Inhalt
50 Jahre lang hatte sie ihr Geheimnis streng gehütet, als Philomena ihrer längst erwachsenen Tochter offenbart, dass diese einen Bruder hat. Als Teenager wurde Philomena im streng katholischen Irland der 50er Jahre schwanger und musste ihren Sohn in einem Kloster zur Welt bringen. Dort wurde sie gezwungen, ihn zur Adoption freizugeben. Immer wieder hatte Philomena versucht, eine Spur von ihm zu finden, doch sie rannte damit gegen dicke (Kloster-)Mauern. Als sich der arbeitslose, arrogante Journalist Martin Sixsmith ihrer Sache annimmt und Nachforschungen anstellt, stößt er durch Zufall auf einen wichtigen Hinweis. Schon bald reist das ungleiche Paar in die USA, um weitere Recherchen anzustellen. Dabei kommen sie nicht nur Philomenas Sohn immer näher, sondern decken auch einen unfassbaren Skandal auf.
Umsetzung
Vom Verleih als Komödie eingestuft, hält Philomena eine perfekte Balance zwischen Komik und Tragik. Die auf wahren Begebenheiten beruhende, sehr emotionale und tragische Geschichte um ein verschollenes Kind funktioniert auch als Buddy-Movie, in dem sich zwei sehr gegensätzliche Charaktere für den Plan, den sie verfolgen, zusammenraufen müssen. Die schlichte, aber warmherzige und immer noch sehr fromme Philomena und der scharfsinnige, aber verbitterte und zynische Journalist liefern sich höchst amüsante verbale Gefechte, verhandeln aber auch wichtige Fragen des Glaubens und der Ethik. Ihre gemeinsame Reise steht nicht zuletzt als Metapher für die Suche nach Identität und Vergebung. Dabei lebt der Film auch von der überragenden Leistung seiner Hauptdarstellerin Judi Dench.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Glaube und Ratio stehen sich in Philomena, verkörpert durch die beiden Hauptcharaktere, zunächst unvereinbar gegenüber. Es bietet sich an, die von den Protagonisten aufgeworfenen philosophischen und religiösen Fragen im Unterricht zu diskutieren: Warum glaubt man? Warum hält jemand am Glauben fest, obwohl das Leben mehr als ungerecht ist? Was braucht es, um vergeben zu können? Kann Forschung, Wissen und Vernunft Glauben ersetzen? Auch aktuelle ethische Fragen, z.B. nach dem Recht, seine Herkunft zu kennen bzw. dem Recht, nicht wissen zu wollen, können besprochen werden. Anhand der Situation der jungen Philomena, die sich als Identifikationsobjekt anbietet, können Teenagerschwangerschaften und Lebenskrisen thematisiert werden. Schließlich streift der Film am Rande auch das Thema des Exodus der Iren in die USA sowie Homosexualität und Aids.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Sabine Genz
,
05.02.2014
,
letzte Aktualisierung:
11.10.2016
Regie
Stephen Frears
Buch
Stephen Frears, Jeff Pope nach dem Roman "The Lost Child of Philomena Lee" von Martin Sixsmith
Darsteller*innen
Judi Dench, Steve Coogan, Sophie Kennedy Clark, Anna Maxwell Martin u.a.
Länge
98 Min
Sprachfassung
deutsch, englisch
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
Square One Entertainment | Universum Film
Festivals
Internationale Filmfestspiele Venedig 2013: Bestes Drehbuch; Toronto Internationale Filmfestival 2013