Fortbildungen zum Augen auf-Kinotag
Diese und weitere Online Fortbildungen werden wir zum Augen auf-Kinotag 2027 für Lehrkräfte und außerschulische Pädagog*innen anbieten: “Film im Unterricht - Verfolgung von Sinti* und Roma* im Nationalsozialismus” am 4. November und “Film in der Vermittlung zu Nationalsozialismus und Holocaust” am 25. November, jeweils 15-18 Uhr.
Film im Unterricht - Verfolgung von Sinti* und Roma* im Nationalsozialismus
Filme tragen dazu bei, die Schrecken der NS-Zeit erinnerungskulturell zu bewahren und emotional zugänglich zu machen. Lange Zeit blieb filmisch wie gesellschaftlich die Verfolgungsgeschichte von Sinti* und Roma* ausgeblendet, obwohl mehrere hunderttausend Angehörige der Minderheit von den Nationalsozialist*innen verfolgt und ermordet wurden. Inzwischen gibt es bewegende Spiel- und Dokumentarfilme, die auch im Unterricht eingesetzt werden können.
Die Fortbildung verbindet historisches Hintergrundwissen, Filmbildung und kritische Medienkompetenz im Bereich Antiziganismus. Auf dieser Basis werden konkrete Unterrichtsentwürfe zu Filmen des Augen auf-Kinotags erarbeitet, zum Biopic „Django – Ein Leben für die Musik“ (F, 2017), zum Kinderfilm „Zirkuskind“ (D, 2024) über eine Sinti* Artistenfamilie, zu den Kurzfilmen „Menschen können zweimal sterben” (D, 2022) des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas sowie zum Dokumentarfilm „Wesley schwimmt“ (D, 2024), der den Urenkel des Überlebenden Hugo Höllenreiner auf eine Gedenkstättenfahrt begleitet. Ziel der Fortbildung ist es, Wege zu finden, Schüler*innen die NS-Geschichte und deren Bedeutung für die Gegenwart zu vermitteln und sie für Diskriminierung in der heutigen Vielfaltsgesellschaft zu sensibilisieren.
Die historischen Hintergründe der NS-Verfolgung und des Völkermords an Sinti* und Roma*, sowie die des Überlebens und der anhaltenden Diskriminierung nach 1945 werden vermittelt. Es werden film- und bildungstheoretische Grundlagen vorgestellt und mit Filmbeispielen diskutiert. Ein Schwerpunkt wird dabei auf Antiziganismus im Film gelegt. Wir diskutieren, wie Sie im Kontext von Sehroutinen, Vorwissen und Rezeptionserwartungen der Schüler*innen Filme im Unterricht einsetzen können.
Die Referentin: Atiđe Jasarova ist Projektmanagerin im „Critical Film & Image Hub“ an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg, die im Programm „Demokratie leben!“ der Bundesregierung gefördert wird. In ihrer vorherigen Tätigkeit für den Münchner Verein RomAnity e.V. hat sie zuvor den Anime-Film „Unbroken“, welcher fünf historische Persönlichkeiten der Minderheit der Sinti* und Roma* durch das Grauen des Holocausts begleitet, co-produziert. Daneben engagiert sie sich als Vortragende, Workshopleiterin und Teilnehmerin unterschiedlicher Medienformate für die Inklusion und gleichberechtige Teilhabe der Minderheit.
Fächer: Geschichte, Politik, Sozialkunde, Deutsch, Kunst, Ethik, Religion
Klassenstufen: alle, Fokus 7.-13. Klasse
Termin (online): 4. November 2026, 15-18 Uhr
Anmeldung: Akkreditierung in NRW, Bayern, Sachsen-Anhalt in Planung, Anmeldeoptionen folgen - bis dahin per Mail an Roman Woopen
Film in der Vermittlung zu Nationalsozialismus und Holocaust
Viele Dokumentar- und Spielfilme sind in den letzten Jahren ins Kino gekommen, die den Nationalsozialismus und Holocaust, die Nachwirkungen und Erinnerung thematisieren. Wie Sie diese Filme im Unterricht einsetzen können, darum geht es in dieser praxisorientierten Fortbildung.
Durch die Unmittelbarkeit seiner Wirkung stellt Film einen intensiven, empathischen Zugang für für Schüler*innen zum einem Thema her, dem sonst bisweilen mit Abwehr oder vermeintlichen Übersättigungsgefühl begegnet wird. Gleichzeitig eröffnet Film Potentiale zur kritischen Medienreflektion und setzt Impulse, filmästhetische und dramaturgische Elemente kennenzulernen. Damit lassen sich spannende Verbindungen von historischen, ethischen, emotionalen und gestalterischen Fragen herstellen – z. B. aus welcher Perspektive erzählt der Film vom Holocaust, was ist die historische Wahrheit dahinter und was mit welcher Wirkung fiktionalisiert?
Praxisorientierte Fragen und Empfehlungen für den Unterricht stehen im Fokus der Fortbildung: welche Filme eignen sich für Ihre Lerngruppe? Wie binden Sie einen Film zum Thema Nationalsozialismus, Holocaust und der Nachgeschichte in ihren Unterricht ein? Welche herausfordernden Situationen könnten auftreten und wie können Sie damit umgehen? Exemplarisch werden wir uns bestehende Unterrichtsmaterialien ansehen und in Methoden einarbeiten.
Die Referentin, Rifka Ajnwojner, arbeitet seit 2021 in der Bildung und Vermittlung des Jüdischen Museums Frankfurt als abgeordnete Lehrerin. Sie ist zuständig für die kulturelle, politische Bildung zu den Themen Judentum, aktuelles jüdisches Leben, Formen des Antisemitismus und Erinnerung an den Holocaust. Frau Ajnwojner betreut Bildungsangebote der Bibliothek, gibt Fortbildungen, konzipiert Workshops und entwickelt Vermittlungsprogramme. Vor ihrer Arbeit als Lehrerin war Rifka Ajnwojner an verschiedenen Kultureinrichtungen tätig, unter anderem bei VISION KINO Berlin und am Goethe Institut Tel Aviv.
Fächer: Deutsch, Geschichte, Kunst, Ethik, Politik, fächerübergreifend: Demokratiebildung
Klassenstufen: 9. - 13. Klasse
Termin (online): 25. November 2026, 15-18 Uhr
Anmeldung: Akkreditierung in NRW, Bayern, Sachsen-Anhalt in Planung, Anmeldeoptionen folgen - bis dahin per Mail an Roman Woopen
