Inhalt
Der junge Willy Wonka lebt als mittelloser Tagträumer in London. Im Andenken an seine verstorbene Mutter wünscht er sich, selbstgemachte Schokolade zu verkaufen. Mit seiner kleinen „Reisefabrik” in einem Koffer gelingen ihm innovative Kreationen mit magischen Nebenwirkungen. Den gierigen Reichen vom örtlichen Schokoladenkartell erscheint der Neuling daher als unliebsame Konkurrenz, die auf dem Markt keinesfalls Fuß fassen soll. Weitere Probleme erwarten Willy in seiner Unterkunft bei der herzlosen Mrs. Schrubbes, die Kinder wie die kleine Noodle schamlos ausbeutet. Im Verbund mit Noodle, weiteren Außenseiter*innen und einer guten Portion Herzblut glückt es jedoch, das Blatt zu wenden. Auch ein trollartiger Umpa-Lumpa, mit dem Willy in liebenswerter Erzfeindschaft verbunden ist, schlägt sich zur rechten Zeit auf die Seite der Unterdrückten.
Umsetzung
Das Kinderbuch „Charlie und die Schokoladenfabrik” erschien erstmals 1964 und hat seither in verschiedenen Inkarnationen ein Millionenpublikum erreicht. Nun legt der „Paddington”-Regisseur Paul King eine weitere Adaption vor, die als Prequel angelegt ist, also die Vorgeschichte der bekannten Schokoladenfabrik erzählt. Der Film zeigt einen völlig verarmten, anfangs sogar obdachlosen Wonka, was im Zusammenhang mit der Unterkunft an Motive aus „Oliver Twist” von Charles Dickens erinnert. Mit überzeichneten Figuren und kräftigen Farben, Gesangseinlagen, Humor und einem hohen Produktionsaufwand, der die Kulissen bewusst als solche erkennbar lässt, setzt King ein vordergründig kurzweiliges Familienvergnügen in Szene. Zugleich schreckt er nicht davor zurück, Themen wie Klassismus, Ausbeutung oder Korruption anzusprechen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Eine Figurenanalyse kann mit einer Untersuchung der Musical-Nummern einsteigen. Schon die erste führt zum Auftakt die wesentlichen Charaktereigenschaften des jungen Wonka ein, der „den Kopf voller Träume” hat. Besprechenswert ist auch die Opposition zwischen Armen und Reichen. Das Kartell der Schokoladenfabrikanten, das im Keller einer Kathedrale residiert, hält den unfairen Status Quo mit Bestechung, Intrigen und letztlich auch der Anwendung von Gewalt aufrecht. Machtmissbrauch grassiert jedoch auch in Schrubbes Gasthaus. Wie können die Unterjochten, die im Keller ihre Schulden – entstanden durch völlig überhöhte Übernachtungspreise – bei Mrs. Schrubbes abarbeiten müssen, dagegen aufbegehren? Wo sehen die Schüler*innen Parallelen zu Gegebenheiten in der realen Welt? Etwas vereinfacht bietet der Film Optimismus und Kreativität als Lösung der Missstände an, aber auch den Zusammenhalt der „kleinen Leute”. In filmästhetischer Hinsicht lohnt ein Blick auf die Kostüme und die sehr farbenfrohe Ausstattung. Mit welchen Mitteln erzeugt die Ausgestaltung die insgesamt positive Stimmung?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Christian Horn
,
06.12.2023
,
letzte Aktualisierung:
02.01.2024
Regie
Paul King
Buch
Simon Farnaby, Paul King
Darsteller*innen
Timothée Chalamet, Keegan Michael-Key, Sally Hawkins, Rowan Atkinson, Olivia Colman, Jim Carter, Hugh Grant u. a.
Länge
117 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung mit Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Warner Bros.