Inhalt
Der französische Dokumentarfilm begleitet eine Gruppe junger Menschen durch drei Phasen ihres ersten Ausbildungsjahres an einer Pflegeschule. Am Anfang erwarten die Schüler*innen Übungen und Rollenspiele. Ob Blutdruckmessen, Spritzen, Notfallsimulation – noch stehen die Überwindung der eigenen Scheu und auch der Spaß in der Gruppe im Mittelpunkt. Ernst wird es, wenn es um die ethischen Grundlagen der Pflege geht. In der zweiten Phase erproben sich die Schüler*innen in Praktika auf Krankenhausstationen. Hier begegnen sie Patient*innen jeden Alters und müssen lernen, sich zu organisieren und die gelernten Handgriffe an Menschen durchzuführen. Als die Schüler*innen abschließend mit ihren Ausbilder*innen über die Erfahrungen in den Praktika reden, offenbart sich ein Praxisschock. Auf unterschiedliche Weise reagieren sie auf die Herausforderungen ihres Berufs: die Verantwortung für Menschen und die Zusammenarbeit mit Kolleg*innen und Vorgesetzten. Es gibt noch viel zu lernen.
Umsetzung
Regisseur Nicolas Philbert unterteilt seinen Film entlang der unterschiedliche Phasen des Ausbildungsbeginns in drei poetisch betitelte Kapitel. Darüber hinaus gibt es wenig erzählerische Eingriffe. Die Zuschauenden werden mit großer Unmittelbarkeit in die Situation der Schüler*innen versetzt. Der Film fokussiert keine Hauptfiguren, sondern bewegt sich entweder in der von Diversität geprägten Gruppe oder beobachtet im Wechsel Erlebnisse einzelner Schüler*innen. Er verzichtet auf Informationen, Kommentare und ist immer ganz nah dran am Geschehen. Durch die Wiedererkennbarkeit von lustigen Gruppensituationen und auch Momenten, in denen Schüler*innen nachvollziehbar in Stress geraten, entstehen fast beiläufig Humor und Empathie. Durch leichte Ästhetisierung von Details wie z. B. dem Ritual des richtigen Händewaschens eröffnet der Film einen neuen, respektvollen Blick auf die Fähigkeiten, die zur Ausübung krankenpflegerischer Arbeit notwendig sind.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film zeigt junge Menschen bei den ersten Schritten ins Berufsleben. Es geht um die universellen Themen wie erwachsen zu werden, sich Verantwortung zu stellen, zu lernen und in einem professionellen Umfeld zu bestehen: Themen für den Unterricht zur Berufsorientierung und Perspektiven für die Zeit nach der Schule. Zum anderen steht mit der Pflege ein oft unterschätzter, in seiner gesellschaftlichen Bedeutung immens wichtiger und in seiner Vielfalt sehr interessanter Berufszweig im Mittelpunkt. Ausgehend von dem Respekt, den der Film gegenüber Pflegeberufen transportiert, lassen sich ethische und soziale Themen aus dem Film ableiten. Die besondere Form des Dokumentarfilms bietet Raum für eine ergänzende analytische Auseinandersetzung mit dem Film.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Sandra Künstler
,
02.05.2019
,
letzte Aktualisierung:
28.04.2020
Regie
Nicolas Philibert
Buch
Nicolas Philibert
Darsteller*innen
Pflegeschüler*innen und Ausbilder*innen vom Hospital de la Croix Saint-Simon in Montreuil
Länge
105 Min
Sprachfassung
französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
mindjazz pictures