Inhalt
A REAL PAIN erzählt die Geschichte der beiden New Yorker Cousins David und Benji, die eine Reise nach Polen unternehmen, um die Geschichte ihrer Familie zu erkunden. Der Trip ist ein Geschenk ihrer verstorbenen Großmutter, einer Holocaust-Überlebenden aus Polen. Während die beiden ungleichen Charaktere als Teil einer Reisegruppe im Rahmen einer geführten Erinnerungs-Tour das Land und Orte jüdischen Lebens und der Shoah erkunden, treten ihre eigenen Spannungen und Konflikte zutage. Dabei wird zunehmend deutlich, in welcher persönlichen Krise sich Benji befindet, während David zwischen Eifersucht und Sorge schwankt. Vor dem Hintergrund der traumatischen Familiengeschichte kämpfen die Cousins mit Fragen nach der Legitimität ihres eigenen Schmerzes und dem Kontrast zwischen den Schrecken, denen die Opfer der Shoa ausgesetzt waren und ihrem eigenen privilegierten Leben.
Umsetzung
A REAL PAIN ist geprägt von einer Mischung aus humorvollen und bedrückenden Momenten, während sich die gegensätzlichen Protagonisten mit dem schwierigen Erbe der Vergangenheit auseinanderset-zen und nach ihrer eigenen Identität suchen. Der Film bietet keine universellen Antworten und kommt ohne ein Happy End aus – auch die beiden Hauptprotagonisten durchlaufen keine klassische Figurenentwicklung im Verlauf der Reise. Symbolisch endet A REAL PAIN mit der gleichen Szene, mit der er beginnt und auch die Erwartungshaltung hinter der Suche nach Antworten und Erinnerungen von David und Benji wird oft überraschend gebrochen. Der Film macht das transgenerationale Trauma der Protagonisten in seiner Komplexität spürbar, lässt dies jedoch nicht in Pathos oder Kitsch kippen und hält eine Balance mit humorvollen Szenen und Dialogen. Auch die Szene eines Besuchs in der KZ-Gedenkstätte Majdanek zeigt die Sensibilität der Filmproduktion: Die Kamera bleibt nah an den Protagonisten und zeigt still ihre Reaktion auf den Ort, statt auf Schockeffekte und zur Schau gestelltes Leid zu bauen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
A REAL PAIN regt zur Reflexion über die Frage an, was die Vergangenheit – sowohl die Geschichte des Nationalsozialismus wie auch die persönliche Familiengeschichte – für die Nachkommen von Opfern und Täter*innen bedeutet. Darüber hinaus bietet der Film Raum für Gespräche über Identität, familiäre Bindungen und die Herausforderungen, die durch eine mit der globalen Gewaltgeschichte der Shoah verwobenen Familiengeschichte entstehen. Durch den relativ niedrigschwelligen Zugang und seinen Gegenwartsbezug kann A REAL PAIN Identifikationspunkte in der Lebensrealität junger Menschen bieten. Gleichzeitig gelingt es dem Film, die transgenerationalen Traumata auf eine Weise darzustellen, die emotional verständlich ist und Empathie mit Opfern von Verfolgung und Ermordung und deren Nachkommen erzeugen kann. Anhand der komplexen und lebendigen Darstellung der beiden Hauptprotagonisten, die auch mit klassischen Erwartungen bricht, lassen sich Charakterisierungen und Entwicklungen von Filmfiguren, deren Motivationen und Konflikte bearbeiten.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Eva Hasel
,
11.11.2024
,
letzte Aktualisierung:
30.06.2025
Regie
Jesse Eisenberg
Buch
Jesse Eisenberg
Darsteller*innen
Jesse Eisenberg, Kieran Culkin, Will Sharpe, Kurt Egyiawan, Jennifer Grey, Liza Sadovy, Daniel Oreskes
Länge
90 MIn
Sprachfassung
deutsche Fassung, vielsprachige Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
The Walt Disney Company Germany
Festivals
Sundance International Filmfestival 2024: Screenwriting Award; Valladolid International Film Festival 2024; Santa Barbara International Film Festival 2025: Virtuoso Award für Kieran Culkin u. v. a. m.