Inhalt
Karla lebt mit ihren progressiven und liebevollen Eltern in der ländlichen Kleinstadt Tepoztlán in Mexiko. Mit sechs Jahren begegnet sie bei einer Veranstaltung für Trans*familien und Trans*Kids dem Filmemacher und Transmann Kani Lapuerta. Bald darauf beschließen die beiden einen Dokumentarfilm zu machen und so begleitet der Regisseur Kani die junge Karla mit der Kamera acht Jahre lang bis zu ihrem 15. Lebensjahr. Der Film zeigt ihre Transition und ihr Erwachsenwerden in einer Umgebung, in der traditionelle Werte auf queere Identitäten treffen. Dabei taucht er tief in die Herausforderungen und Freuden eines Lebens als Trans*Jugendliche auf dem Land ein – von familiären Beziehungen über Freundschaften bis hin zu schulischen Diskriminierungserfahrungen und Karlas individuellen Wünschen für die eigene Zukunft.
Umsetzung
Der Film entwickelt seine besondere Stärke aus der engen, kollaborativen Zusammenarbeit zwischen dem Filmemacher Kani Lapuerta und seiner jungen Protagonistin Karla. In offenen Gesprächen entsteht eine vertrauensvolle Nähe, die ein sehr persönliches Langzeitporträt ermöglicht. Schon zu Beginn reflektieren Karla und der Regisseur gemeinsam über den möglichen Anfang des Films; am Ende greifen sie diesen Prozess erneut auf. Die filmische Gestaltung ist selbst Teil der Erzählung. Karlas Perspektiven, Ideen und reflektierenden Kommentare fließen kontinuierlich ein, wodurch der Film eine ungewöhnliche persönliche Perspektive erhält. Die Kamera wird dabei zum Begleiter einer Freundschaft, die über die Jahre entsteht. Neben klassischen dokumentarischen Beobachtungen finden auch spielerische, inszenierte Momente ihren Platz, in denen sowohl Karlas Eltern als auch ihre queeren Freund*innen einen elementaren Platz einnehmen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Im Film wird viel gekocht und gegessen, da Karlas Eltern ein Restaurant betreiben. Die Schüler*innen können untersuchen, wie diese Szenen Gemeinschaft und Fürsorge vermitteln. Die „liebevollen Hippie-Eltern“ regen zur Diskussion an: Welche Bedeutung hat familiäre Akzeptanz für queere Kinder? Und warum könnten sich andere trans* Jugendliche nach solchen Eltern sehnen? Auch Konflikte – etwa wenn Karla aus Sicht der Mutter zu aufgedonnert zu einer Party gehen will – bieten Analyse-potenzial: Wie bleibt die Kamera dabei respektvoll beobachtend, ohne zu urteilen? Ein Schwerpunkt ist Karlas Innenwelt. Ihr Satz „Die Realität in meinem Kopf ist so viel schöner als die Realität da draußen“ sowie ihre „Superkraft“ der Dissoziation eröffnen einen Zugang zu ihren Grundschulerfahrungen. Die Schüler*innen können untersuchen, wie diese Zeit filmisch umgesetzt wird und Bezüge zur eigenen Schulzeit herstellen. Auch gesellschaftliche Fragen lassen sich einbinden: Der Zoom-Call mit einer Beraterin vor dem Schulwechsel zeigt die Sorge vor Diskriminierung und kann Ausgangspunkt sein, die rechtlichen Situationen für trans* Kinder in Deutschland und Mexiko zu vergleichen.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Tom Weller
,
19.04.2026
,
letzte Aktualisierung:
28.04.2026
Regie
Kani Lapuerta
Buch
Kani Lapuerta
Darsteller*innen
Mitwirkende: Karla, Chiu, Assur, Oliver, Valentina u. a.
Länge
88 Min
Sprachfassung
spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
missingFILMs
Festivals
(Auswahl 2025) Ambulante (Mexiko); Filmfest Hamburg; Sheffield Doc Fest; Visions du Réel Nyon; Nordische Filmtage Lübeck