Filmplakat zu "Spieltrieb"

Spieltrieb

Deutschland 2012

Die 15-jährige Ada ist hochintelligent und unglücklich. In dem Privatgymnasium, das sie besucht, ist sie eine Außenseiterin. Auch Zuhause gibt es kein Verständnis für sie. Doch alles wird anders, als der charismatische Alev neu in ihre Klasse kommt. Ada ist sofort fasziniert von ihm. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Beziehung, die auf intellektueller Reife und gemeinsamer Kultivierung einer Desillusioniertheit beruht: Sie glauben nicht an die Liebe und bewundern sich gegenseitig für Zynismus und Schlagfertigkeit. Maßgeblich wird insbesondere Alevs Sicht auf das Leben. Er sieht alles als Spiel und ist von der Notwendigkeit überzeugt, Andere zu manipulieren, um sie von ihren „Zwängen“ zu befreien. Das Opfer des selbst ernannten „Gängsterpärchens“ wird der gutmütige Lehrer Smutek, den sie in eine perfide Intrige aus Sex und Erpressung verwickeln. Dass hinter Alevs Spieltheorie einzig sein grenzenloses Machtbedürfnis steckt, beginnt Ada zu verstehen, als sie sich plötzlich selbst als Figur in seinem bösen Spiel erkennt.   

Originaltitel

Spieltrieb

Genre

Literaturverfilmung , Drama , Literaturverfilmung 

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Philosophie, Religion, Ethik

Themen

Manipulation, Macht, Mobbing, Identität, Erwachsenwerden, Liebe, Sexualität, Werte

Kinostart

10.10.2013

Die 15-jährige Ada ist hochintelligent und unglücklich. In dem Privatgymnasium, das sie besucht, ist sie eine Außenseiterin. Auch Zuhause gibt es kein Verständnis für sie. Doch alles wird anders, als der charismatische Alev neu in ihre Klasse kommt. Ada ist sofort fasziniert von ihm. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Beziehung, die auf intellektueller Reife und gemeinsamer Kultivierung einer Desillusioniertheit beruht: Sie glauben nicht an die Liebe und bewundern sich gegenseitig für Zynismus und Schlagfertigkeit. Maßgeblich wird insbesondere Alevs Sicht auf das Leben. Er sieht alles als Spiel und ist von der Notwendigkeit überzeugt, Andere zu manipulieren, um sie von ihren „Zwängen“ zu befreien. Das Opfer des selbst ernannten „Gängsterpärchens“ wird der gutmütige Lehrer Smutek, den sie in eine perfide Intrige aus Sex und Erpressung verwickeln. Dass hinter Alevs Spieltheorie einzig sein grenzenloses Machtbedürfnis steckt, beginnt Ada zu verstehen, als sie sich plötzlich selbst als Figur in seinem bösen Spiel erkennt.   
Die besondere Stimmung des Films, eine Mischung aus jugendlicher Euphorie und Leichtigkeit, tiefer Einsamkeit, latenter Bedrohlichkeit und Düsterheit, wird durch eine prägnante Bildsprache transportiert und vor allem auch auf der Tonebene erzeugt. So scheint der Wechsel zwischen rasantem Tempo und Zeitlupe Adas Gefühlswirrwarr, die Zerrissenheit zwischen ihrer Orientierung an Alev und an eigenen Sichtweisen zu spiegeln. Eine enge Verknüpfung mit Adas „Innenwelt“, das heißt mit ihren Empfindungen, wird auch suggeriert, indem immer wieder Geräusche ihres Atems und ihres Herzschlags die Akustik dominieren. Ebenso kommt ihre subjektive Sicht zum Ausdruck, indem die Kamera wortwörtlich den Boden unter den Füßen verliert und somit Haltlosigkeit, aber auch das Spielerische demonstriert. Häufige Aufnahmen aus der Vogelperspektive korrespondieren damit: Sie scheinen eine Art allwissende Perspektive nachzuempfinden und verweisen dabei auf die Haltung der Hauptprotagonisten, die ihre Umwelt als Spielfeld betrachten.
Der Film ist eine Adaption des Romans von Juli Zeh aus dem Jahr 2004. In seiner Atmosphäre und der Ansiedelung im Schulmilieu sowie im Umfeld der "Schönen und Reichen" lässt er zudem an filmische und literarische Stoffe wie "Eiskalte Engel" (Roger Kumble, USA 1999) oder Nick McDonells Roman Zwölf erinnern, die im Kern ähnliche Sujets thematisieren: die endlose Langweile und der Größenwahn von Jugendlichen, die im Überfluss leben und doch eine große Sehnsucht und innere Leere verspüren. Machtspiele aus Verführung und Demütigung, häufig auch Sexualität, werden zu Instrumenten ihres Versuchs, diese Leere zu überwinden. Im Unterricht bietet sich neben dem Vergleich von Roman und Verfilmung an, die jeweiligen Motive der Figuren zu untersuchen sowie zu analysieren, welche Rollen ihnen in der Dramaturgie zukommen und wie diese filmisch inszeniert werden. Dazu gehört etwa die Darstellung des Geschichtslehrers als moralische Instanz, der in seiner körperlichen Versehrtheit gerade die Brüchigkeit der Moral darzustellen scheint und dessen Tod schließlich den Weg für die Intrige der Jugendlichen freigibt. Diskutieren lässt sich auch, inwieweit Ada Täterin oder Opfer ist und wodurch sie am Ende zu ihren eigenen moralischen Maßstäben bzw. zu einem Gewissen zurückfindet.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Lisa Gadatsch , 14.07.2013 , letzte Aktualisierung: 28.04.2020

Regie

Gregor Schnitzler

Buch

Kathrin Richter und Jürgen Schlagenhof nach dem gleichnamigen Roman von Juli Zeh

Darsteller*innen

u.a. Michelle Barthel, Kannik Schürmann, Maximilian Brückner, Richy Müller, Ulrike Folkerts

Länge

100 Min/96 Min

Sprachfassung

deutsch

Format

35mm/digital

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Concorde Filmverleih

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