Inhalt
„Die Arbeit schockiert durch abstruse antidemokratische Äußerungen“. Mit dieser Beurteilung einer Studienarbeit hat Ellen Taylor, Professorin an der Elite-Uni Georgetown in Washington DC, die Exmatrikulation ihrer Studentin Liz veranlasst. Als Ellen und ihr Mann Paul einige Zeit später ihren 25. Hochzeitstag feiern, erscheint Liz dort als neue Freundin des Sohns Josh – und schenkt Ellen ein Exemplar des von ihr verfassten Buchs „The Change“, in dem sie ihre Thesen aus dem Studium aufgreift. Die bald viel gelesene ideologische Schrift beflügelt eine antidemokratische Bewegung, die die Demokratie in den nächsten Monaten und Jahren durch ein faschistisches System ersetzt. Kritische „Non-Changer“ wie Ellen, Paul oder deren Töchter Gerda und Birdie geraten unter massiven Druck, während der zuvor wenig selbstsichere Josh im neuen System aufgeht.
Umsetzung
Was genau in Liz' Buch steht und wie der Umsturz der Demokratie verläuft, bleibt in Jan Komasas Thriller ein bewusster weißer Fleck. Stattdessen liegt der Fokus ganz auf den Auswirkungen, die der radikale Systemwechsel auf die gutbürgerliche Familie Taylor hat, die nicht nur gespalten wird, sondern auch zum Epizentrum der politischen Erschütterung avanciert. Der fast alleinige Handlungsort ist das Zuhause der Eltern, wo jeweils im Abstand von einigen Monaten Zusammenkünfte zu Anlässen wie Thanksgiving stattfinden – bis fünf Jahre vergangen sind und der Faschismus etabliert ist. Filmästhetisch schlägt sich der kammerspielartige Ansatz in häufigen Nahaufnahmen und Rededuellen nieder. Als Ensemblefilm, der gegensätzliche Reaktionen aufeinanderprallen lässt, baut THE CHANGE damit viel Spannung auf. Der Verzicht auf Grautöne nimmt den Konflikten jedoch auch Tiefe und dem dramatischen Finale Sprengkraft.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Eine vertiefende Diskussion kann beim Kinoplakat ansetzen, das mit der US-Flagge im Hintergrund und dem davor positionierten Ensemble jenen aktuellen Bezug verspricht, der den Film auszeichnet. Komasa inszeniert das vielerseits befürchtete Ende der US-Demokratie jedoch nicht als Panorama der großen Linien, sondern als intimes Thrillerdrama, das das Politische im Privaten sucht. Wie schätzen die Schüler*innen diese Entscheidung ein und was ergibt sich daraus für die Struktur des Films? Wird das Thema dadurch greifbarer oder verliert es an Komplexität? Fast zwingend erscheint hier eine Figurenanalyse. Dabei kann die typisierende Charakterisierung zur Sprache kommen: Einerseits nimmt sie der familiären Dynamik Ambivalenz, andererseits unterstützt sie die Idee, die Familie als Spiegel der Gesellschaft zu zeigen. Zudem stößt THE CHANGE generelle Überlegungen zur Reflexion gesellschaftlicher Entwicklungen im Medium Film an.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Christian Horn
,
29.10.2025
,
letzte Aktualisierung:
07.01.2026
Regie
Jan Komasa
Buch
Lori Rosene-Gambino, Jan Komasa
Darsteller*innen
Diane Lane, Kyle Chandler, Madeline Brewer, Zoey Deutch, Phoebe Dynevor, Mckenna Grace, Daryl McCormack, Dylan O'Brien u. a.
Länge
112 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung, auch mit Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Tobis Film