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Romería - Das Tagebuch meiner Mutter

Spanien, Deutschland 2025

Mit Romería verarbeitet Carla Simón ihre persönliche Geschichte über Familie, Erinnerung und die Suche nach den eigenen Wurzeln. Die 18-jährige Marina reist erstmals zur Familie ihres verstorbenen Vaters nach Galizien und stößt dort auf widersprüchliche Erzählungen über ihre Eltern, anhand derer sie versucht, ihre fragmentierte Vergangenheit zu verstehen. In ruhigen Bildern verbindet der Film ein sensibles Familienporträt mit der schweren Auseinandersetzung über Vergangenheit, Schweigen und Identität.

Originaltitel

Romería

Genre

Drama , Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Spanisch, Ethik, Religion, Geschichte, Sozialkunde, Medienbildung

Themen

Familie, Identität, Selbstfindung, Familiengeheimnisse, Generationenkonflikt, Scham, Tabuisierungen, Erwachsenwerden, Erinnern, HIV/AIDS, Stigmatisierung, Drogen/Sucht, Wandel der Gesellschaft und Freiheit nach einer Diktatur

Kinostart

02.04.2026

Marina wächst bei der Familie ihrer verstorbenen Mutter auf und hat ihren Vater nie kennengelernt. Für ein Stipendium an einer Filmschule benötigt sie die Unterschrift ihrer väterlichen Großeltern und reist erstmals nach Vigo an die galicische Atlantikküste, wo die Familie ihres verstorbenen Vaters lebt.Dort begegnet sie Tanten, Onkeln und Cousin*en, die sie bislang nur dem Namen nach kannte und die unterschiedlich auf ihre Ankunft reagieren. Während einige Verwandte offen auf sie zugehen, bleiben andere schweigsam, um lang verdrängten Gefühlen wie Scham und Schmerz auszuweichen. In Gesprächen mit ihnen – die von dem abweichen, was Marina über ihre Eltern zu wissen glaubte –versucht sie herauszufinden, wer ihre Eltern waren und warum über ihre Vergangenheit so wenig gesprochen wird. Begleitet von ihrem Video-Tagebuch, dem Tagebuch ihrer Mutter und den widersprüchlichen Erzählungen ihrer Verwandten versucht sie, die Vergangenheit zu rekonstruieren und aus Fragmenten ein Bild ihrer Eltern zusammenzusetzen. Dabei stößt sie auf Geschichten über Liebe und Exzess, und auf das Leben einer Generation, die von Drogenkonsum und der AIDS-Epidemie tragisch gezeichnet wurde.
Carla Simón erzählt Marinas Geschichte durch verschiedene Medien: durch das filmeigene Narrativ, das Tagebuch von Marinas Mutter, Marinas eigenes Video-Tagebuch sowie durch Fotos und Erzählungen der Familie. Die Kamera bleibt oft nah bei der Protagonistin und begleitet sie durch die Begegnungen mit ihrer neuen Familie. Lange Einstellungen erzeugen eine intime Atmosphäre, in der sich Beziehungen und Spannungen in Blicken, Gesten und beiläufigen Dialogen entfalten. Die Landschaft Galiciens prägt die visuelle Atmosphäre des Films: Küsten, Strände und Wald spiegeln Marinas emotionale Verfassung. In die realistisch inszenierte Gegenwart mischen sich subjektive Erinnerungsbilder und traumartige Sequenzen, die ihre Vorstellung von der Vergangenheit der Eltern visualisieren. Gegenwart und Vergangenheit, Erinnerung und Imagination greifen ineinander und erzeugen poetische Momente, in denen sich ihre Geschichte aus fragmentarischen Eindrücken zusammensetzt.
Der Film bietet Ansatzpunkte für Gespräche über Familie, Erinnerung und Identitätsfindung. Ausgangspunkt kann die Frage sein, welche Rolle familiäre Erzählungen für das eigene Selbstverständnis spielen und wie sich Bilder von Vergangenheit aus unterschiedlichen Perspektiven zusammensetzen. Die Geschichte eröffnet zudem einen Zugang zur gesellschaftlichen Wahrnehmung und Stigmatisierung von HIV/AIDS in den 1980er- und 1990er-Jahren sowie zum Umgang von Familien mit Tabus und Schweigen. Auch können Spanien und die spanische Gesellschaft im Wandel nach dem Ende des Franco-Regimes thematisiert werden. Auf gestalterischer Ebene lässt sich analysieren, wie der Film Erinnerung darstellt, welche dramaturgische Funktion Gespräche innerhalb der Familie dabei übernehmen und welche Wirkung Landschaftsaufnahmen, Lichtstimmungen oder Kameranähe auf die Wahrnehmung der Hauptfigur haben.

Im Film wird ein Lied gesungen mit dem Titel „Pousa, Pousa, Pousa“, in dem es heißt „Eine Alte zur Zeiten der Mauren, machte aus ihrer Möse den Griff einer Hacke”. Es ist ein altes galicisches Volkslied mit sexueller Doppeldeutigkeit, das diese problematischen Begriffe verwendet. 

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Golschan Ahmad Haschemi , 17.03.2026 , letzte Aktualisierung: 10.04.2026

Regie

Carla Simón

Buch

Carla Simón

Darsteller*innen

Llúcia Garcia Torras, Mitch Robles, Tristán Ulloa, Miryam Gallego Blanco, Sara Casasnovas Pumar, Alberto Gracia, Marina Troncoso, José Ángel Egido, Janet Novás, Celine Tyll u. a.

Länge

112 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, Originalfassung in Spanisch, Katalanisch, Französisch mit Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 16 Jahre

Verleih

Piffl Medien

Festivals

(Auswahl 2025) Internationale Filmfestspiele Cannes: Wettbewerb; San Sebastián International Film Festival; International Film Festival Rotterdam; Sidney Film Festival; Sarajevo Film Festival

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