Inhalt
KNEECAP zeichnet die Entstehungsgeschichte des gleichnamigen Hip-Hop-Trios aus West Belfast nach, bestehend aus Liam Óg („Mo Chara“), Naoise („Móglaí Bap“) und JJ („DJ Próvaí“): Als ein irischsprachiger Musiklehrer auf die beiden jugendlichen Drogendealer trifft, formiert sich eine Band, die mit ihren irischen Liedtexten eine kulturelle und politische Bewegung inspiriert. Ihre Musik verbindet bissige Gesellschaftskritik, politischen Widerstand und jugendlichen Hedonismus mit kraftvollen Bühnenauftritten. Was als Spaß und Selbstausdruck in ihrer indigenen Sprache beginnt, wird zu einem Symbol gegen Unterdrückung und das Beinahe-Aussterben der irischen Sprache. Mit Humor und satirisch überhöht erzählt KNEECAP eine Geschichte über die sogenannte „Ceasefire Babies“-Generation – junge Menschen, deren Leben von den Nachwirkungen eines langjährigen Konflikts geprägt bleibt, der zwar als beendet gilt, aber deutliche Spuren hinterlassen hat.
Umsetzung
Regisseur Rich Peppiatt fängt den rauen und rebellischen Geist der Band in einer energiegeladenen und mitreißenden Inszenierung ein. Mit einem dynamischen Mix aus schnellen Schnitten, Animationen und stilisierten Szenen wird die leidenschaftliche Energie der Musik eindrucksvoll visualisiert. Besonders hervorzuheben ist der geschickte Einsatz von Humor und Satire, der ernste politische und soziale Themen zugänglich macht, ohne deren Schärfe zu mindern. Die Darsteller*innen – insbesondere die Bandmitglieder, die sich selbst spielen – beeindrucken durch ungefilterte Authentizität und lassen die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. Die elektrisierenden Musikperformances verstärken die emotionale Intensität und prägen entscheidend die Atmosphäre des Films. Trotz der Auseinandersetzung mit ernsten Themen bewahrt KNEECAP eine Leichtigkeit und Unterhaltung, die ihn sowohl in seiner politisch-kulturelle Aussage als auch als filmisches Erlebnis einzigartig macht.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
KNEECAP regt zu einer Diskussion über den Wert und das Recht an, die eigene Sprache zu sprechen – insbesondere im Kontext kolonialer Unterdrückung und der Marginalisierung indigener Sprachen. Schüler*innen können analysieren, wie die Band Musik nutzt, um politische Botschaften zu transportieren und soziale Ungerechtigkeiten aufzudecken, und sie mit anderen Protestbewegungen, die Musik als Mittel nutzen, vergleichen. Die Vermischung von Realität und Fiktion wirft spannende Fragen zur Authentizität auf und lädt dazu ein, über die Bedeutung künstlerischer Freiheit nachzudenken. Schließlich können Schüler*innen den Einsatz von Animationen und stilisierten Szenen sowie Humor und Satire analysieren. Dabei können sie untersuchen, wie diese Techniken eine emotionale Verbindung zum Publikum schaffen und zur Verstärkung der erzählerischen Dynamik sowie der Vermittlung zentraler Botschaften beitragen.
Hinweise
Inhaltsvermerk: Der Film behandelt Themen wie Drogenkonsum, Gewalt und Sex. Dabei sind Szenen mit gewaltsamen Auseinandersetzungen sowie der Darstellung von Drogenkonsum sowie -handel enthalten.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Cila Yakecã
,
25.12.2024
,
letzte Aktualisierung:
03.07.2025
Regie
Rich Peppiatt
Buch
Rich Peppiatt
Darsteller*innen
Naoise Ó Cairealláin, Liam Óg Ó Hannaidh, JJ Ó Dochartaigh, Michael Fassbender, Simone Kirby, Fionnuala Flaherty, Jessica Reynolds, Josie Walker u. a.
Länge
105 Min
Sprachfassung
Originalfassung in Irisch und Englisch, deutsche Fassung mit deutsch untertitelten Passagen in Irisch
Format
digital, Farbe
FSK
ab 16 Jahre
Verleih
Atlas Film
Festivals
Sundance 2024: Publikumspreis; Galway Film Fleadh 2024: Bester irischsprachiger Film; Filmfest Hamburg 2024