Inhalt
Über zehn Jahre lang wird Crowley McCuistion in diesem Dokumentarfilm begleitet. Crowleys Traum als Elfjähriger ist es, ein echter Cowboy zu sein und ein Meister im Rodeo zu werden. Er lebt mit seiner Familie in Olney Springs – in den ländlichen Gebieten von Colorado. Die Familie bedeutet ihm alles, vor allem sein älterer Bruder Yancie ist wie ein zweiter Vater für ihn. Die Ansprüche an Crowley sind hoch: So darf er seinem Vater Curt nicht widersprechen, kümmert sich um Land und Tiere und repariert und baut eigenständig Sachen. Seine ältere Schwester Chaney lebt bereits woanders und möchte Ärztin werden. Als Yancie bei einem Autounfall ums Leben kommt, gerät Crowleys Leben aus dem Gleichgewicht. Für Mutter Farrah ist der Alkoholismus von Curt nicht mehr ertragbar. Crowleys Eltern lassen sich scheiden. Crowley verlässt als Teenager die Familie und ist nun auf sich selbst angewiesen. Die strenge Arbeitsmoral hilft ihm, sich etwas Geld zu verdienen. Als Cowboy und Arbeiter bekommt man aber nicht viel. Nach und nach setzt sich Crowley mit dem Verlust seines Bruders und der Dekonstruktion des Cowboy-Seins auseinander.
Umsetzung
Westerntypisch liefert die Kamera weite Horizontaufnahmen der Landschaft. Erzählerisch werden die Konflikte in der Familie, vor allem nach dem plötzlichen Tod von Yancie, langsam hervorgebracht und subtil dargestellt. Dabei entsteht keine Wertung. Die Familie wird in ihren Alltäglichkeiten beobachtet. Die Kamera befindet sich, während Crowley seinen Tätigkeiten als Cowboy nachgeht, häufig hinter oder neben ihm. Dadurch entsteht eine intensive Nähe und ein Verständnis für seine Verbindung mit Arbeit, Tradition und Tieren. Einzelne Familienmitglieder werden in Halb- und Nahaufnahmen interviewt und schildern auch ihre Perspektiven und Gefühle. Besonders interessant sind die zeitlichen und örtlichen Einblendungen, die die Dokumentation ähnlich wie ein Stück oder Roman in Erzählstrukturen teilen. Sie geben Informationen darüber, wie weit entfernt Crowley von seiner Heimat ist, um seine familiären und innerlichen Konflikte zu unterstreichen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Schüler*innen können sich mit dem Archetyp des Cowboys und seiner Dekonstruktion im Film auseinandersetzen. Was verstehen wir heute unter einem Cowboy? Welche Vorstellung von Cowboys prägen den Film und woher kommt der Mythos, vor allem in den USA? Ist die Arbeit eines Cowboys nicht mehr wichtig? Darüber hinaus ist auch der Dokumentarfilm als Genre, hier kombiniert als Coming-of-Age-Story und Familienporträt, interessant. Kameraeinstellungen und die Abwechslung zwischen Distanz und Nähe sind wichtige Bestandteile, sowie die Interviewsequenzen, die Gefühlen Raum geben und familiäre Dynamiken offenlegen. Filmästhetisch sind des Weiteren auch die weiten Landschaftsaufnahmen und Aufnahmen der Rodeo- und Lasso-Einlagen relevant sowie die rockige Musik, die an das Genre des Westerns erinnert. Der Film liefert auch Einblicke in US-politische Thematiken wie die prekäre Gesundheitsversorgung, das Waffenrecht und Wahlkämpfe.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Ílyas Ínevi
,
23.04.2026
,
letzte Aktualisierung:
06.05.2026
Regie
André Hörmann
Buch
André Hörmann, Vincent Assmann (Co-Autor)
Darsteller*innen
Mitwirkende Crowley McCuistion, Chaney McCuistion, Farrah Lee, Curt McCuistion, Yancie McCuistion, JR Books, Aubrey Arnold u. a.
Länge
92 Min
Sprachfassung
englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Salzgeber
Festivals
Locarno Filmfestival 2026, Semaine de la Critique