Inhalt
Elvis Presleys Rolls Royce fährt durch die Vereinigten Staaten von Amerika auf den Spuren des sogenannten Kings. Es nehmen Personen auf der Rückbank Platz, die von ihm und über ihn erzählen: Hollywoodstars, bekannte sowie unbekanntere Musiker*innen, Journalist*innen, aber auch Fans und Tramper*innen kommen zu Wort. Gleichzeitig wird das Bild eines verletzlichen Landes gezeichnet und eine Analogie gebildet. Elvis wurde vom Elektriker zum Weltstar, zerbrach aber an seinem Lebensstil und seinem unstillbaren Streben nach Ruhm und Geld. Die USA galten einmal als das Land, in dem es alle schaffen können, ein erfolgreiches Leben zu führen. Jetzt brauchen die Menschen mehrere Jobs, um über die Runden zu kommen und fühlen sich im Stich gelassen.
Umsetzung
In einer Found Footage Collage aus Interviewszenen, Konzertmitschnitten, Filmausschnitten und anderen Archivbildern entsteht ein essayistischer, mitreißender und emotionaler Dokumentarfilm. Der American Dream wird dabei schrittweise als Mythos entlarvt. Genau wie Elvis Presley selbst, der zu Beginn als idealistischer, musikliebender Charismatiker auftritt und dann mehr und mehr zum gesichtslosen Produkt einer von Geld besessenen Unterhaltungsindustrie zu werden scheint. Kritische Stimmen sind dabei genauso präsent wie verehrende Lobgesänge auf ein Naturtalent. Elvis’ Karriere wird zum Abbild der gesellschaftlichen Veränderungen seit den 1950er Jahren: Er stahl den Schwarzen ihre Musik, er ließ sich vom US Militär während seines Militärdienstes in Deutschland zu Propagandazwecken einspannen und enthielt sich gleichzeitig sein kurzes Leben lang in entscheidenden Momenten jeglicher Form von politischer Positionierung.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Ist der tablettensüchtige, schwitzende Elvis bei seinem letzten Konzert vor seinem Tod ein angemessenes Bild der heutigen US-amerikanischen Gesellschaft? Der Film zeichnet das Bild eines erkrankten Landes und bietet dabei einiges an Diskussionsstoff. Was ist kulturelle Aneignung und wo beginnt sie? Wer hat eigentlich Donald Trump gewählt? Und was müsste passieren, dass der amerikanische Traum wieder greifbarer wird? Auch Konsum und Popkultur kann anhand des Films zum Thema gemacht werden, in dem die Herstellung der Marke Elvis Presley analysiert wird. Warum ist Elvis Presley so tief im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert? Was hat dazu beigetragen, dass Presley an seinem Erfolg zugrunde ging? Zudem lädt die Machart des Films dazu ein, verschiedene Erzählformen zu betrachten und Dokumentarfilm als Genre zu besprechen.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Laura Caterina Zimmermann
,
02.04.2018
,
letzte Aktualisierung:
15.05.2018
Regie
Eugene Jarecki
Buch
Eugene Jarecki, Christopher St. John
Darsteller*innen
Mitwirkende: Alec Baldwin, Ethan Hawke, Emmylou Harris, Chuck D, Mike Myers, Peter Guralnick,, M. Ward, Greil Marcus, Van Jones u. a.
Länge
109 Min
Sprachfassung
englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Arsenal Filmverleih