© Studiocanal 2026

Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte

Deutschland 2026

Der 2008 publizierte Roman „Heimsuchung“ der Autorin Jenny Erpenbeck ist inzwischen Abiturlektüre – nun folgt die Verfilmung von Volker Schlöndorff, der schon mit „Die Blechtrommel“ deutsche Schlüsselliteratur adaptiert hat. Schlöndorff inszeniert den Stoff als Ensemblefilm und Geschichtspanorama, das wie das Buch vielfältige Anknüpfungspunkte bietet. Sehenswert ist der Film vor allem als Veranschaulichung historischer Wendepunkte.

Genre

Drama , Literaturadaption

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Ethik, Religion

Themen

Biografie, Individuum (und Gesellschaft), Heimat, (deutsche) Geschichte, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Krieg/Kriegsfolgen, DDR, Mauerfall, Wiedervereinigung, zwei deutsche Staaten

Kinostart

15.10.2026

Im Verlauf von fast hundert Jahren deutscher Geschichte ist ein Anwesen an einem See in Brandenburg Schauplatz vieler Schicksale. Menschen kommen und gehen, die Zeitläufte ändern sich, der See und das Haus bleiben. In der ausgehenden Weimarer Republik baut ein Architekt es für sich und seine Verlobte. Nebenan errichtet ein jüdischer Tuchfabrikant ein kleines Badehaus; unter der NS-Herrschaft wird die Familie nach Polen deportiert. Am Ende des Zweiten Weltkriegs okkupiert die Rote Armee das Haus, während sich die Frau des Architekten im Schrank versteckt. Als der Architekt in der folgenden DDR-Zeit in Ungnade fällt, setzt er sich mit seiner Frau nach West-Berlin ab. Anschließend bewohnt eine Schriftstellerin und überzeugte Kommunistin das Haus. Nach dem Mauerfall verliert deren Enkelin das Grundstück.
Jenny Erpenbecks 2008 veröffentlichter Roman „Heimsuchung“ behandelt ein Jahrhundert deutscher Geschichte. Die Figuren wechseln, das Haus fungiert als Konstante. Für die Filmadaption übernimmt Regisseur Volker Schlöndorff diesen Aufbau, erzählt die Ereignisse anders als Erpenbeck aber chronologisch. Das Panorama umfasst die Spanne von der späten Weimarer Republik bis zur Wendezeit und zeigt, wie sich die historischen Umschwünge in verschiedene Biografien einschreiben. Mit Ruhe und Übersicht inszeniert Schlöndorff kleine Zeitbilder, die nach und nach ein Mosaik ergeben. Dabei nutzt er viele distanzierte Kamerapositionen, die die Figuren in ihren jeweiligen (Handlungs-)Kontext einbetten. Kurz eingefügte Archivbilder, wechselnde Ausstattungsgegenstände und Moden dienen als visuelle Zeitmarker. Emotional bleiben die zahlreichen Figuren wenig nahbar, was auch an den mitunter typisierenden Dialogen liegt.
Vor der Sichtung lohnt ein Blick auf das Filmplakat, eine Variation des Buchcovers. Welche Erwartungen weckt das Motiv? Danach liegt eine Diskussion des Titels nahe: Wie lässt sich der Begriff „Heimsuchung“ auf den Stoff beziehen? Ergiebig ist ein Vergleich mit der Buchvorlage. Wie verändert beispielsweise die chronologische Erzählweise die Wirkung? Interpretativen Spielraum lässt der Gärtner als scheinbar zeitlose Konstante. Generell empfiehlt sich eine Figurenanalyse, die den Blick darauf richtet, wie die politischen Systemwechsel die Lebenswege beeinflussen. Besprechenswert ist zudem die grundlegende Idee, das einmal als „dritte Haut“ bezeichnete Haus selbst zu einer Art Hauptfigur zu machen. Eine Filmanalyse kann die Merkmale von Schlöndorffs Adaption herausarbeiten – vielleicht im Abgleich mit den ähnlich konstruierten, doch anders inszenierten Filmen HERE (Robert Zemeckis, USA 2024) und IN DIE SONNE SCHAUEN (Mascha Schilinski, D 2025). Wie prägt die Kameraarbeit die Wahrnehmung? Welche Funktion erfüllt die Musik? Welche Mittel markieren die Zeitebenen?
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Christian Horn , 13.08.2026 , letzte Aktualisierung: 18.08.2026

Regie

Völker Schlöndorff

Buch

Volker Schlöndorff nach dem Roman von Jenny Erpenbeck

Darsteller*innen

Lars Eidinger, Martina Gedeck, Ulrich Matthes, Detlev Buck, Stella Denis-Winkler, Matthias Hungerbühler, Greta Ipfelkofer, Michael Maertens, Josefin Platt u. a.

Länge

118 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe

FSK

liegt noch nicht vor

Verleih

Studiocanal

Impressum
Sitemap
Datenschutz