Verflucht Normal

Großbritannien, Irland 2025

Verstoßen, missverstanden und allein – so geht es John Davidson, als er in den 1980er-Jahren in Schottland mit Tourette-Syndrom aufwächst. Die Krankheit ist stigmatisiert und John wird als Problem abgestempelt. Doch er gibt nicht auf – vor allem wegen seiner Freund*innen Dotty und Tommy, die ihn in allen Dingen unterstützen. Der biografische Film erzählt berührend und lebensnah seine Geschichte vom Außenseiter zum heutigen Aktivisten für das Tourette-Syndrom.

Originaltitel

I Swear

Genre

Drama , Biografie

Klassenstufe

ab 8. Klasse

Altersempfehlung

ab 13 Jahre

Unterrichtsfächer

Englisch, Deutsch, Ethik, Sozialkunde, Psychologie, fächerübergreifend: Berufsorientierung

Themen

Ableismus, Tourette-Syndrom, Behinderung, (Wahl-)Familie, Freundschaft, Diskriminierung, emotionale Belastung, Arbeit, Mobbing, Gewalt

Kinostart

28.05.2026

SchulKinoWochen

Die filmische Biografie handelt von John Davidson, einem schottischen Mann aus einer Arbeiter*innenfamilie, der heute für seinen Aktivismus für das Tourette-Syndrom bekannt ist. John wächst in den 1980er-Jahren in Galashiels auf, als bei ihm erste Symptome des Tourette-Syndroms einsetzen. Doch seine Umgebung – vor allem Familie und High School – hat kein Verständnis. Wissen über die neurologische Krankheit ist nicht verbreitet, und sie ist stark stigmatisiert. Stattdessen wird John als frecher und problematischer Junge abgestempelt und sein Wunsch, Fußballer zu werden, steht im Aus. Auch als John erwachsen ist, stagniert sein Leben. Er gerät aufgrund mangelnden Verständnisses für seine Symptome in Konflikte mit anderen Menschen und der Polizei. Doch dann begegnet er seinem alten Schulfreund Murray und dessen Mutter Dotty. Dotty hilft John, eine Arbeit bei Hausmeister Tommy zu finden und unterstützt ihn dabei, seine Laufbahn als Aufklärer für mehr Verständnis und gegen Diskriminierung zu beginnen.
Der Film ist eine klassische Filmbiografie. So wird Einblick in relevante Lebensabschnitte von John gegeben und der von Widerständen, aber auch Erfolgen, geprägte Weg zu seinem gesellschaftlichen Aktivismus dargelegt. Das Setting legt Wert auf Authentizität. Besonders interessant sind die atmosphärischen und realistisch anmutenden Andeutungen auf die 1980er und 1990er Jahre. Kostüme, musikalische Untermalung und bewusst in Szene gesetzte Gegenstände betonen das Ganze. An Stärke gewinnt der Film nicht nur in Darstellungen der Beziehungen zwischen den Figuren, sondern auch in Momenten, in denen John alleine ist. Hier brilliert das glaubwürdige (und recherchierte) Schauspiel von Aramayo, der in Nahaufnahmen Johns Gefühle und Symptome intensiv zeigt. Eindrucksvoll sind die Szenen, in denen John sich im Spiegel betrachtet sowie die Momente, in denen er in der Natur Ruhe sucht. Aufgelockert wird der Film durch humoristische Einlagen, die Annahmen über Tourette aufbrechen.
Schüler*innen können sich mit der Filmbiografie (Biopic) als Genre beschäftigen und z. B. einen Vergleich mit John Davidsons literarischer Biografie machen. Welche Lebensabschnitte wurden gewählt, um Johns Aufstieg vom Außenseiter zum Aktivisten darzulegen? Weitere Anknüpfungspunkte lassen sich in der filmästhetischen Darstellung der 80er und 90er finden: Wie gewinnt die Kulisse an Authentizität und warum fühlt sich der Film zuweilen wie eine Zeitreise an? Ergänzend lohnt sich ein kritischer Blick auf die Produktionsbedingungen: Wie wurde die Hauptrolle besetzt (Stichwort: „Cripping-Up“ – Darstellung von Behinderung durch nicht betroffene Schauspieler*innen) und in welchem Umfang waren Menschen mit Tourette an Produktion, Dreh und Besetzung beteiligt? Dazu sind Impulsfragen und Recherchen zum Tourette-Syndrom relevant. Wichtig ist dabei dessen historische Einordnung als stigmatisierte Behinderung und die damit verbundenen Sanktionen und Missverständnisse gegenüber Erkrankten im Strafrecht, im Alltag, im Arbeitsleben und vielen anderen Bereichen.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Ílyas Ínevi , 12.04.2026 , letzte Aktualisierung: 27.04.2026

Regie

Kirk Jones

Buch

Kirk Jones

Darsteller*innen

Robert Aramayo, Scott Ellis Watson, Maxine Peake, Shirley Henderson, Peter Mullan, David Carlyle, Steven Cree u. a.

Länge

121 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, englische (schottische) Originalversion mit Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Wild Bunch Germany

Festivals

(2025) British Independent Film Awards: Best Lead Performance, Best Casting; British Academy of Film Awards: Best Actor in a Leading Role, Best Casting

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