Inhalt
Dänemark 1945: Nach Kriegsende wird ein kleiner Trupp junger deutscher Soldaten abkommandiert, einen Strand der dänischen Westküste von Minen zu säubern. Zitternd vor Angst und unterernährt stochern sie im Sand, jeder Schritt könnte der letzte sein. Ihren dänischen Aufseher Unteroffizier Carl Rasmussen würde es nicht kümmern, er hasst die Deutschen und treibt die unerfahrenen Jungs erbarmungslos an. Doch nach mehreren Todesfällen bricht die harte Schale. Rasmussen beginnt, in seinen Kriegsgefangenen nicht mehr die Deutschen zu sehen, sondern verletzliche Jugendliche, die seinen Schutz brauchen.
Umsetzung
Frühe Szenen zeigen die rüde Begrüßung durch einen dänischen Offizier („Dänemark ist nicht Ihr Freund!“) und eine erste Unterweisung in die gefährliche Arbeit. Danach wird der menschenleere Strand, Sinnbild einer ausweglosen Situation, zum einzigen Schauplatz. Im Rahmen einer äußerst nüchternen Bildsprache zieht der Film aus dem lebensbedrohlichen Vorgang der Minenentschärfung makabre Spannung: Je sicherer sich die jungen Soldaten – und das Publikum – fühlen, desto größer ist die Gefahr. Das Bild eines brüllenden Jungen mit abgerissenen Armen ist nichts für schwache Gemüter, zum Verständnis jedoch notwendig. Zum stupiden Tagesablauf gehört auch der militärische Drill, der die Jungen unter anderem dazu zwingt, gesäuberte Abschnitte Arm in Arm abzulaufen. Nächtliche Gespräche in der verriegelten Baracke kreisen um die verheerende Ernährung, seltener um eine mögliche Zeit danach und die Hoffnung auf ein gutes Leben im zerbombten „Reich“.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Die militärische Sicherung der dänischen Küste durch 1.5 Millionen Tretminen erfolgte auf Befehl Hitlers. Zur Beseitigung wurden nach Kriegsende etwa 2.000 meist jugendliche deutsche Kriegsgefangene herangezogen, rund die Hälfte kam dabei ums Leben. Der Film will vor allem diese Fakten präsentieren, die in der dänischen Gesellschaft bis heute kaum bekannt sind. Ohne die deutsche Kriegsschuld zu relativieren, stößt er damit doch in ein sensibles Feld, das im Unterricht abgesteckt werden sollte. Die Figur Rasmussens bietet an, das dänische Verlangen nach Wiedergutmachung und Rache zu erörtern, aber auch die Möglichkeit von Vergebung. Anhand der mutmaßlich schuldlosen Jugendlichen lässt sich über die Generation des „Volkssturms“ diskutieren, Hitlers letztes Aufgebot, an das schon Bernhard Wickis Filmklassiker „Die Brücke“ (D 1959) erinnerte. Ein Thema für den Politikunterricht ist der internationale Kampf gegen Landminen: Trotz eines im Jahre 1999 ratifizierten Verbots sterben noch immer durchschnittlich neun Menschen täglich an Landminen, viele davon Kinder.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Philipp Bühler
,
01.02.2016
,
letzte Aktualisierung:
04.06.2019
Regie
Martin Zandvliet
Buch
Martin Zandvliet
Darsteller*innen
Roland Møller, Mikkel Boe Følsgaard, Louis Hofmann, Joel Basman, Oskar Bökelmann, Emil Buschow u.a.
Länge
101 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
Kochmedia
Festivals
Internationales Filmfestival Toronto 2015, Internationales Filmfestival Tokyo 2015, Dänischer Filmpreis Robert: bester dänischer Film, beste Regie, bestes Originaldrehbuch, beste Kamera, bester Schnitt, Publikumspreis; Göteborg International Film Festival: Dragon Award Best Nordic Film; International Film Festival Rotterdam: Warsteiner Publikumspreis, Moviezone Award; Hamburg Film Festival 2015