Inhalt
Dilek ist entsetzt, als ihre beste Freundin Sarah ihr ein Video mit einem Teenager-Mädchen zeigt, das im Wald auf einem Steckenpferd reitet. „Das ist Hobby Horsing“, erklärt Sarah Dilek. Und das möchte sie nun auch ausprobieren. Obwohl Dilek Hobby Horsing schrecklich peinlich findet, begleitet sie Sarah. Als nach der Aktion Videos der beiden in der Klasse die Runde machen, kommt es zum Streit. Dilek wendet sich von Sarah ab – und Sarah findet in Beatrice eine neue Freundin. Beatrice kann tatsächlich reiten, leidet aber unter den viel zu hohen Erwartungen ihrer Mutter. Aus Protest gegen ihre Eltern macht sie sich mit Sarah heimlich auf den Weg nach Finnland, wo diese an einer Hobby Horsing-Meisterschaft teilnehmen will. Während Sarah und Beatrice sich in dem skandinavischen Land zurechtfinden müssen, machen sich ihre Mütter zunehmend Sorgen. Aber durch ihr Video-Tagebuch entsteht zu Hause in München etwas Unerwartetes: Die Klassenkamerad*innen, die Sarah zunächst ausgelacht haben, empfinden zunehmend Respekt vor ihr.
Umsetzung
Wenn Sarah ihr neues Hobby ausübt, strahlt sie und ist ganz in ihrer eigenen Welt. Um dies zu visualisieren, wechselt der Film in solchen Szenen die Farbpalette. Die natürlichen Farben verschwinden und tauchen alles in ein künstliches, unwirkliches Licht, während auf der Musikebene durch den Soundtrack Sarahs Stimmungslage gespiegelt wird. Auffällig ist die Bedeutung von Smartphones im Verlauf des Films. Sie sind ständige Begleiter von Sarah, Dilek und Beatrice, die damit ihren Sport dokumentieren und digital teilen. Dabei dienen sie den Protagonistinnen als Mittel zur Selbstvergewisserung und auch Selbstermächtigung, denn die Jugendlichen hinterlassen damit Spuren in ihrem Leben und erzählen darüber, wer sie sind. Negative Seiten sozialer Medien greift der Film auf, wenn die Klassenkamerad*innen Sarah und Dilek heimlich filmen und die Aufnahmen danach verwenden, um sie bloßzustellen und auszugrenzen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
PFERD AM STIEL erzählt von einem 13-jährigen Mädchen, das entgegen allen Vorurteilen und Anfeindungen seinen Weg weiterverfolgt. Damit führt Sarah beispielhaft vor, wie wichtig Selbstwertgefühl ist – und wie es ihr dadurch sogar gelingt, andere zu beeindrucken und umzustimmen. Gerade durch die Rolle von Sarahs bester Freundin Dilek regt der Film zum Nachdenken darüber an, wie die Schüler*innen sich an deren Stelle verhalten hätten und was eine gute Freundschaft auszeichnet. Am Beispiel der Geschichte von Beatrice wiederum lässt sich besprechen, welche Folgen Leistungsdruck und zu hohe Erwartungshaltungen von Eltern haben können und wie damit umgegangen werden kann. Nicht zuletzt lädt der Film dazu ein, die vielschichtige Darstellung sozialer Medien genauer zu betrachten und eigene Nutzungsgewohnheiten und -erfahrungen damit zu reflektieren. Digitale Bildbearbeitung kann eingesetzt werden, um reale Fotos farblich in Anlehnung an die entsprechenden Filmszenen zu verfremden. Dabei kann mit Farbwirkungen und -stimmungen kreativ experimentiert werden.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Stefan Stiletto
,
26.03.2026
,
letzte Aktualisierung:
27.03.2026
Regie
Sonja Maria Kröner
Buch
Gerlind Becker
Darsteller*innen
Manon Debaille, Chiara Kitsopoulou, Aurelia Ott, Lana Cooper, Valerie Koch, Arton Malaj u. a.
Länge
81 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Port-au-Prince Pictures