Inhalt
"Wir wollen das Gesetz nicht brechen, wir wollen es machen!“ lautet der Schlachtruf der Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst. Sie spricht vor einer Gruppe Suffragetten, die sich dem Kampf für das Frauenwahlrecht verschrieben haben. Maud Watts, eine bis dahin unpolitische junge Wäscherin, lauscht ihrer Rede und ist begeistert. Tagtäglich erlebt sie, wie Frauen unterdrückt, gedemütigt und missbraucht werden. Bisher hatte sie nicht in Frage gestellt, dass sie und andere Frauen vieles über sich ergehen lassen müssen und Männern wie ihrem Chef in der Wäscherei ohnmächtig ausgeliefert sind. Nun, durch ihre Bekanntschaft mit den Suffragetten, ändert sich ihr Blick. Und obwohl sie im Privaten ihr Glück gefunden hat, wächst in Maud das Gefühl, mehr als Mutter und Ehefrau zu sein. Gegen alle Widerstände beginnt sie, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.
Umsetzung
Indem der Film die fiktive Geschichte von Maud mit den realen Begebenheiten der Frauenrechtsbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts in Großbritannien verknüpft, schafft er einen emotionalen Zugang und stellt die Innensicht und die Motive der Aktivistinnen ins Zentrum. Ihre Wut und ihr unbeirrbarer Wille finden ihre Entsprechung in einer dynamischen Kameraführung, die zugleich auch Verunsicherung und Verwirrung auszudrücken scheint: Je radikaler die Aktionen der Frauen werden, desto mehr entfernen sie sich von ihrer ursprünglichen Lebenswelt und von denen, die sie lieben. So ist die Atmosphäre bedrückend und bedrohlich, was sich in einer vorwiegend düsteren Lichtstimmung widerspiegelt. Doch es schimmert auch Hoffnung durch: Die zu Beginn oft verschachtelt wirkende, kleinteilige Darstellung der Umwelt, die mit der Aussichtslosigkeit und der Unterdrückung zu korrespondieren scheint, weicht im Laufe des Films tendenziell einer freien und weiten Sicht.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Maud ist hin- und hergerissen zwischen dem Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Gerechtigkeit und der Liebe zu ihrer Familie. Der Weg, den sie schließlich geht, erzählt von Integrität und großem Mut, aber auch von einer tiefen Verzweiflung, die sie antreibt. Anhand ihrer Geschichte und der ihrer Mitstreiterinnen, die zum Teil historische Persönlichkeiten sind, lässt sich nicht nur die damalige unerträgliche Situation von Frauen sowie die Errungenschaften der Suffragetten betrachten, sondern auch ein Bezug zur deutschen Vergangenheit sowie zur Gegenwart herstellen: Welche Entwicklung nahm die Frauenrechtsbewegung in Deutschland, wie beurteilen die Schülerinnen und Schüler die Situation heutzutage und welchen Wert hat die Gleichstellung von Mann und Frau in einer Gesellschaft überhaupt? Ebenso kann der Film zum Anlass werden, den Blick auf andere Länder zu richten, in denen Frauen von der Chancengleichheit noch weit entfernt sind. Über die Genderthematik hinaus kann die Bedeutung von Zivilcourage und von Bürgerrechtsbewegungen thematisiert werden.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Dr. Lisa Gadatsch
,
23.12.2015
,
letzte Aktualisierung:
13.05.2020
Regie
Sarah Gavron
Buch
Abi Morgan
Darsteller*innen
Carey Mulligan, Helena Bonham Carter, Brendan Gleeson, Ben Whishaw, , Anne-Marie Duff, Meryl Streep u.a.
Länge
107 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung mit Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
Concorde Filmverleih
Festivals
London Film Festival 2015; British Independent Film Award für Brendan Gleeson als Bester Nebendarsteller; Hollywood Film Award für Carey Mulligan als Beste Schauspielerin