Inhalt
Flüsse sind der Ursprung allen Lebens, „Weltenmacher“, die Adern der Erde. Von der besonderen Beziehung zwischen Mensch und Fluss im Lauf der Zeit erzählt dieser außergewöhnliche Dokumentarfilm. Atemberaubende Aufnahmen aus 39 Ländern auf sechs Kontinenten portraitieren die Schönheit, Stärke und Verletzlichkeit dieser Lebensadern in ihren verschiedenen Gestalten, als mal sanfte, mal wilde Ströme, tosende Wasserfälle oder scheinbar erstarrte Gletscher. Einst als Götter verehrt, werden ihre Ressourcen von modernen Zivilisationen im Namen des Fortschritts ausgebeutet: Als Transportwege, Lieferant von Wasser und Energie; kontrolliert durch Staudämme, kanalisierte Flussläufe und Bewässerungssysteme. RIVER stellt Zusammenhänge her und zeigt auch die fatalen Folgen des menschlichen Eingreifens in das empfindliche Ökosystem: Dürren, Überschwemmungen, giftige Algen, Plastikvermüllung, Fischsterben. Doch es gibt auch Hoffnung: Flüsse können sich regenerieren – wenn sie die Chance bekommen.
Umsetzung
Mit seiner virtuosen Choreographie von Bild, Musik und Text spricht RIVER sein Publikum auf emotionaler Ebene an und lädt zur Reflexion über unseren Umgang mit der Natur ein. Eine Besonderheit ist das Konzept des orchestralen Konzertfilms. Der Score umfasst u. a. klassische Stücke von Bach, Musik von Radiohead und Eigenkompositionen von Richard Tognetti, der die Musik mit dem Australian Chamber Orchestra eingespielt hat. Ein sparsamer, philosophischer Off-Kommentar ergänzt die Tonebene. Internationale Kamerateams und Fotografen schufen mit modernen Hochgeschwindigkeitskameras, Kameradrohnen und Satellitentechnik imposante Bilder. Aus der Vogelperspektive werden Zusammenhänge wie das Netzwerk der Flüsse erkennbar. Immer wieder sind Menschen am, im und auf dem Fluss zu sehen, dazu Brücken, Häfen, Boote, Staudämme. Der Verzicht auf eine Benennung der Orte stützt die universale Haltung des Films: Nicht die menschgemachte Welt ist wesentlich, sondern der Planet Erde.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Statt dystopischer Anklage bezüglich der ambivalenten Beziehung von Mensch und Fluss führt die Dramaturgie durch die Phasen Staunen – Sorge – Hoffnung. Der Kommentar bietet Stoff zum Diskutieren: Was bedeutet „Staudämme lassen Flüsse ertrinken“ oder „Wir müssen lernen, wie ein Fluss zu denken“? Wie würde ein sachlich-informativer Kommentar klingen und den Charakter des Films verändern? Auch die Bedeutung und Wirkung von Musik im Film lässt sich bestens erarbeiten. Die Bildästhetik nutzt verfremdende Effekte wie Zeitlupe und Zeitraffer. Langzeit-Zeitrafferaufnahmen machen „die Flüsse des Himmels“ sichtbar. Durch die Wahl des Bildausschnitts werden Landschaften zu magischen, rästelhaften Kunstwerken aus abstrakten Mustern, Strukturen und Farbkontrasten. Die Gemälde filigran verzweigter Bäume entpuppen sich als aus großer Höhe aufgenommene Flüsse mit ihren vielen Verästelungen.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Ulrike Seyffarth
,
30.03.2022
,
letzte Aktualisierung:
07.04.2022
Regie
Jennifer Peedom, Joseph Nizeti
Buch
Jennifer Peedom, Joseph Nizeti
Darsteller*innen
Sprecher Originalfassung: Willem Dafoe, deutsche Fassung: Reiner Schöne
Länge
75 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung mit Untertiteln
Format
digital, Farbe und schwarz-weiß
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Film Kino Text
Festivals
(Auswahl) 2021: Telluride Film Festival; Bergen International Film Festival; New Zealand International Film Festival; Brisbane International Film Festival; 2022: CPH: DOX (Dänemark), Docville Internationales Dokumentarfilm Festival