Fortbildungen zum Augen auf-Kinotag

Diese Online Fortbildungen werden wir zum Augen auf-Kinotag 2027 für Lehrkräfte und außerschulische Pädagog*innen anbieten: Film im Unterricht - Verfolgung von Sinti* und Roma* im Nationalsozialismus am 4. November, 15-18 Uhr und Film in der Vermittlung zu Nationalsozialismus und Holocaust am 25. November, 15-18 Uhr, sowie Augen auf-Kinotag zum 27. Januar 2027: Filmbildung zur Geschichte des Nationalsozialismus für Berliner Lehrkräfte am 07. Dezember, 15-17 Uhr und für Pädagog*innen aus anderen Bundesländern am 09.Dezember, 15-16:30 Uhr. 

Film im Unterricht - Verfolgung von Sinti* und Roma* im Nationalsozialismus

Filme tragen dazu bei, die Schrecken der NS-Zeit erinnerungskulturell zu bewahren und emotional zugänglich zu machen. Lange Zeit blieb filmisch wie gesellschaftlich die Verfolgungsgeschichte von Sinti* und Roma* ausgeblendet, obwohl mehrere hunderttausend Angehörige der Minderheit von den Nationalsozialist*innen verfolgt und ermordet wurden. Inzwischen gibt es bewegende Spiel- und Dokumentarfilme, die auch im Unterricht eingesetzt werden können.
Die Fortbildung verbindet historisches Hintergrundwissen, Filmbildung und kritische Medienkompetenz im Bereich Antiziganismus. Auf dieser Basis werden konkrete Unterrichtsentwürfe zu Filmen des Augen auf-Kinotags erarbeitet, zum Biopic „Django – Ein Leben für die Musik“ (F, 2017), zum Kinderfilm „Zirkuskind“ (D, 2024) über eine Sinti* Artistenfamilie, zu den Kurzfilmen „Menschen können zweimal sterben” (D, 2022) des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas sowie zum Dokumentarfilm „Wesley schwimmt“ (D, 2024), der den Urenkel des Überlebenden Hugo Höllenreiner auf eine Gedenkstättenfahrt begleitet. Ziel der Fortbildung ist es, Wege zu finden, Schüler*innen die NS-Geschichte und deren Bedeutung für die Gegenwart zu vermitteln und sie für Diskriminierung in der heutigen Vielfaltsgesellschaft zu sensibilisieren.
Die historischen Hintergründe der NS-Verfolgung und des Völkermords an Sinti* und Roma*, sowie die des Überlebens und der anhaltenden Diskriminierung nach 1945 werden vermittelt. Es werden film- und bildungstheoretische Grundlagen vorgestellt und mit Filmbeispielen diskutiert. Ein Schwerpunkt wird dabei auf Antiziganismus im Film gelegt. Wir diskutieren, wie Sie im Kontext von Sehroutinen, Vorwissen und Rezeptionserwartungen der Schüler*innen Filme im Unterricht einsetzen können. 

Die Referentin: Atiđe Jasarova ist Projektmanagerin im „Critical Film & Image Hub“ an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg, die im Programm „Demokratie leben!“ der Bundesregierung gefördert wird. In ihrer vorherigen Tätigkeit für den Münchner Verein RomAnity e.V. hat sie zuvor den Anime-Film „Unbroken“, welcher fünf historische Persönlichkeiten der Minderheit der Sinti* und Roma* durch das Grauen des Holocausts begleitet, co-produziert. Daneben engagiert sie sich als Vortragende, Workshopleiterin und Teilnehmerin unterschiedlicher Medienformate für die Inklusion und gleichberechtige Teilhabe der Minderheit. 

Fächer: Geschichte, Politik, Sozialkunde, Deutsch, Kunst, Ethik, Religion
Klassenstufen: alle, Fokus 7.-13. Klasse
Termin (online): 4. November 2026, 15-18 Uhr
Anmeldung: Für NRW per Mail an die SchulKinoWochen NRW, für Sachsen-Anhalt bei elTIS-Online, für Thürignen bei TSP, Anmeldeoption für Bayern folgt - bis dahin per Mail an Roman Woopen

 

Film in der Vermittlung zu Nationalsozialismus und Holocaust

Viele eindrückliche Dokumentar- und Spielfilme sind in den letzten Jahren ins Kino gekommen, die den Nationalsozialismus und Holocaust, die Nachwirkungen und Erinnerung daran thematisieren. Wie Sie diese Filme im Unterricht einsetzen können, darum geht es in dieser praxisorientierten Fortbildung. Durch die Unmittelbarkeit seiner Wirkung stellt Film einen intensiven, empathischen Zugang für Schüler*innen zu einem Thema her, dem sonst bisweilen mit Abwehr oder vermeintlichen Übersättigungsgefühlen begegnet wird. Gleichzeitig eröffnet Film Potentiale zur kritischen Medienreflektion und setzt Impulse, filmästhetische und dramaturgische Elemente kennenzulernen. Damit lassen sich spannende Verbindungen von historischen, ethischen, emotionalen und gestalterischen Fragen herstellen – z. B. aus welcher Perspektive erzählt der Film vom Holocaust, was ist die historische Wahrheit dahinter und was wird mit welcher Wirkung fiktionalisiert? Praxisorientierte Fragen und Empfehlungen für den Unterricht stehen im Fokus der Fortbildung: Welche Filme eignen sich für Ihre Lerngruppe? Wie binden Sie einen Film zum Thema Nationalsozialismus, Holocaust und der Nachgeschichte in ihren Unterricht ein? Welche herausfordernden Situationen könnten auftreten und wie können Sie damit umgehen? Exemplarisch werden wir uns bestehende Unterrichtsmaterialien zu zwei Filmen aus dem Programm des Augen auf-Kinotag ansehen und in Methoden einarbeiten. 

Die Referentin, Rifka Ajnwojner, arbeitet seit 2021 in der Bildung und Vermittlung des Jüdischen Museums Frankfurt als abgeordnete Lehrerin. Sie ist zuständig für die kulturelle, politische Bildung zu den Themen Judentum, aktuelles jüdisches Leben, Formen des Antisemitismus und Erinnerung an den Holocaust. Frau Ajnwojner betreut Bildungsangebote der Bibliothek, gibt Fortbildungen, konzipiert Workshops und entwickelt Vermittlungsprogramme. Vor ihrer Arbeit als Lehrerin war Rifka Ajnwojner an verschiedenen Kultureinrichtungen tätig, unter anderem bei VISION KINO Berlin und am Goethe Institut Tel Aviv.

Fächer: Deutsch, Geschichte, Kunst, Ethik, Politik, fächerübergreifende Demokratiebildung
Klassenstufen: 9.-13. Klasse
Termin (online): 25. November 2026, 15-18 Uhr
Anmeldung: Für NRW per Mail an die SchulKinoWochen NRW, für Sachsen-Anhalt bei elTIS-Online, für Thürignen bei TSP, für Bayern bei FIBS.

 

Augen auf-Kinotag zum 27. Januar 2027: Filmbildung zur Geschichte des Nationalsozialismus

Am 27. und 28. Januar findet zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus der Augen auf-Kinotag der Stiftung EVZ in Berlin, Halle (Saale), Köln und München statt. Gezeigt und mit besonderen Gästen besprochen werden Filme, die sich auf bewegende Weise mit der NS-Geschichte und dem Holocaust auseinandersetzen. Für Lehrkräfte werden begleitende Unterrichtsmaterialien, eine Handreichung sowie Fortbildungen angeboten. Filme können niedrigschwellig und altersgerecht Geschichte vermitteln und durch die emotionale Ansprache eine intensive Auseinandersetzung mit dieser anregen. Die praxisbezogene Fortbildung bietet Lehrkräften eine kompakte Einführung zum Augen auf-Kinotag. Die pädagogischen Angebote zum Augen auf-Kinotag werden vorgestellt und die Teilnahme am Schulkino wird organisatorisch, inhaltlich und didaktisch vorbereitet. Die gegenwärtige Erinnerungskultur in Deutschland sowie die Potenziale von Film für die Vermittlung der Geschichte des Nationalsozialismus und für die Demokratiebildung werden besprochen. Teilnehmende lernen Methoden zur Vor- und Nachbereitung eines Films zu diesem Themenkomplex kennen. Exemplarisch werden bestehende Unterrichtsmaterialien zu Filmen aus dem Programm des Augen auf-Kinotags vorgestellt und Möglichkeiten zur Verwendung im Unterricht erörtert. Auch organisatorische Fragen von der Anmeldung bis hin zu Abläufen beim Kinobesuch werden beantwortet.

Die Referentin, Roberta Huldisch, ist Film- und Kulturvermittlerin und Co-Leiterin der SchulKinoWochen Berlin. Sie konzipiert als Autorin filmpädagogisches Unterrichtsmaterial, moderiert Filmgespräche und gibt Fortbildungen zum Thema Filmbildung. Sie hat Sozialwissenschaften in Cambridge und Kulturvermittlung mit Schwerpunkt Medien in Hildesheim studiert.  

Diese Fortbildung ist auch offen für Lehrkräfte in Kinotag+ Städten.
Fächer: Geschichte, Politik, Medienbildung, Deutsch, Ethik, fächerübergreifende Demokratiebildung
Klassenstufen: alle Klassenstufen, Fokus ab SEK I
Termin für Berliner Lehrkräfte: 07.Dezember 2026, 15-17 Uhr
Termin für Lehrkräfte anderer Bundesländer: 09.Dezember, 15-16:30 Uhr
Anmeldung: Für NRW per Mail an die SchulKinoWochen NRW, für Sachsen-Anhalt bei elTIS-Online, Anmeldeoption für Bayern folgt – bis dahin per Mail an Aureliu Duisberg. Anmeldung für Lehrkräfte aus Kinotag+ Städten per Mail an Aureliu Duisberg.

 

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