Inhalt
Die junge Kommunistin Antonia Berger wird in der Sowjetunion zu Unrecht wegen Spionage verurteilt und verbringt dort viele Jahre, gefangen in einem Lager. 1952 kommt sie mit ihrer kranken Tochter und zwei Genossinnen in der DDR, im kleinen Fürstenberg, an, wo sie von der sozialistischen Kreisleitung herzlich empfangen werden. Antonias Tochter wird ärztlich behandelt, sie bekommt eine schöne Wohnung und gute Arbeit. Doch all das hat seinen Preis. Die Frauen sollen über die Zeit in der Sowjetunion schweigen. Antonia schöpft Hoffnung auf ein besseres Leben und nimmt den Preis des Schweigens in Kauf. Als sie sich in Konrad, den Arzt ihrer Tochter, verliebt, kann sie ihr Geheimnis nicht länger für sich behalten. Konrad, der nicht weiß wie ernst die Lage ist, spricht darüber und bringt sie so in enorme Schwierigkeiten.
Umsetzung
„Und der Zukunft zugewandt“ zeichnet ein genaues und beeindruckendes Bild einer Frau, deren Glaube an eine bessere, kommunistische Gesellschaft auch durch 14-jährige ungerechtfertigte Lagerhaft in der Sowjetunion nicht erschüttert werden kann. Voller Hoffnung auf ein neues Leben in der jungen DDR kehrt Antonia Berger nach Deutschland zurück und wird bald ernüchtert. Kameramann Thomas Plenert gelingt es, die emotionale Zerrissenheit der Figur einzufangen, zum Beispiel durch die lichten und trotzdem in gewisser Weise trostlosen Räume oder durch helle, winterliche Landschaften, die etwas Starres haben. Wie aufgewühlt die äußerlich sehr kontrolliert wirkenden Hauptfiguren in manchen Situationen sind, verdeutlicht die bewegliche Handkamera, die im Kontrast zu den beinahe sterilen In- und Exterieurs steht. Kurze Szenen von Antonia im Jahr 1989, im Fernsehen den Mauerfall verfolgend, rahmen die 1952/1953 spielende Handlung.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film, dessen Titel ein Ausschnitt aus der DDR Hymne „Auferstanden aus Ruinen“ ist, beschreibt ein wichtiges Thema: Die Verleumdung der eigenen Vergangenheit, das Verschweigen von erlittenem Unrecht, um der jungen Republik im Aufbau nicht zu schaden. Antonia wird mit den Worten: „Wahrheit ist das, was uns nützt“ in der DDR empfangen. Anknüpfend daran kann der Pragmatismus als philosophische Richtung und in der Politik besprochen werden. Darüber hinaus bietet sich an, die Grundlagen des Kommunismus zu erarbeiten. Wofür steht er? Welches sind die Charakteristika kommunistischer Diktaturen und welche Rolle spielte der Kampf gegen tatsächliche oder angebliche Feinde im eigenen Land? Welche Auswirkungen befürchteten die SED-Kader für den Fall, dass Antonia mit einem Bericht über die Lagerhaft in der Sowjetunion an die Öffentlichkeit geht? Wie hätten die Schüler*innen in ihrer Situation gehandelt, und könnten sie sich vorstellen mit so einer Lüge in einem ansonsten mehr oder weniger sorgenfreien Alltag zu leben?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Katharina Siebenmorgen, Sabine Genz
,
28.06.2019
,
letzte Aktualisierung:
08.11.2022
Regie
Bernd Böhlich
Buch
Bernd Böhlich
Darsteller*innen
Alexandra Maria Lara, Robert Stadlober, Stefan Kurt, Karoline Eichhorn, Barbara Schnitzler, Peter Kurth, Carlotta von Falkenhayn u. a.
Länge
108 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen verfügbar
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
FBW
Prädikat "besonders wertvoll"
Verleih
Neue Visionen Filmverleih
Festivals
30. Internationales Filmfest Emden-Norderney: SCORE Bernhard Wicki Preis, nominiert für den DGB-Filmpreis; 15. Festival des deutschen Films Ludwigshafen