Inhalt
In der Nacht seines 15. Geburtstags erfüllt sich für Pim ein lang gehegter Wunsch: Er erlebt sein erstes Mal mit dem attraktiven Nachbarsjungen Gino. Pim ist verliebt, doch Gino will die Beziehung geheim halten und zieht schließlich weg zu einem Mädchen in die Stadt. In der Einsamkeit von Pims Heimatdorf an der belgischen Nordseeküste wiegt Liebeskummer besonders schwer. Um sich seinem Angebeteten nah zu fühlen, geht Pim jeden Tag bei dessen kranker Mutter vorbei, die im Gegensatz zu seiner eigenen Mutter immer Zeit für ihn hat. Sabrina, Ginos Schwester, hingegen leidet unter diesen Besuchen: Sie mag Pim sehr, begreift aber, dass sie keine Chance hat. Als der gutaussehende Zoltan im Dorf auftaucht, wird Pim erneut vor den Kopf gestoßen. Er beschließt, sein Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen.
Umsetzung
Pims Selbstfindung wird in dieser Coming-of-Age-Geschichte einzig anhand seines erwachenden Liebeslebens, den damit zusammenhängenden Gefühlen und der Beziehung zu seiner ignoranten Mutter erzählt. Alltägliches, etwa die Schule, wird völlig ausgeblendet. Eine tragende Rolle kommen Setting und Ausstattung zu: Die wenigen Schauplätze sind häufig mit unbeweglicher Kamera und geometrischen Prinzipien folgend aufgenommen und streng im Stil der 60er-Jahre gehalten - der Zeit, in der der Film spielt. Pims Welt wirkt dadurch zwar sehr stilvoll, aber wie erstarrt. Überhaupt arbeitet der Regisseur Bavo Defurne vor allem mit dem Mittel der Ästhetisierung. Präzise Beobachtungen von Pims Überlebensritualen und seine begehrenden Blicke auf schöne Männerkörper, sagen mehr über dessen Gefühle aus als Worte.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
So erzählt Noordzee, Texas nicht nur auf der Handlungsebene von sexuellem Erwachen, erster Liebe, seelischer Vereinsamung und gesellschaftlichen Zwänge, sondern vieles wird erst durch die Poesie der Bilder deutlich. Daher eignet sich der Film gut, um visuelle Ausdrucksformen zu analysieren. Wie kommt zum Beispiel die getragene Stimmung zustande? Welche Untertöne werden durch Landschaften, die Bildgestaltung oder die Ausstattung vermittelt? Der Film greift außerdem eine Reihe von zeitlosen Fragen auf, die Jugendliche beschäftigen. Welche Herausforderungen bringt das Aufwachsen in der Provinz mit sich, wenn man homosexuell ist oder einfach nur von etwas anderem träumt als der Durchschnitt? Wie lebt es sich mit alleinerziehenden Müttern und ohne Vater? Wie geht man mit unerwiderter Liebe um?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Marguerite Seidel
,
26.04.2012
,
letzte Aktualisierung:
28.04.2020
Regie
Bavo Defurne
Buch
Bavo Defurne und Yves Verbraeken nach dem Jugendbuch Nooit gaat dit over von André Sollie
Darsteller*innen
Jelle Florizoone, Eva van der Gucht, Mathias Vergels, Thomas Coumans, Nina Marie Kortekaas, Luk Wyns, Katelijne Damen, Patricia Goemaere
Länge
94 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
35mm, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Salzgeber
Festivals
Internationales Filmfest Rom 2011: Bester Jugendspielfilm, World Film Fest Montréal 2011: Silberner Zenith und Fipresci-Preis für das Beste Debüt