeobachtung macht Entwicklungen, Veränderungen und Brüche im Leben von Karla unmittelbar erfahrbar und lässt die Zuschauer*innen Karlas Identitätsfindung sehr nah miterleben.

Originaltitel

Niñxs

Genre

Dokumentarfilm , Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 8. Klasse

Altersempfehlung

ab 13 Jahre

Unterrichtsfächer

Sozialkunde, Spanisch, Deutsch, Ethik, Politik, Geschichte, Philosophie, fächerübergreifend: Erziehung zur sexuellen Selbstbestimmung

Themen

Transition, Trans*mädchen, Gender/ Geschlechterrollen, Kindheit, Familie, Solidarität, Freundschaft, LGBTQIA+, Trans*Rechte, Traditionen, Diskriminierung, Influencer*innen, Social Media, Tanz, Selbstbestimmung

Kinostart

14.05.2026

Karla lebt mit ihren progressiven und liebevollen Eltern in der ländlichen Kleinstadt Tepoztlán in Mexiko. Mit sechs Jahren begegnet sie bei einer Veranstaltung für Trans*familien und Trans*Kids dem Filmemacher und Transmann Kani Lapuerta. Bald darauf beschließen die beiden einen Dokumentarfilm zu machen und so begleitet der Regisseur Kani die junge Karla mit der Kamera acht Jahre lang bis zu ihrem 15. Lebensjahr. Der Film zeigt ihre Transition und ihr Erwachsenwerden in einer Umgebung, in der traditionelle Werte auf queere Identitäten treffen. Dabei taucht er tief in die Herausforderungen und Freuden eines Lebens als Trans*Jugendliche auf dem Land ein – von familiären Beziehungen über Freundschaften bis hin zu schulischen Diskriminierungserfahrungen und Karlas individuellen Wünschen für die eigene Zukunft.
Der Film entwickelt seine besondere Stärke aus der engen, kollaborativen Zusammenarbeit zwischen dem Filmemacher Kani Lapuerta und seiner jungen Protagonistin Karla. In offenen Gesprächen entsteht eine vertrauensvolle Nähe, die ein sehr persönliches Langzeitporträt ermöglicht. Schon zu Beginn reflektieren Karla und der Regisseur gemeinsam über den möglichen Anfang des Films; am Ende greifen sie diesen Prozess erneut auf. Die filmische Gestaltung ist selbst Teil der Erzählung. Karlas Perspektiven, Ideen und reflektierenden Kommentare fließen kontinuierlich ein, wodurch der Film eine ungewöhnliche persönliche Perspektive erhält. Die Kamera wird dabei zum Begleiter einer Freundschaft, die über die Jahre entsteht. Neben klassischen dokumentarischen Beobachtungen finden auch spielerische, inszenierte Momente ihren Platz, in denen sowohl Karlas Eltern als auch ihre queeren Freund*innen einen elementaren Platz einnehmen.
Im Film wird viel gekocht und gegessen, da Karlas Eltern ein Restaurant betreiben. Die Schüler*innen können untersuchen, wie diese Szenen Gemeinschaft und Fürsorge vermitteln. Die „liebevollen Hippie-Eltern“ regen zur Diskussion an: Welche Bedeutung hat familiäre Akzeptanz für queere Kinder? Und warum könnten sich andere trans* Jugendliche nach solchen Eltern sehnen? Auch Konflikte – etwa wenn Karla aus Sicht der Mutter zu aufgedonnert zu einer Party gehen will – bieten Analyse-potenzial: Wie bleibt die Kamera dabei respektvoll beobachtend, ohne zu urteilen? Ein Schwerpunkt ist Karlas Innenwelt. Ihr Satz „Die Realität in meinem Kopf ist so viel schöner als die Realität da draußen“ sowie ihre „Superkraft“ der Dissoziation eröffnen einen Zugang zu ihren Grundschulerfahrungen. Die Schüler*innen können untersuchen, wie diese Zeit filmisch umgesetzt wird und Bezüge zur eigenen Schulzeit herstellen. Auch gesellschaftliche Fragen lassen sich einbinden: Der Zoom-Call mit einer Beraterin vor dem Schulwechsel zeigt die Sorge vor Diskriminierung und kann Ausgangspunkt sein, die rechtlichen Situationen für trans* Kinder in Deutschland und Mexiko zu vergleichen.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Tom Weller , 19.04.2026 , letzte Aktualisierung: 28.04.2026

Regie

Kani Lapuerta

Buch

Kani Lapuerta

Darsteller*innen

Mitwirkende: Karla, Chiu, Assur, Oliver, Valentina u. a.

Länge

88 Min

Sprachfassung

spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

missingFILMs

Festivals

(Auswahl 2025) Ambulante (Mexiko); Filmfest Hamburg; Sheffield Doc Fest; Visions du Réel Nyon; Nordische Filmtage Lübeck

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