Sorry, Baby, DCM Film Distribution

Sorry, Baby

USA 2025

Wie lebt man mit einer traumatischen Erfahrung? Diese Frage stellt sich Agnes, einer jungen Literaturprofessorin, die in den Jahren nach einem sexuellen Übergriff an der Uni ein scheinbar normales Leben führt. Doch während die anderen vorankommen und ihre beste Freundin ein Baby erwartet, steckt sie selbst fest. Mit scharfem Humor und leisen Zwischentönen erzählt das unkonventionelle Drama von der (Un-)Möglichkeit, über ein Trauma hinwegzukommen.

Genre

Drama , Tragikomödie

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Englisch, Ethik, Psychologie, fächerübergreifend: Erziehung zur sexuellen Selbstbestimmung

Themen

Trauma, sexualisierte Gewalt, Freundschaft, Vertrauen, Frauen, Genderidentität, Resilienz, Heilungsprozess, Empathie, Stillstand, Alltag

Kinostart

18.12.2025

Sorry, Baby | TRAILER deutsch
Agnes ist eine der besten Graduierten an der Uni. Ihr Doktorvater hält große Stücke auf sie und sie auf ihn. Doch dann kommt es zur Vergewaltigung durch eben diesen Mentor. Zuhause schildert eine katatonische Agnes ihrer Mitbewohnerin und besten Freundin Lydie, was ihr gerade widerfahren ist. Lydie unterstützt sie in allem, begleitet sie zur ärztlichen Untersuchung, drängt sie zu nichts. Agnes will keine Anzeige erstatten oder die Tat thematisieren. Von der Uni kommen nur abstruse Lippenbekenntnisse, mit dem Wegzug des Professors ist die Sache für sie erledigt. In den Jahren danach führt Agnes mit dem ihr eigenen trockenen Humor ein scheinbar normales, dabei zurückgezogenes Leben, mit einer Katze, einer Anstellung als Literaturprofessorin und gelegentlichem Kontakt zu ihrem schüchternen Nachbarn Gavin. Zum Alltag gehören jedoch auch Angstzustände, hinter jeder Tür kann Gefahr lauern. Vor allem aber steckt sie fest: Agnes wohnt noch immer im selben Haus, arbeitet an ihrer alten Uni. Lydie, nach wie vor ihre größte Stütze, lebt hingegen mittlerweile in New York, in einer nicht-binären Beziehung, und erwartet ein Baby …
Eva Victor übernimmt Regie, Drehbuch und Hauptrolle in ihrem Debütfilm, der sensibel und mit Humor in achronologischen Kapiteln mehrere Jahre in Agnes‘ Leben rund um das traumatische Erlebnis beleuchtet. Das unkonventionelle Drama folgt nicht dem Erzählmuster von Tat, Traumabewältigung mit Täteranzeige und Therapie: Die Protagonistin behauptet sich als souveräne und beliebte Jungprofessorin, kann sogar eine sexuelle Beziehung eingehen. Ihr Stillstand, deutlichste Folge des Traumas, steht in Kontrast zu Lydies Weiterentwicklung und neuen Lebensinhalten. Mit Gegensätzen arbeitet auch die Bildgestaltung: Hell-Dunkel-Kontraste, Innen-, Außen, Nahaufnahmen von Gesichtern und Totalen von Häusern, die aus der Entfernung Raum lassen für Vermutungen, was sich darin abspielt. So wird der sexuelle Übergriff selbst nicht gezeigt: die statische Kamera bleibt aus der Distanz auf die Hausfassade gerichtet, das wechselnde Licht von Tag zu Dämmerung bis in die Nacht dokumentiert die Zeitspanne.
Zunächst können die Schüler*innen den Humor in diesem Film ergründen und seinen Zweck und Effekt für Handlung sowie Rezeption interpretieren. Im Anschluss kann Agnes‘ Umgang mit Tat und Täter, auch im Sprachgebrauch („bad thing“), diskutiert werden. Warum wird die Tat nicht gezeigt, sondern nacherzählt? Szenenanalysen (z. B. Seminar, Arztbesuch, im Gericht, der Sandwich-Mann, mit Gavin, Agnes mit Lydies Baby) geben Aufschluss über die Figuren und ihre Beziehung zueinander. Insbesondere die Freundschaft zwischen Agnes und Lydie: Was macht diese aus? Inwiefern ist sie entscheidend für Figuren und Handlung? Dieselbe Frage lässt sich auch bezüglich Genderidentität stellen. Zum Verständnis des Zusammenspiels von Filmgestaltung und -inhalt bietet sich die Untersuchung von Kameraeinstellungen, Licht- und Farbgebung, die Symbolik von Häusern und Fenstern sowie Agnes‘ Kleidung an.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Ulrike Seyffarth , 27.11.2025 , letzte Aktualisierung: 02.12.2025

Regie

Eva Victor

Buch

Eva Victor

Darsteller*innen

Eva Victor, Naomi Ackie, Louis Cancelmi, Lucas Hedges u. a.

Länge

104 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, englische Originalfassung

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

DCM Film Distribution

Festivals

(Auswahl 2025) Sundance Film Festival: Waldo Salt Screenwriting Award; Hamptons Int. Film Festival: Breakthrough Director Award; Seattle Int. Film Festival: Film Critics Society Feature Film Award

Impressum
Sitemap
Datenschutz