Inhalt
„Warum will niemand meine Freundin sein?“ fragt die schüchterne Bonnie, als die Nachbarzwillinge sie einmal mehr stehen lassen. Für die Eltern der Achtjährigen liegt die Antwort auf der Hand: Während viele Gleichaltrige längst digital zocken und chatten, spielt die fantasiebegabte Bonnie nach wie vor mit analogem Spielzeug wie dem „Vintage Cowgirl“ Jessie. Also bekommt Bonnie das froschförmige Tablet Lilypad geschenkt, das sofort alle Aufmerksamkeit bindet und dem Kind schnell neue, indes sehr oberflächliche Freundinnen beschert. Jessie, wie die übrigen Spielzeuge heimlich lebendig, hält wenig von dem „Technik-Hokuspokus“ und will eine passendere Gefährtin für Bonnie finden. Dabei landet sie zwischenzeitlich auf einem Bauernhof, wo mit Blaze ein Mädchen lebt, das wunderbar zu Bonnie passt.
Umsetzung
Auch der fünfte Spielfilm der TOY STORY-Reihe bleibt nah an der bewährten Formel: Die fast elterliche Fürsorge der Spielzeuge für „ihre“ Kinder verankert die Geschichte emotional, die Animationen setzen auf realistische Hintergründe und schlussendlich ist die Überwindung von Konflikten und die so ermöglichte Zusammenarbeit der Weg zum Erfolg. An die Stelle der bisherigen Hauptfiguren Woody und Buzz tritt Jessie als Bonnies Lieblingsspielzeug. Wie zuvor besticht die Stilsicherheit des Pixar-Studios: Details wie Gebrauchsspuren auf Möbeln, schöne Licht- und Schattenspiele und die „Kameraführung" überzeugen. Zusammen mit der kompakten, aber nie übereilten Erzählweise, dem tollen Score und der Einführung neuer lustiger Spielzeuge entsteht ein höchst unterhaltsamer Film, der das Herz am rechten Fleck hat.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
„Die Bildschirme haben die Macht übernommen“, heißt es im Film mit einigem Bedauern. Wie sehen die Kinder das? Hat sich das Spielen für immer verändert und ist der von Jessie beschworene „So tun als ob-Spaß“ wirklich besser? Der Film gibt keine einfachen Antworten: Digitale Medien gehören selbstverständlich zur Lebenswelt von Kindern – zugleich regt er dazu an, über die Bedeutung von Fantasie, Rollenspiel und gemeinsamem Spielen nachzudenken. Im Zentrum steht die Frage, wie Kinder heute Freundschaften schließen und ihre Fantasie entfalten. Dabei thematisiert TOY STORY 5 auch den sozialen Druck unter Gleichaltrigen und die Frage, ob Kinder Interessen aufgeben, um dazuzugehören. Der generationsübergreifende Blick eröffnet Gespräche darüber, ob sich das Erwachsenwerden heute verändert oder beschleunigt hat. Filmsprachlich bieten die Stilwechsel, die Bonnies Fantasie in einer wachsartigen Optik darstellen, die Ich-Perspektiven der Spielzeuge sowie der Erzählaufbau mit Rückblenden und einer kleinen Parallelhandlung interessante Analyseansätze.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Christian Horn
,
17.07.2026
,
letzte Aktualisierung:
22.07.2026
Regie
Andrew Stanton, McKenna Harris
Buch
Andrew Stanton, McKenna Harris
Darsteller*innen
Sprecher*innen (deutsche Fassung): Michael „Bully“ Herbig, Rick Kavanian, Walter von Hauff u. a.
Länge
102 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, barrierefreie Fassungen über Greta und Starks verfügbar
Format
digital, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
The Walt Disney Company Germany