Inhalt
Henryk Wichmann ist CDU-Abgeordneter im brandenburgischen Landtag. Plenardebatten, Petitionsausschüsse, Diskussionen mit Parteigegnern und in der eigenen Partei bestimmen den Berufsalltag des 33-jährigen ebenso, wie direkte Begegnungen mit den Bürgern. So eilt er auf stundenlangen Autofahrten durch die Uckermark, von einem Termin zum nächsten. Er besucht Schulklassen, Seniorenheime, Turnhallen, Freizeitparks, Tier- und Naturschutzvereine, Demos und Stammtische. Er kümmert sich um die unterschiedlichsten Anliegen der Menschen, versucht ihre Interessen an den entsprechenden Stellen durchzusetzen und schlichtet auch mal einfache Streitereien. Er sei kein virtueller Abgeordneter, erklärt der junge Politiker einmal selbst. Es gehöre zu seiner Arbeit, die Menschen kennenzulernen.
Umsetzung
Nach dem Dokumentarfilm Herr Wichmann von der CDU trifft der Filmemacher Andreas Dresden seinen ehemaligen Protagonisten nun ein zweites Mal. Ein Jahr lang begleitete er ihn, heftete sich beinahe wortwörtlich an seine Fersen. Herr Wichmann bleibt stets im Zentrum des Films, doch dieser gerät auch zu einem Portrait über Brandenburg und seine Bürger. Außerdem entsteht ein lebhafter Eindruck vom Politikbetrieb, von den offiziellen Vorgängen im Plenarsaal, aber auch davon, wie in den Pausen in der Kantine die Fäden gezogen werden sowie von dem Alltag in einem Bürgerbüro. Der Blick auf die vielen verschiedenen Protagonisten ist ein ausgesprochen humorvoller und viele Szenen geraten beinahe zur Realsatire. Gleichzeitig gelingt es jedoch auch immer, den Respekt zu bewahren.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film schaut hinter die Kulissen der Politik und zeigt die vielfältige Arbeit eines Landtagabgeordneten, als Vertreter des Volkes. Damit beschäftigt sich der Film auf einer elementaren Ebene mit Demokratie und schärft den Blick für die Souveränität der Bürger in der demokratischen Ordnung wie auf den wichtigen Unterschied zwischen Exekutive und Legislative, als das Kontrollorgan. Diese Perspektive ist eine ungewöhnliche: in Berichterstattungen liegt der Fokus zumeist auf denjenigen, die der Exekutive angehören. Im Politik- oder Sozialkundeunterricht kann neben dem Genannten auch reflektiert werden, wie sich die verschiedenen Parteien präsentieren. Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist die Darstellung einer bestimmten Region Deutschlands. Verlassene Dörfer, weite Naturschutzgebiete und der hohe Anteil an Arbeitslosen sind Themen des Films, vereinzelt auch die DDR-Vergangenheit. Im Kunst- oder Deutschunterricht kann es um die besondere filmische Form gehen. Durch welche filmischen Mittel gelingt es, sich den Protagonisten anzunähern? Und wie gelingt es, sie dennoch aus einer objektiven Perspektive heraus zu beobachten?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Lisa Gadatsch
,
20.02.2012
,
letzte Aktualisierung:
10.07.2020
Regie
Andreas Dresen
Buch
Andreas Dresen
Darsteller*innen
Mitwirkende: Henryk Wichmann u.a.
Länge
89 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
35mm, digital
FSK
ohne Altersbeschränkung
FBW
Prädikat „wertvoll“
Verleih
Piffl Medien
Festivals
62. Internationale Filmfestspiele Berlin (Sektion Panorama)